Team aus Gründern und Unternehmern testet gemeinsam einen physischen Produkt-Prototypen im modernen Büro
© Higgsfield / Soul

Innovation als Methode

Der Berliner Corporate-Venture-Builder Pacemakers Digital Ventures (PMDV) hilft Mittelständlern und Konzernen, neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln - und verfolgt dabei einen ganz neuen Ansatz.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Der Berliner Corporate-Venture-Builder Pacemakers Digital Ventures (PMDV) hilft Mittelständlern und Konzernen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln - und verfolgt dabei einen ganz neuen Ansatz. Immer mehr Unternehmen setzen auf digitale Geschäftsmodelle und E-Commerce. Das Problem: Viele Mittelständler wissen nicht, wie sie den zahlreichen damit verbundenen Herausforderungen aktiv begegnen sollen - dabei haben sie mit ihren Ressourcen einen entscheidenden Vorteil gegenüber Start-ups.

"Vor allem Mittelständler nutzen Assets wie Kundenbeziehungen, Daten oder Know-how bislang zu wenig, um ihren unfairen Vorteil gegenüber Start-ups auszuspielen und systematisch neue, digitale Geschäftsmodelle und Innovationen hervorzubringen", sagt Robin Rohrmann, Co-Gründer und Geschäftsführer von PMDV.

"Innovation ist kein Zufall"

Dabei sei Innovation kein Zufall, sondern ein wiederholbarer, überprüfbarer Prozess.

"Der Aufbau von neuen, innovativen Geschäftsmodellen kann und sollte auch vom Mittelstand mitgestaltet werden - und nicht nur von Konzernen wie etwa der Otto Group, die als Vorreiter mit 'About You' eines der umsatzstärksten Fashion-E-Commerce-Unternehmen betreibt." Das Team von PMDV besteht mit Dr. Peter Henssen, Julius Hansen und Robin Rohrmann selbst aus erfahrenen Gründern, die unter anderem für namhafte Company-Builder wie Rocket Internet gearbeitet und operativ neue Geschäftsmodelle umgesetzt haben.

Klassische Geschäftsmodelle müssen sich immer schneller neu erfinden

"Die Geschwindigkeit, mit der Veränderungen eintreten, wird zukünftig immer mehr zunehmen", so Rohrmann. Als Beispiel nennt er die Einführung des WhatsApp-Shopping-Buttons in Deutschland, mit dem Handelsunternehmen ihre Produkte nun über den Messenger-Dienst vertreiben können.

"Was in Asien mit WeChat bereits Standard ist, ermöglicht nun auch deutschen Nutzern die Produktsuche und Bestellung innerhalb der Kommunikations-App. Mit technischen Entwicklungen wie diesen müssen klassische Geschäftsmodelle im Handel künftig immer schneller evolvieren oder sich ganzheitlich neu erfinden."

Überschaubares Risiko

Das Start-up sieht sich nicht als klassische Unternehmensberatung - vielmehr will PMDV die neuen Ventures im Rahmen einer echten Partnerschaft gemeinsam mit den Unternehmen aufbauen - mit überschaubarem Risiko für diese. Die Gründer haben über die Jahre eine Methodik entwickelt, die auf Erfahrungen basiert und eine Systematik vorgibt, wie man neue Geschäftsmodelle aufbaut. Dabei starten sie mit der sogenannten Ideation Phase, in der gemeinsam mit dem Mittelstands- oder Konzern-Partner neue Ideen entwickelt und evaluiert werden.

Sobald eine vielversprechende Idee identifiziert ist, folgt die Validierungsphase, in der ein detailliertes Geschäftsmodell erarbeitet und anschließend hypothesenbasiert validiert wird.

Dabei schaut sich PMDV drei Dimensionen an: den Kundennutzen, die Wirtschaftlichkeit und die Umsetzbarkeit. So testet man mittels eines Prototyps, ob die erdachte Idee von potenziellen Kunden tatsächlich als nützlich erachtet wird.

Gemeinsam schneller an den Markt

Ist das Ergebnis positiv, geht es in die operative Umsetzung - das heißt, das Geschäftsmodell wird in ein marktfähiges Unternehmen überführt, es wird ein Minimum Viable Product (MVP) entwickelt und agil umgesetzt. Und das - wenn vom Unternehmen gewünscht - bei geteiltem Risiko "und ohne üppiges Honorar", wie Julius Hansen betont. "So geht man gemeinsam schneller an den Markt, hebelt Wettbewerbsvorteile - z.B. die Nutzung von bestehenden Vertriebsnetzwerken - und teilt auch noch die hohen Investitionen am Anfang. Denn so ein Business Model ist meist erst nach einigen Jahren wirklich profitabel."

So geschehen bei Coca-Cola European Partners, einem Kunden von PMDV, der mit Kollex eine Plattform im Getränkehandel geschaffen hat, an der auch die Bitburger Braugruppe, Krombacher und Rotkäppchen-Mumm beteiligt sind.

Mittelständler profitieren von Experten-Netzwerk

Um nicht nur die eigenen Gründungserfahrungen weiterzugeben, hat PMDV ein Ökosystem aus Start-up-Gründern, VCs und erfolgreichen Digitalunternehmern aufgebaut, die je nach Bedarf hinzugezogen werden und wertvolle Einsichten in den Entwicklungsprozess einbringen.

Mit einem solchen Modell ist es für Mittelständler deutlich komfortabler, in bisher unbekanntes Terrain vorzustoßen, ist man bei PMDV überzeugt. Aber: Am Anfang stehe trotzdem der Wille, Innovation nachhaltig und ernsthaft zu betreiben.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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