
Orderchamp will den Großhandel besser machen
Immer mehr Konsumenten wollen heute wissen, woher die Produkte stammen, die sie kaufen, und wie sie hergestellt werden. Das niederländische Start-up Orderchamp hat eine Bestellplattform für Händler ins Leben gerufen, die es ihnen mit strenger Kuratierung nach "handgemacht", "bio", "nachhaltig" und "sozial verträglich" ermöglichen soll, außergewöhnliche Produkte anzubieten.
Björn BöerChefredakteurBisher wurden Produkte vom Einzelhandel meist persönlich auf Messen oder bei spezialisierten Großhändlern via E-Mail bestellt. Dieses Modell ist vor allem für kleine bis mittelgroße Einzelhändler nicht optimal, da es sehr zeitaufwendig ist, neue Marken bzw. Produkte zu finden, Preise oftmals nicht nachverhandelt werden können und die Mindestbestellmengen oft sehr hoch sind. Bei Orderchamp können diese Händler nun über das Internet Produkte einkaufen und profitieren dabei von einer flexiblen Bestellung, von bereits zu ihrem Vorteil durch die Plattform ausgehandelten Preisen, geringen Mindestbestellmengen und einer Zahlungsmöglichkeit von bis zu 60 Tagen nach Bestellung. Wie beschreiben Sie Ihr Geschäftsmodell einem möglichen Partner in einem Tweet (280 Zeichen)?
Wir digitalisieren den Großhandel. Auf unserem Online-Marktplatz bringen wir lokale Einzelhändler und streng selektierte europäische Marken zusammen. Unsere Kriterien: „handgemacht,“ „bio“, „nachhaltig“ und „sozial“. In Zahlen: 4.500 Marken, 400.000 Produkte und 75.000 Händler.
Welche Unternehmen/Kunden konnten Sie bereits überzeugen?
Wir konnten bereits bekannte Marken wie Edzard, Meyco und Philippi, aber auch viele kleinere Hersteller von Orderchamp überzeugen, die mit uns als Vertriebspartner ihren Traum einer eigenen erfolgreichen Marke verwirklichen können. Besonders stolz sind wir darauf, dass sich in den Marken unsere Kernwerte wie außergewöhnliches Design und Aspekte wie Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit, soziale Verantwortung und biologische Herkunft widerspiegeln.
Mit wem würden Sie gerne ins Geschäft kommen?
Vereinfacht gesagt, stellen wir für Marken einen neuen Vertriebskanal und für Händler einen neuen Beschaffungskanal dar. Es gibt verschiedene Softwareanbieter, die sich jeweils auf vor- bzgl. nachgelagerte Prozessschritte der jeweiligen Wertschöpfungskette spezialisiert haben. Wir werden in Zukunft vermehrt Integrationen und Partnerschaften in diesem Bereich eingehen, denn hierdurch können wir die Prozesse für unsere Kunden noch schneller und effizienter gestalten. Beispielsweise haben wir vor Kurzem Sendcloud, einen der erfolgreichsten All-In-One-Provider im Bereich Versandsoftware, bei uns in die Plattform integriert.#BN++55647# Was war die wichtigste Erkenntnis seit dem Start?
Seit der Gründung von Orderchamp verfolgen wir das Ziel, eine internationale digitale Lösung aufzubauen, um internationalen Handel auch für stationäre, kleinere Händler zu ermöglichen. Dies ist in vielerlei Hinsicht nicht immer der einfachste Weg, beispielsweise mussten wir schnell ein internationales Team aufbauen. Mittlerweile haben wir über 15 Nationalitäten bei uns im Unternehmen. Auch im Bereich IT bedeutet die schnelle Internationalisierung oftmals einen nicht unerheblichen Mehraufwand. Gleichzeitig ist dies aber auch einer der Hauptpfeiler unseres Erfolges, und wir werden diese Strategie daher auch in Zukunft unbeirrt weiterverfolgen.
Auf welche Erfolgszahl sind Sie besonders stolz?
Besonders stolz bin ich auf die Anzahl der Händler, die mittlerweile auf Orderchamp angemeldet sind: 75.000 Händler aus ganz Europa, und das knapp über zwei Jahre nach der Gründung - das ist schon fast unvorstellbar. Welche Schlagzeile würden Sie gerne in fünf Jahren über Ihr Start-up in einer Wirtschaftszeitung lesen?
“Wie Orderchamp und seine Gemeinschaft aus Einzelhändlern das Einkaufserlebnis revolutioniert haben”.
Start-ups ohne Buzzwords
Sie sind Gründer eines innovativen und spannenden Unternehmens im Umfeld von Handel und FMCG? Können auch Sie Ihr Start-up ohne Buzzwords erklären? Dann melden Sie sich bei uns jederzeit unter ulrike.sanz@dfv.de.
Alle bisher vorgestellten Start-ups finden Sie unter etailment-Startups.de.
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Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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