Kurier übergibt Paket abends persönlich an Kundin vor der Haustür mit E-Lastenrad
© Higgsfield / Soul

So will Budbee die Lieferung bequemer und nachhaltiger machen

Die letzte Meile sowohl kunden- als auch umweltfreundlicher zu machen, hat sich das schwedische Start-up Budbee auf die Fahnen geschrieben. Sein Algorithmus zur effizienten Routenerstellung berücksichtigt Nachhaltigkeitsskriterien, geliefert wird nahezu fossilfrei. Kunden erlangen per App die Kontrolle über das Liefererlebnis, indem sie Zustellungsmethode, -zeitpunkt und -ort frei wählen können. In der ersten Jahreshälfte 2023 will Budbee auch hierzulande starten. Etailment stellt das Start-u...

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
4 Min.· Aktualisiert am
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Der Schwede hat das Start-up 2016 gegründet, inzwischen beschäftigt es rund 500 Mitarbeiter in Schweden, Dänemark, Finnland, den Niederlanden und Belgien. Der Markteintritt in Deutschland soll in der ersten Jahreshälfte 2023 erfolgen.

Budbee verfügt über ein Netz von Paketschließfächern und liefert auch direkt vor die Haustür, Kunden können dabei per App jederzeit verfolgen, wo sich ihr Paket gerade befindet. Die digitale Routenoptimierung berücksichtigt Nachhaltigkeitsfaktoren und ermöglicht es Kunden gleichzeitig, zwischen verschiedenen Versandoptionen zu wählen und Zustellungen auf ein einstündiges Zeitfenster zu begrenzen.Die Lieferungen sollen nahezu fossilfrei erfolgen, z.B. mit Fahrzeugen, die über erneuerbare Energien betrieben werden, oder Cargobikes. Alle ausstehenden Emissionen werden außerdem kompensiert.

Hendrik zu Knyphausen, Deutschland-Chef von Budbee, stellt das Start-up im Etailment-Kurzinterview vor.

Mal ehrlich und ohne Buzzwords: Wie würden Sie Ihren Eltern das Start-up erklären?
Ich würde sie fragen, was sie am meisten stört, wenn sie etwas im Internet bestellen. Ich bin mir sicher, dass wir da sehr schnell beim Problem der Zustellung ankommen würden. Wir bei Budbee machen Lieferungen einfacher und bequemer und achten auch noch darauf, dass wir nachhaltiger und digitaler agieren als viele unserer Konkurrenten.

Während man inzwischen auf sehr vielen Seiten zwischen mehreren verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten wählen kann, ist das Angebot an Versandmöglichkeiten oft immer noch sehr klassisch. Man kann in Deutschland meist zwischen Standardversand und einer schnelleren Möglichkeit wählen – und das war’s. In Schweden ist das ganz anders. Dort kann man oft etwa zwischen Standard, Express, fossilfrei, Haus- oder Box-Lieferung, und das von unterschiedlichen Anbietern wählen. Viele bieten ein genaues Tracking der Ware an, sodass der Kunde genau weiß, wo das Paket gerade ist, wann es ankommt und – ganz wichtig – wo es abgegeben wird. Oder man kann eine Zeit wählen oder einen Tag. In Schweden ist es heute schon so, dass Händler Speditionen nicht mehr nutzen, die keinen klimaneutralen Versand anbieten. Das ist natürlich wichtig, je mehr die Leute bestellen und je mehr sich der Handel ins Internet verlagert.Wie beschreiben Sie Ihr Geschäftsmodell einem möglichen Partner in einem Tweet (280 Zeichen)?
Wir liefern Pakete flexibel, schnell, nachhaltig und zuverlässig. Wer mit Budbee liefern lässt, sieht genau, wo das Paket gerade ist. Wir werfen Licht in die Blackbox nach dem Checkout. Der Kunde im Fokus.

Welche Unternehmen/Kunden konnten Sie bereits überzeugen?
Budbee gibt es bereits auf mehr als 2.000 Webshops in fünf Märkten: Schweden, Dänemark, Finnland, Niederlande und Belgien. Bald kommt Deutschland hinzu. Zu unseren Kunden gehören große Onlinehändler wie H&M, Zalando, Zara, Asos, Stronger, Bauhaus, Media Markt, Na-kd, Matsmart und viele weitere.

Mit wem würden Sie gerne ins Geschäft kommen?
Wir haben ein Ziel: Wir wollen die führende europäische E-Commerce-Plattform werden. In den nächsten Jahren wollen wir weitere Millionen Menschen erreichen und mit den größten E-Commerce-Unternehmen in Europa zusammenarbeiten.Was war die wichtigste Erkenntnis seit dem Start?
Wir sehen, dass die Zufriedenheit des Kunden zunimmt, wenn er die Kontrolle über seinen Einkauf auch nach dem Check-out behalten und alles, was er beim Onlineshopping tut, an seine persönlichen Bedürfnisse anpassen kann. Wir sehen, dass sich die Werte der Kunden verschieben. Sie wollen heute nicht mehr nur Dinge geliefert bekommen, sie verlangen, dass die Dinge gut geliefert werden – und gut geliefert bedeutet: sicher und zuverlässig. Und das bedeutet auch: nachhaltig. Unterm Strich heißt das: Onlineshopping ist ein Lifestyle und dem müssen wir gerecht werden.

Auf welche Erfolgszahl sind Sie besonders stolz?
Wir sind auf vieles sehr stolz, was wir in den letzten Jahren geschafft haben. Wir haben inzwischen mehr als 500 Mitarbeiter und erreichen 35 Millionen Menschen.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne in fünf Jahren über Ihr Start-up in einer Wirtschaftszeitung lesen?
Es gibt mehrere Schlagzeilen, die ich gerne lesen würde, u.a. "Versandhandel in Europa zu hundert Prozent emissionsfrei". Am besten wäre aber natürlich, wenn es hieße, dass wir der beliebteste Paketzusteller werden.

Start-ups ohne Buzzwords

Sie sind Gründer eines innovativen und spannenden Unternehmens im Umfeld von Handel und FMCG? Können auch Sie Ihr Start-up ohne Buzzwords erklären? Dann melden Sie sich bei uns jederzeit unter ulrike.sanz@dfv.de.

Alle bisher vorgestellten Start-ups finden Sie unter etailment-Startups.de.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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