
Stationärer Handel profitiert von Mobile-Trend
Das Smartphone ist für die Kunden zum Lebensbegleiter geworden. Von den "mobilen Kunden" können auch Ladenbesitzer profitieren, wenn sie es richtig anstellen.
"Grenzen verschwimmen"
"Die Grenzen zwischen den Vertriebskanälen verschwimmen zunehmend. Für die Konsumenten existieren sie sowieso kaum noch: Sie erwarten gleiche Services und Angebote über alle Kanäle hinweg und wandeln virtuos und nahtlos zwischen den Plattformen", erläutert Karina Spronk, Leiterin Partner Management Deutschland bei RetailMeNot. Der sogenannte ROPO-Trend ("Research Online Purchase Offline"), bei dem Verbraucher zuerst im Internet recherchieren und dann im stationären Laden kaufen, sei der beste Beweis dafür.
Doch das Smartphone als ständiger Einkaufsbegleiter komme auch im Ladengeschäft selbst verstärkt zum Einsatz: Viele Kunden greifen vor Ort zum Handy, um Preise zu vergleichen, Produktinformationen zu recherchieren oder nach Gutscheinen und anderen Sparmöglichkeiten zu suchen.
"Offline- und Multikanalhändler reagieren auf verschiedene Art und Weise auf das veränderte Kaufverhalten der Konsumenten. Bei sogenannten Web2Store-Kampagnen werden das stationäre Geschäft und das Webangebot vernetzt und zum Beispiel über mobile Coupons Kaufanreize gesetzt. Diese Maßnahmen können durch neue Technologien wie Geolokalisierung, Push-Benachrichtigungen und Beacons noch weiter optimiert werden", so Spronk.
Mobiles Bezahlen
Auch die Integration mobiler Zahlungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel des kontaktlosen Bezahlens mit Technologien wie NFC und Wallet-Apps sowie der mobilen Selbstbedienungskassen (Self-Checkout) bieten ihrer Meinung nach stationären Händlern künftig große Wettbewerbspotenziale.
Ihr Fazit: "Zukunftsorientierte Händler beschränken sich nicht nur auf einen Vertriebsweg, sondern verknüpfen stationäres und Onlinegeschäft enger miteinander. Dabei richten sie ihre Kommunikation sowie Budgets über alle Geschäftsbereiche hinweg auf die Omnichannel-Strategie aus. Nur so können sie für ihre Kunden ein zeitgemäßes Einkaufserlebnis schaffen und vom mobilen Boom profitieren."
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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