
Studie: So sehen Kunden den idealen Gutschein
Im Nachklang des Praktiker-Untergangs erweckt gegenwärtig beinahe ein jeder Händler den Eindruck, als habe man mit preisaggressivem Marketing nichts am Hut. Dabei machen Preisaktionen durchaus Sinn, wenn sie limitiert und fokussiert eingesetzt werden. Wer dem Rabattitis-Virus entgehen will, der vertraut deshalb gerne auf Coupons. Denn Kunden lieben Gutscheine.
Fast die Hälfte der deutschen Konsumenten (47 Prozent) löst mehr Gutscheine ein als früher. Besonders die 16- bis 34-Jährigen nehmen Gutscheine gerne an. 58 Prozent von ihnen lösen mehr Gutscheine ein als früher.
Digitale Gutscheine als Belohnung direkt nach einem Kauf finden hierzulande 77 Prozent nützlich, Gutscheine per Mail erreichen sogar eine Zustimmung von 81 Prozent. Noch aber zählt vor allem Gelerntes. 85 Prozent finden gedruckte Gutscheine per Post oder als Paketbeilage "sehr nützlich" oder "eher nützlich".
Die Zahlen aus dem Gutscheinbarometer, das Affiliprint zusammen mit Innfofact erstellt hat, zeigen zudem, dass auch Mobil-Lösung ("Gutscheine als QR-Code, die ich mit dem Handy nutzen kann"), zwar noch Nachholbedarf haben, aber immerhin schon von 32 Prozent der Befragten positiv bewerten werden.
Mit der Verbreitung der Smartphones und immer mehr Menschen, die ihre Mail mobil abrufen, wird auch die Bedeutung mobiler Coupons eher noch zunehmen. Beispiel USA: Für 2014 erwartet eMarketer, dass 100 Millionen Nutzer in den USA digitale Coupons einlösen. Auch für mobile Gutscheine versprechen die Ergebnisse von eMarketer weiteres Wachstum. Ein Report der Marktforscher von Juniper erwartet ebenfalls deutliche Wachstumsraten bei den Einlösequoten von mobilen Coupons in den kommenden Jahren.
Laut Studie "Mobile E-Mail Marketing 2012" des Online-CRM Beratungs-und Technologieanbieters artegic AG würden 60,2 Prozent der Befragten in Deutschland mobil empfangene Coupons einsetzen. Im Zusammenspiel mit Mobile Payment wird dieser Anteil eher noch zunehmen.
Für den Erfolg eines Gutscheins zählt vor allem
- Die Wahl des Gutscheinwerts
- Die Gutscheinbedingungen
- Die Gutscheingestaltung
- Die Markenbekanntheit des Gutschein-Absenders
- Die Gutscheingültigkeit
Damit der Gutschein nicht nur Schnäppchenjäger anfüttert, müssen Händler aber vor allem dem Markenaspekt mehr Gewicht geben. Daran aber scheint es noch zu hapern. Bei der Detailerinnerung an einen Rabatt-Gutschein erinnern sich laut Affiliprint, ein crossmediales Vermarktungsnetzwerk für Gutschein-Marketing, die Kunden in erster Linie an das Produkt (49 Prozent), dann an den Preis (43 Prozent) und erst danach an den Absender (38 Prozent.)
Der gesunde Menschenverstand sagt, dass bei der Markenerinnerung Gutscheine per Post oder als Paketbeilage aufgrund ihrer Haptik und der besseren Darstellbarkeit der Marke gegenüber mobilen Coupons noch lange im Vorteil sein dürften.
Gutschein-Suche per Google
Handelsmarke plus Gutschein, das hat für Kunden aber aber eine große Bedeutung, wenn sie bei Google nach Gutscheinen suchen. Insgesamt suchen die Deutschen jeden Monat 870.000 Mal per Google konkret nach Gutscheinen für die 100 größten Online-Shops, das sind über 10 Millionen Gutscheinsuchen im Jahr, sagt eine Studie der Gutschein-Plattform Deals.com. Die Gesamtzahl der Suchanfragen, die Begriffe wie "Gutschein", "Angebot" oder "Rabatte" enthalten, beläuft sich auf über 25 Millionen im Monat.
Die Spitzenreiter bei Suchanfragen nach Gutscheinen sind Amazon (162.100 im Monat), Zalando (112.700), Otto (64.300) - gefolgt von H&M (43.000) und Bonprix (37.000). Unter den Top 10 sind dabei nur zwei Anbieter, die nicht zu den Kategorien Mode und Beauty gehören: der Online-Shop für Spielzeug myToys mit 32.100 (Platz 5) und der Elektronik-Anbieter redcoon mit 19.200 Gutschein-Suchanfragen (Platz 9).
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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