
Krieg der Pizza-Makler Lieferando und Lieferheld: 11 Dinge, die Sie jetzt wissen wollen
Juristische Nickeligkeiten zwischen Lieferketten sind beinahe schon Alltag. Jetzt ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft gegen die Online-Bestellplattform Lieferheld, meldet der Spiegel. Der Verdacht: Computersabotage. Das Unternehmen soll mittels Internetattacken “mehrfach” seinen ebenfalls in Berlin ansässigen Konkurrenten Lieferando für dessen Kunden unerreichbar gemacht haben. Bei Lieferheld bestreitet man die Vorwürfe. Wer genau steckt hinter den beiden Anbietern? Was verdienen sie un...
Wer genau steckt hinter den beiden Anbietern? Was verdienen sie und wie stehen sie im Wettbewerb da? etailment gibt Antworten auf 11 Fragen.
Wie funktionieren Lieferheld und Lieferando? Auf der Website können Kunden nach der Pizzabude und dem Döner-Laden um die Ecke suchen, der auch nach Hause liefert. Die Bestellung kann man dann auf der Plattform online aufgeben und die Gerichte wie Pizza, Pasta, Schnitzel oder Asian Food zugleich online bezahlen.
Was verdienen die Dienste? Die Umsatzprovision ist ein prozentualer Anteil des Bruttoumsatzes, der über die Plattformen für den Auftraggeber entgegengenommen und abgewickelten Bestellungen. Bei Lieferheld fallen beispielsweise je nach Vertrag und Serviceleistungen zwischen 9,5 und 12 Prozent Provision an.
Wer sind die Geldgeber? Bei Lieferheld sind das Holtzbrinck Venture und Tengelmann mit einer Beteiligungsgesellschaft. Weitere Investoren heißen Ru-Net und Kite Ventures. Bei Lieferando sind die KfW Bankengruppe, DuMont Venture, Mountain Super Angel, Rheingau Ventures, Moraún sowie zwei Privatinvestoren an Bord.
Wer hats gegründet? Lieferheld wurde von Team Europe, Markus Fuhrmann, Nikita Fahrenholz, Claude Ritter und Mohammadi Akhabach gegründet. Gründer von Lieferando sind Jörg Gerbig, Christoph Gerber und Kai Hansen.
Wer steht im Web besser dar? Lieferando.de verzeichnet laut Alexa sowohl einen höheren Traffic als auch einen höheren Reach. Traffic-Rank lieferando: 724, Traffic-Rank lieferheld: 934. Laut Sisitrix verfügt lieferando über eine höhere Sichtbarkeit im Internet als lieferheld.
Wer hat mehr Pizzabuden und Co unter Vertrag? Lieferando zählt 5.600 Lieferdienste, Lieferheld: dito. Und: Beide haben teilweise die gleichen Anbieter im Portfolio.
War da nicht noch ...? Doch. Marktführer ist Pizza.de mit über 10.000 Lieferdiensten in ganz Deutschland. Als Bilanzgewinn weist Pizza.de für 2010 laut Bundesanzeiger 102.613,20 Euro aus.
Wie sieht der Markt aus? Bei steigender Ausgabenbereitschaft werden pro Jahr rd. 4,4 Mrd. EUR in Deutschland für Online-Essensbestellungen ausgegeben.
Wem nutzt der Clinch via "Spiegel"? Beiden. Die Story steigert die bundesweite Bekanntheit beider Marken. Dem Kunden dürfte eine mögliche Serverattacke herzlich egal sein. Schließlich ging es nicht um Kundendaten.
Wie sieht die Werbung aus? Schrille TV-Spots bei Lieferando, etwas seriöser sind die Clips bei Lieferheld.
Hat die Branche ein Problem? Ja. Es gibt zu viele Anbieter. Die Marken sind nahezu austauschbar. Auch in ihren Versuchen mit Gimmicks und Rabatten Kunden zu ködern. Etliche Ketten liefern zudem selbst.
Sehenswert: Dr. Tobias Johann (Rheingau Ventures ) stellt im Interview im Labor für Entrepreneurship das Start-Up Lieferando.de vor.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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