Der Service zu einem individuellen Abgleich von Körper- und Kleidermaßen via Webcam konnte in bisherigen Projekten bereits 10.000 Nutzer für sich gewinnen. Seit April 2012 können Kunden die sich einmalig registriert haben, bei jedem der UPcload-Partner Passformvorhersagen für eine individuelle Wahl der richtigen Kleidergröße erhalten, ohne sich dabei jedes Mal erneut per Kamerabeschau vermessen lassen zu müssen.
Um Kunden für diese „Virtuelle Ankleide“ gewinnen zu können und um den Mehrwert ihres Services –ohne die zeitliche und emotionale Hemmschwelle eines „Körperscannings“– schneller erlebbar zu machen, führte das Berliner Technologie-Unternehmen im Rahmen dieses Pilotprojektes zudem eine weitere Form der Passformanalyse ein, die ohne eine kameragestützte Vermessung der eigenen Person auskommt: Über die Beantwortung kurzer Fragen zu bestimmten Körpermaßen, empfiehlt der Dienst Kunden optional die passenden Kleidergrößen anhand statistischer Modelle.
Macht Otto ernst, oder geht es nur um Imagewandel?
Die Online-Strategie des Versandhändlers wurde in der Vergangenheit oft kritisiert: Wenige innovative Konzepte, die zudem viel zu schnell beerdigt werden würden. Dem möchte die Otto Group offensichtlich entgegenwirken. Dem Versandhändler dabei zu unterstellen, lediglich ein weiteres „Test and Learn“-Projekt aufzulegen, wäre dabei jedoch zu vorschnell: Zwar ist der Weg zu einem realitätsnahen Fashion-Shopping im Online-Handel noch steinig, wird der Service kundenseitig jedoch angenommen, dann steht Otto auch in der Verantwortung das Projekt weiterzuführen, unabhängig davon ob etwaige Mehreinnahmen in der Anlaufphase die Projektkosten decken würden oder nicht: Was Kunden den Bestell-Prozess tatsächlich erleichtert, darauf würden sie ungern wieder verzichten wollen.
Redakteur
Karsten Werner ist Logistiker, Projektmanager und Dozent für berufliche Weiterbildung. Er beobachtet seit 2000 die Entwicklungen im E-Commerce. Neben seiner Neugierde an Supply Chains und Best Practices im Onlinehandel, bildeten die Empfehlungssysteme im Web 2.0 später einen weiteren Interessensschwerpunkt. Derzeit liegt sein Themenfokus auf den Geschäftsmodellen und Strategien in den Märkten für digitale Güter. Er schreibt außerdem für Netzwertig.com und twittert unter @KarstenWerner.
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