Kurier legt Paket in Abholstation vor schwedischem Wohnhaus als Symbol für wachsenden Online-Handel
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Schweden kaufen immer mehr Tabak online

Eine der am schnellsten wachsenden Kategorien im schwedischen Online-Handel sind Nikotin- und Tabakprodukte, zitiert Tradingview.com den E-Handelsindikator des schwedischen Handelsverbands. Im zweiten Quartal legte die KategorieTabak um 19 Prozent zu, von Januar bis Juli um acht Prozent. Zum Vergleich: Der gesamte E-Commerce wuchs im ersten Halbjahr nur um fünf Prozent. Im Juli habe der Gesamtmarkt umgerechnet rund 1,34 Mrd. Euro erreicht, neun Prozent mehr; dafür sei er im Juni vier Prozent zurückgefallen.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
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Schwedens Onlinehandel: Nikotin- und Tabakprodukte wachsen deutlich schneller als der Markt

Der schwedische Onlinehandel zeigt 2026 ein uneinheitliches, insgesamt aber positives Bild. Nach dem E-Commerce Indicator des schwedischen Handelsverbands Svensk Handel, über den Tradingview.com berichtet, gehört die Kategorie Nikotin- und Tabakprodukte zu den am schnellsten wachsenden Segmenten im schwedischen E-Commerce. Besonders auffällig ist der Abstand zum Gesamtmarkt: Während der gesamte Onlinehandel von Januar bis Juli um fünf Prozent zulegte, stieg der Umsatz mit Nikotin- und Tabakprodukten im gleichen Zeitraum um acht Prozent. Im zweiten Quartal fiel der Unterschied noch deutlicher aus: Die Kategorie wuchs um 19 Prozent, der Gesamtmarkt um zehn Prozent.

Die Monatswerte zeigen zugleich, dass die Dynamik im schwedischen Onlinehandel schwankt. Im Juni 2026 erreichte der Gesamtumsatz 14,7 Milliarden schwedische Kronen und lag damit vier Prozent unter dem Vorjahresmonat. Im Juli drehte der Markt wieder ins Plus: Der Umsatz stieg auf 14,9 Milliarden schwedische Kronen, ein Zuwachs von neun Prozent gegenüber Juli 2025. Umgerechnet wurde für Juli ein Marktvolumen von rund 1,34 Milliarden Euro genannt. Trotz des schwächeren Juni bleibt die Halbjahresbilanz positiv; kumuliert liegt das Wachstum des gesamten E-Commerce bislang bei fünf Prozent.

Die Kategorie Nikotin- und Tabakprodukte hebt sich in diesem Umfeld klar ab. Neben dem Umsatzwachstum verweist der Bericht auf eine veränderte Struktur der Nachfrage: Der durchschnittliche Einkaufswert je Konsument lag im zweiten Quartal 2026 bei 755 schwedischen Kronen, nach 797 Kronen im Vorjahresquartal. Das Wachstum ergibt sich damit nicht aus höheren Warenkörben, sondern offenbar aus einer stabilen und aktiven Kundschaft. Markus Lindblad, Head of Legal & External Affairs, ordnet die Entwicklung als Bestätigung eines bereits länger laufenden Wandels im Konsumverhalten ein. Die Kategorie wachse sowohl im Quartal als auch im bisherigen Jahresverlauf schneller als der Gesamtmarkt und werde von einer stabilen Kundenbasis getragen, nicht von kurzfristigen Ausschlägen.

Für Anbieter in diesem Segment ist die Entwicklung strategisch relevant, weil sie zwei Trends verbindet: den Übergang zu risikoärmeren Nikotinprodukten und die zunehmende Verlagerung von Käufen ins Netz. Haypp Group, das Unternehmen hinter der Mitteilung, beschreibt sich als führenden E-Commerce-Händler für Produkte mit reduziertem Risiko, vor allem Nikotinbeutel. Die Gruppe ist mit elf E-Commerce-Marken in fünf Ländern Europas sowie in den USA und Saudi-Arabien aktiv und nennt mehr als 1,1 Millionen Konsumenten. Zu den genannten Shops gehören Haypp.com/se und Nicokick.com.

Insgesamt zeigt der Indikator: Der schwedische E-Commerce wächst weiter, aber nicht gleichmäßig über alle Warengruppen hinweg. Nikotin- und Tabakprodukte zählen 2026 zu den Segmenten mit der stärksten Dynamik. Für Händler und Marktbeobachter ist vor allem entscheidend, dass das Wachstum nicht allein auf einzelne Spitzenmonate zurückgeht, sondern sich über Quartal und Jahresverlauf hinweg zeigt. Damit gewinnt die Kategorie im digitalen Handel weiter an Gewicht und bleibt ein wichtiger Gradmesser für veränderte Kaufgewohnheiten in Schweden.

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Björn Böer
RedaktionBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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