Fast leerer Frachtraum eines Flugzeugs symbolisiert den Einbruch der China-Fracht nach Europa
© Black Forest Labs / Flux

China-Fracht um 28 Prozent eingebrochen

Die Frachtkapazität von China nach Europa liegt konstant 28 Prozent unter dem Niveau vom Juni, dem letzten Monat vor der EU-Abgabe auf Kleinsendungen aus Drittstaaten, berichtet Aircargonews.com. Die E-Commerce-Importe nach Europa sackten im Juli um 24 Prozent ab. Am härtesten treffe es die großen Drehkreuze für Pakete: Madrid minus 78 Prozent, Budapest minus 58, Lüttich minus 35. Auf chinesischer Seite breche Ürümqi um 72 Prozent ein, Hongkong um 28.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
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Luftfracht zwischen China und Europa bleibt deutlich unter Druck

Die Frachtkapazität auf der Strecke zwischen China und Europa liegt nach neuen Daten von Rotate weiterhin klar unter dem Niveau von Juni, dem letzten Monat vor der Einführung der europäischen Abgabe auf Kleinsendungen aus Drittstaaten. Wie Aircargonews.com berichtet, verharrt die China-Europa-Frachterkapazität inzwischen 28 Prozent unter Juni und zeigt laut Rotate „kein klares Zeichen einer Erholung“. Der Rückgang setzte unmittelbar nach dem 1. Juli ein, als die EU eine Zollabgabe von 3 Euro auf niedrigwertige Pakete aus Nicht-EU-Ländern einführte. Direkt danach fiel die direkte Frachterkapazität zwischen China und Europa zunächst um 10 Prozent gegenüber Juni.

Besonders sichtbar wird der Einschnitt im grenzüberschreitenden E-Commerce. Die entsprechenden Importe nach Europa gingen im Juli gegenüber Juni um 24 Prozent zurück. Damit ist die neue Abgabe nicht nur ein regulatorischer Faktor, sondern verändert kurzfristig auch die Auslastung und Planung im Luftfrachtmarkt. Nach Daten des TAC Index haben sich die Raten auf den wichtigsten Verbindungen von China nach Europa zugleich gefestigt, obwohl die Mengen wegen der Zollabgabe unter Druck stehen. Das deutet auf eine angespannte Marktlage hin: Weniger Volumen bedeutet nicht automatisch sinkende Preise, wenn Kapazitäten ebenfalls reduziert werden.

Die stärksten Rückgänge konzentrieren sich laut Rotate auf Drehkreuze, die besonders stark von Paketströmen geprägt sind. In Europa trifft es vor allem Madrid mit minus 78 Prozent, Budapest mit minus 58 Prozent und Lüttich mit minus 35 Prozent. Auf chinesischer Seite fällt die Kapazität am Ürümqi Tianshan International Airport um 72 Prozent, während Hongkong ein Minus von 28 Prozent verzeichnet. Diese Werte zeigen, wie stark die Veränderungen im Paketgeschäft einzelne Knotenpunkte in der internationalen Logistik treffen können.

Gleichzeitig wurden die weggefallenen Kapazitäten offenbar nur begrenzt auf andere Märkte verlagert. Zwar gebe es laut Rotate teilweise eine Umleitung in Richtung Transpazifik, insgesamt sei die globale Auslastung von Frachtern jedoch gesunken. Bei umgebauten Boeing 747-400F, die häufig ad hoc eingesetzt werden, liegt die Nutzung demnach 13,8 Prozent niedriger. Der Rückgang ist damit nicht nur ein regionales China-Europa-Thema, sondern wirkt sich auch auf die globale Verwendung bestimmter Frachtertypen aus.

Rotate hält dennoch eine Erholung der E-Commerce-Sendungen innerhalb von zwölf Monaten für möglich. Als Vergleich verweist das Unternehmen auf Märkte wie die USA und Brasilien, in denen nach dem Ende vergleichbarer de-minimis-Regelungen ebenfalls Anpassungsprozesse einsetzten. Für Händler, Plattformen und Frachtanbieter bleibt die Lage damit zweigeteilt: Kurzfristig dominieren sinkende Importmengen und reduzierte Kapazitäten, mittelfristig könnte sich der Markt jedoch auf die neuen Zollbedingungen einstellen.

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Thomas Rehm
RedaktionThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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