TGIF (10): Genug Kirmes

TGIF (10): Genug Kirmes

„Wir sind wahrscheinlich die letzte Generation, die noch im Laden einkauft“. Das sagt kein altgedienter Handelsexperte, sondern eine Freundin meiner Mutter (70+). Doch selbst auf die solventen Rentner kann sich der stationäre Handel nicht mehr verlassen.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Studien zeigen: Die „Generation Rollator“ entdeckt zunehmend die Bequemlichkeit – und Vertrauenswürdigkeit – des E-Commerce. Die Prognose der ergrauten Handelsexpertin des Alltags sollte man also nicht auf die „Generation Zalando“ einengen.

Denn es wird für alle Kunden immer bequemer und billiger gerade auch Artikel des täglichen Bedarfs, also „Low-Involvement“-Produkte, im Netz zu ordern.

Deo und Windeln im Abo von Amazon? Ganz leicht und bezahlbar, wenn man kein Schnäppchenjäger ist.

Das „Tata, teita durch die Stadt“ (Bläck Fööss) der ganzen Familie gerät indes zunehmend zur Freizeitaktivität. Die Shoppingcenter richten sich darauf mit Clownerie und Currywurst ein: Mehr Kirmes- oder im Powerpoint-Deutsch Entertainment - lautet salopp das Motto. Indoor-Skydiving-Zonen, Surf-Becken, mindestens Würstchenbuden und Karussell. Und in den Läden dann jede Menge digitales Bling Bling.

Die Freundin meiner Mutter (70+) sagt dann im Jugendwahn: "I`m to old for that shit".

Ihr Rat, klar sie ist nicht mehr so im Trend, ist dagegen total altbacken: "Nette - gerne auch gut aussehende - Verkäufer, die zur Abwechslung mal Ahnung von der Ware haben". Wenns sein muss, dürften die dann auch mal im Tablet nachschauen. Aber nur zur Not, denn "im Internet nachgucken, das kann ich auch alleine."

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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