
Thalia schlägt neues eBook-Kapitel auf
Mit der Übernahme der textunes GmbH erweitert die Buchhandelskette Thalia ihre eBook-Strategie. Neben dem Verkauf eigener eBook-Reader will das Unternehmen auch am Smartphone-Boom partizipieren.
Eigene eReading App und neuer eReader im Köcher
Neben einer eigenen eReading-App, die zunächst Android-Betriebssystemen zur Verfügung gestellt werden soll, kündigt Thalia auch ein neues Modell des eigenen eReaders OYO an, der sich seit Oktober 2010 im Handel befindet. In Kürze werde der "OYO II" mit "optimierten kundenorientierten Funktionen und verbesserter Hardware" auf den Markt kommen, schreibt das zur Douglas Holding gehörende Unternehmen.
"Smart Reading heißt für Thalia nicht nur, dass unsere Kunden den Content frei wählen können. Ihnen soll zukünftig auch die Wahl des Endgerätes, auf dem sie digitale Inhalte lesen, überlassen werden", erläutert Michael Busch, Geschäftsführer der Thalia Holding, die Motive des Zukaufs. "In Kombination mit unserer persönlichen Beratung, unserem Service und der Kompetenz unserer Buchhändler vor Ort in unseren Buchhandlungen wird die ‚Smart-Reading-Strategie' von Thalia so zu einer wichtigen Säule innerhalb unserer Multichannel-Ausrichtung", betont Busch.
Umsatz mit elektronischen Büchern steigt gewaltig an
Die Entscheidung für den Erwerb der textunes GmbH und den Launch einer eigenen eReading-App basiere zudem auf der rasanten Ausdehnung des Smartphone- und Tablet-Marktes in Deutschland. "Das Interesse an digitalen Inhalten, die auch auf anderen mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets gelesen werden können, ist in den letzten zwölf Monaten stark gestiegen", erklärt Michael Busch.
Die Entwicklung des eReading-Marktes in Deutschland hat im vergangenen Jahr deutlich an Fahrt aufgenommen: 2010 machten eBooks bereits 5 Prozent des Gesamtumsatzes am Downloadmarkt aus. Mit dem Verkauf elektronischer Bücher wurde laut GfK ein Umsatz von 21,2 Millionen Euro erzielt.
Ende Juli musste Broders, die zweitgrößte Buchhandelskette der USA, Insolvenz anmelden. Die rund 400 Niederlassungen müssen geschlossen werden, da sich kein Käufer für das angeschlagene Unternehmen fand. Der Konkurs wird von Branchenbeobachtern auf die starke Konkurrenz durch Amazon und die zunehmende Akzeptanz von eBook in den Vereinigten Staaten zurückgeführt.