
Trauerkränze und verärgerte Kunden
Schmucklos ist das Ende der ersten vier Hertie-Filialen. Es wird einfach zugesperrt, Schlussverkäufe waren nicht vorgesehen. In Essen wollen die Mitarbeiter wenigstens öffentlich trauern.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentFeierabend um 13 Uhr
Heute werden diese drei Filialen sowie der Standort Duisburg-Walsum geschlossen. Punkt 13 Uhr sollte in Borbeck Schluss gemacht werden. Weitere fünfzehn Häuser werden folgen. Insgesamt 650 Mitarbeiter sind davon betroffen. Die Waren würden an Lieferanten zurückgegeben oder auf andere Filialen verteilt, sagte ein Hertiesprecher am Donnerstag in Essen. Außerdem zeigen externe Vermarkter Interesse. Dazu gehört die Eltex GmbH aus Rheinland-Pfalz.
Die Zukunft von Hertie mit insgesamt 3.400 Mitarbeitern bleibt weiter ungewiss. Verhandlungen über einen Einstieg liefen mit mehreren Investoren, sagte der Sprecher. Das Unternehmen hatte im Juli vergangenen Jahres wegen der Finanzprobleme seines Eigentümers Dawnay Day Insolvenzantrag gestellt.
Mietsenkung der Knackpunkt
Ein Kernpunkt der Verhandlungen über die Rettung des Warenhauses ist die Forderung des vorläufigen Insolvenzverwalters Biner Bähr nach einer deutlichen Senkung der Mieten für die Häuser.
Nach Bährs Darstellung hatte der Eigentümer mit Hilfe von überhöhten Mieten Kapital aus dem Unternehmen abgezogen. Bähr hat eine Frist bis Ende Februar für die Rettung von Hertie gesetzt. Wenn es bis dahin keine Einigung gibt, will er das Unternehmen liquidieren.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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