Triton will schon bald mit Verdi sprechen

Triton will schon bald mit Verdi sprechen

Die Zukunft von Karstadt hängt immer mehr vom Ausgang eines Zweikampfs ab: Triton gegen Verdi. Die Sanierungswünsche des Investors stoßen sich aber an den Forderungen der Gewerkschaft.

Steffen GerthSteffen GerthRedakteur Der Handel und etailment
3 Min.· Aktualisiert am
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Die kursierende Zahl von 4.000 Stellenstreichungen bei Karstadt bezeichnete der Triton-Sprecher allerdings als Spekulation. Triton suche nach unternehmerischen Lösungen: Beispielsweise könnten erfolgreiche Sparten zulasten von Verlustbringern vergrößert werden.

Auch könnten neue Mieter schwache Segmente übernehmen. Das würde Veränderungen für das Personal nach sich ziehen. Möglicherweise könnten Mitarbeiter wechseln. Karstadt solle "hart, aber fair" restrukturiert werden.

Görg außen vor

Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg spielt in den Gesprächen keine tragende Rolle. Görg habe nur die Interessen der Gläubiger zu vertreten, sagte sein Sprecher. Triton müsse selbst mit Verdi oder den Vermietern der Warenhäuser reden. Der Insolvenzverwalter könne aber die Gespräche moderieren, wenn das gewollt sei.

Der deutsch-schwedische Finanzinvestor hatte am Wochenende erklärt, sein Konzept sehe weitere Konzessionen bei Mitarbeitern und Vermietern vor. Die Zusagen im Rahmen des Insolvenzvertrages müssten "flexibilisiert" werden.

Verdi: Keine weiteren Zugeständnisse

Verdi lehnt weitere Zugeständnisse der Beschäftigten zur Rettung der Warenhauskette Karstadt ab. Medienberichten zufolge will Triton 4.000 der rund 26.000 Arbeitsplätze streichen sowie Tarifleistungen und Mieten kürzen.

"Ein Plan zur Fortführung des Unternehmens sollte nicht darauf kalkuliert sein, die Beschäftigten ein weiteres Mal zur Kasse zu bitten. 150 Millionen Euro allein aus dem laufenden Sanierungstarifvertrag sind ein sehr bedeutender und großer Beitrag, mehr geht nicht", sagte Mönig-Raane am Montag in Berlin.

Die Karstadt-Beschäftigten sowie Vermieter und Dienstleister hatten sich bereits im Insolvenzplan zu Einschnitten in Millionenhöhe bereiterklärt. Die Karstadt-Gläubiger sollen auf bis zu 97 Prozent ihrer angemeldeten Forderungen von 2,7 Milliarden Euro verzichten.

Sprecherin Haß kündigte an, dass Verdi Triton auch darüber informieren werde, dass die Karstadt-Mitarbeiter keineswegs zu den besser gestellten Beschäftigten im Einzelhandel gehören würden, wie bereits kolportiert worden sei.

Zu den Spekulationen, dass Triton am Ende Karstadt gar nicht kaufen werde, sondern dass das Warenhaus von der Investmentbank Goldman Sachs übernommen werde, wollte sich Haß nicht äußern.

60 Millionen Investment in die Häuser

In den Medienberichten hieß es, Triton wolle als Kaufpreis 30 Millionen Euro an den Insolvenzverwalter zahlen. 60 Millionen Euro würden in das Unternehmen investiert.
Karstadt ist Mieter der 120 verbliebenen Warenhäuser.

Die Mehrzahl der Filialen gehört dem Vermieterkonsortium Highstreet an dem Goldman Sachs über die Fondstochter Whitehall zu rund 50 Prozent beteiligt ist. Görg hatte im Vorfeld ausgehandelt, dass Highstreet für einen potenziellen Käufer auf Mieteinnahmen von 150 Millionen Euro verzichten würde.

Die Karstadtimmobilien wurden 2006 vom damaligen Karstadt-Chef Thomas Middelhoff für 4,3 Milliarden Euro an Highstreet verkauft.

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Steffen Gerth
Geschrieben vonSteffen Gerth

Redakteur Der Handel und etailment

Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.

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