Usability-Hürden: Wie Sie nervige Kunden los werden

Usability-Hürden: Wie Sie nervige Kunden los werden

Natürlich können Sie lange an technischen Lösungen feilen, die Kunden mehr Informationen über das Produkt liefern, um die Retouren zu senken. Die einfachste Lösungen aber ist: Machen Sie den Kunden die Bestellung so schwer wie möglich. Vergraulen Sie ihre Kunden. Dann gibt es auch keinen Stress mit Retouren. Das geht ganz einfach. Wir nennen Ihnen Wege, wie Sie einen Möchtegern-Kunden aus dem Webshop vergraulen können.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Erlauben Sie eine Bestellung nur als registrierter Nutzer. Das schreckt Neugierige und Probierer ab. Wer nur mal gucken und versuchsweise kaufen will, hat schließlich keine Lust zig Daten einzutippen.

Machen Sie den Bestellprozess möglichst unübersichtlich und lang. Je weniger Usability, desto besser. Lassen Sie den Kunden im Unklaren, ob der Artikel tatsächlich schon im Warenkorb ist. Wer sich da dann durchkämpft, der meint es wirklich ernst mit seinem Einkauf.

Usability Pro-Tipp: Bauen Sie technische Fehler auf der Website ein. Sorgen Sie dafür, dass die Produkte nach wenigen Minuten des Zögerns oder einem Seitenwechsel oder dem Öffnen eines neuen Tabs verloren gehen. Der Kunde muss am Ende des Bestellvorgangs tiefe Dankbarkeit empfinden, dass er das Produkt kaufen durfte.

Vermeiden Sie ein klare Übersicht der Kosten, verstecken Sie die Versandkosten irgendwo auf der Seite und lassen Sie den Kunden im Unklaren, wie ihn seine Ware erreicht. Er soll sich schließlich voll auf den Artikel konzentrieren. Der Rest geht ihn nichts an. Hinweise auf die Rücksendungen packen Sie am besten in die AGB. Wer die liest, der ist leicht als möglicher Querulant identifizierbar. Verbinden Sie das mit einem Tracking und einem Script, das den Kunden wieder auf die Startseite führt. Zurück auf Los.

Machen Sie bei den Zahloptionen klar: Sie als Händler haben es auch nicht leicht. Die Bezahloptionen kosten auch Sie Gebühren. Schlagen Sie diese saftig auf den Endpreis - unübersichtlich- drauf. Oder bietet sie Kauf nur gegen Vorkasse an. Auch trickreich: Bezahloptionen wie Kreditkarte und Co mit Software-Fehlern beim Seitenaufbau ohne klare Fehlerangaben verbinden. Schöner Lerneffekt für den Kunden: Nur Bares ist Wahres.

Optimieren Sie die Website nur nicht für mobile Websites. Beim Mobil Shopping lauern viele Impulskäufer und Kunden, die gerade einmal aus einer Laune heraus auf der Couch etwas bestellen wollen. Je größer der Call-to-Action-Button mobil ist, desto übersichtlicher die Seite ist, desto größer das Risiko, einen solchen "faulen" Kunden zu erwischen. Wer bei Ihnen bestellt, der soll es schon ernst meinen und sich auch ein bisschen Mühe machen. Merksatz: Kunden, die aus einer Laune heraus kaufen, sind launische Kunden. Je besser die Laune, desto mehr Retouren.

Pro-Tipp: Bauen Sie die Seite mit großen Gigabyte-großen Fotos und legen Sie den Webshop auf einen altersschwachen Sever. Damt schlagen sie zwei Fliegen mit einer Klappe. Angesichts der langen Ladezeit sind Sie die hektischen Kunden am Smartphone sofort los und der Kunde am stationären PC kann in Ruhe überlegen, was er eigentlich will, während der Online-Shop lädt.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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