Vedes jubelt über "Spitzenjahr" im Spielwarenhandel

Vedes jubelt über "Spitzenjahr" im Spielwarenhandel

Starker Umsatzanstieg, atemberaubende Ergebnisverbesserung: Für Vedes lief 2010 wider Erwarten gut. Die Verbundgruppe startet kraftvoll ins neue Jahr, in dem es jedoch noch an klaren Markttrends fehlt.

Steffen GerthSteffen GerthRedakteur Der Handel und etailment
3 Min.· Aktualisiert am
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Ein "Spitzenjahr" habe die Vedes AG hinter sich, sagte heute der Vorstandsvorsitzende Thomas Märtz – und erzeugte auch einige Verblüffung bei seiner Präsentation.

Denn im Geschäftsjahr 2010 stieg der Einzelhandelsumsatz (Thekenumsatz) der Verbundgruppe für Spielwarenhandel europaweit um 4,1 Prozent auf 548 Millionen Euro und in Deutschland um 3,7 Prozent auf 467 Millionen Euro.

Kaum zu fassen ist allerdings die Ergebnisverbesserung des Konzerns (EBT) um etwas mehr als 30 Prozent auf 2,5 Millionen Euro. Wie das bei leiglich um 4 Prozent gestiegenen Erlösen gehen kann, erklärte Märtz aber auch.

"Dieses Ergebnis ist ein Mix aus Umsatzplus sowie Kosteneinsparung", sagte er. So habe Vedes beispielsweise die Logistik verbessert, mitnichten einen der 210 Mitarbeiter in der Nürnberger Zentrale entlassen.

"Tiefschwarze Zahlen"

Märtz war sichtlich froh, am ersten Tag der Spielwarenmesse in Nürnberg diese Bilanz präsentieren zu dürfen. Vor genau zwölf  Monaten hatte er voller Unsicherheit auf das Jahr 2010 geblickt und sich die Prognose von 1,5 Prozent Steigerung des Thekenumsatzes national wie international abgerungen.

An diesem Donnerstag sprach der Vorstandschef davon, dass sämtliche Gesellschaften des Konzerns im Plus lägen und "tiefschwarze" Zahlen schreiben würden. Der Zentralregulierungsumsatz betrug im vorigen Jahr 265 Millionen Euro (plus 2,3 im Vergleich zu 2009), der Lagerumsatz stieg um 4,1 Prozent auf 65,2 Millionen Euro.

Beflügelt von der Vergangenheit gab Märtz eine deutliche optimistischere Prognose für 2011. Europaweit werde eine Verbesserung des Thekenumsatzes um 4 Prozent angestrebt. Doch wie? Gewiss, die Verbundgruppe setzt immer stärker aufs Onlinegeschäft, in das sie im Herbst 2009 eingestiegen ist und ausbauen will, wie Vorstandsmitglied Wolfgang Groß ankündigte. "Online ist ein Wachstumsthema."

Und es gibt ein neues Projekt namens "Baby’s World by Vedes“ mit Kleinkindartikeln für den mittelständischen Fachhandel. Profitiert habe die Kooperation auch vom neuen Shopkonzept, an dem sich mittlerweile mehr als 100 Händler beteiligen würden, wie Vorstandsmitglied Achim Weniger versicherte.

Unklar ist freilich, von welchem Produkten der Handel profitieren wird. Vorige Woche, als Vedes-Konkurrent Idee+Spiel seine Zahlen bekannt gab, sprach dessen Geschäftsführer Otto E. Umbach davon, dass die neue 3D-Spielekonsole von Nintendo mit großem Abstand der Verkaufsschlager in diesem Jahr werden wird.

Vedes-Mann Groß mag sich hier nicht festlegen. "Es gibt keinen ultimativen Trend", sagte er zu derhandel.de. Er mag auch nicht die feurigen Glaubensbekenntnisse von Umbach teilen, wenn es um die Prognose für die Zukunft der Modelleisenbahn geht.

Zweistellig sei in diesem Segment der deutsche Gesamtmarkt im Jahr 2010 eingebrochen, sagte der Vedes-Manager. Während Idee+Spiel hier 3,1 Prozent verlor, habe Vedes immerhin noch das Vorjahresergebnis gehalten. "Es gibt kein Wachstum bei der Modelleisenbahn", betonte Groß.

Lieferprobleme durch hohe Qualitätsstandards

Groß sagt, dass immer mehr chinesische Firmen die restriktiven europäischen Forderungen beispielsweise nach menschenwürdigen Arbeitsbedingungen scheuen und sich von der Spielzeugproduktion hin zu anderen Branchen wenden, wo solche Vorschriften noch nicht bestehen.

Dieses Schwinden der Herstellerfirmen sorgt freilich für ein neues Problem für den deutschen Handel:Die Lieferprobleme wachsen.

Steffen Gerth, Nürnberg

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Steffen Gerth
Geschrieben vonSteffen Gerth

Redakteur Der Handel und etailment

Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.

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