Verbraucher rutschen tiefer in die Schulden

Verbraucher rutschen tiefer in die Schulden

Ökonomen jubeln über das Abklingen der Wirtschaftskrise. Doch für die Verbraucher kommt das dicke Ende noch. Die Verschuldung der privaten Haushalte wird zunehmen, sagen Forscher voraus.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit sind demnach die häufigsten Auslöser für Überschuldung, gefolgt von Trennung und Scheidung. In Deutschland sind rund acht Prozent der Haushalte überschuldet, so dass sie ihre laufenden finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen können. Das sind 3,3 Millionen Haushalte, die zusammen rund 120 Milliarden Euro Schulden aufgehäuft haben, oder 33.338 Euro je Haushalt.

"Selbstständigkeit lohnt sich nicht"

Zu den großen finanziellen Risiken zählen die IFF-Experten nun auch einen missglückten Start in die Selbstständigkeit. Dabei handelt es sich um gescheiterte Unternehmensgründer ebenso wie um Scheinselbstständige, die ihren einzigen Auftraggeber verlieren.

"Selbstständigkeit lohnt sich nicht in Deutschland, viel zu riskant", sagte IFF-Direktor Professor Udo Reifner. Die Selbstständigen haben im Durchschnitt fast 90.000 Euro Schulden. Nur wenige Haushalte haben nach Darstellung des IFF ihre prekäre Lage selbst herbeigeführt.

Kein Wissen über Geldanlegenheiten

Überzogenes Konsumverhalten oder unwirtschaftliche Haushaltsführung stehen bei den Ursachen für Überschuldung weit unten. Hauptgrund für Schulden ist ein niedriges Einkommen; acht von zehn überschuldeten Haushalten sind arm und verdienen weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens.

Als vorbeugende Maßnahme gegen Überschuldung empfehlen die Experten vor allem mehr Grundwissen über Geldangelegenheiten. "Die finanzielle Bildung in Schulen muss ausgebaut werden", sagte Professor Michael-Burkhard Piorkowsky, Vorstand der Stiftung "Deutschland im Plus". Bislang seien die schulischen Angebote völlig unterschiedlich und in aller Regel unzureichend.

Kritik an den Banken

Verbraucherschützer wollen aber auch Banken und den Handel in die Pflicht nehmen, die häufig zu leichtfertig Konsumentenkredite vergeben und damit die Probleme verschärfen. "Keine verschleierten Kosten, keine übertriebene Werbung - da fängt die Verantwortung an", sagte Hjördis Christiansen von der Verbraucherzentrale Hamburg.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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