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Verbraucherzentrale fordert Gütesiegel für Fleisch
2015 wurde in deutschen Schlachthöfen so viel Fleisch hergestellt, wie nie zuvor. Der Chef der Verbraucherzentrale fordert nun, dass dieses Fleisch eine qualitative Kennzeichnung bekommen soll. Ähnlich wie bei Eiern.
Müller forderte zudem ein staatliches Tierschutzlabel, um das Vertrauen auf Käuferseite zu stärken. "Die deutschen Verbraucher zahlen für Fleisch vor allem dann mehr Geld, wenn sie sicher gehen können, eine bessere Qualität zu erhalten", sagte er der Zeitung. Bei der bestehenden "Initiative Tierwohl" von Landwirten, Lebensmitteleinzelhandel und Fleischindustrie sei das aber nicht möglich. "Die Verbraucher haben nicht die Sicherheit, ein Stück Fleisch von einem Tier essen zu können, dessen Leben vorher in Ordnung war", sagte Müller.
Bei der "Initiative Tierwohl" erhalten freiwillig teilnehmende Bauern für zusätzliche Leistungen wie mehr Platz im Stall, mehr Tageslicht oder artgerechtere Trinkmöglichkeiten Geld aus einem Fonds. Das soll auf breiter Front Anreize für die Steigerung des Tierwohls geben. Laut Statistischem Bundesamt wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 8,22 Millionen Tonnen Fleisch geschlachtet, das ist ein neuer Höchstwert. Zwar sank der Verbrauch hierzulande, doch die Nachfrage im Ausland hat die Fleischproduktion getrieben. Vor allem China ist großer Importeur von deutschen Schweinefleisch.
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.