Verdi gegen längere Ladenöffnungszeiten

Verdi gegen längere Ladenöffnungszeiten

Immer wieder kommt die Diskussion um längere Ladenöffnungszeiten hoch. Handelsverband und Gewerkschaft liegen dabei erwartungsgemäß deutlich auseinander. Doch es gibt nicht nur Kritik von der Gewerkschaft. Aktualisiert

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Der Präsident des HDE, Josef Sanktjohanser, hatte vorgeschlagen, Läden sollten überall in Deutschland an Werktagen uneingeschränkt öffnen dürfen. "Händler sollen frei entscheiden können, wann es für sie sinnvoll ist, ihre Produkte anzubieten." An touristischen Orten oder in Pendlerstädten könne das auch am späten Abend sein.

Die demografische Entwicklung und die Digitalisierung verändere die Branche. Bei vielen Händlern sinke daher die Kundenfrequenz, erklärte Sanktjohanser. "Wir brauchen deshalb neue Rahmenbedingungen und auch ein Stück mehr Fairness im Wettbewerb zwischen On- und Offline-Handel."

Nutzenberger dagegen sagte voraus, flexiblere Öffnungszeiten würden den Verdrängungswettbewerb im stationären Handel weiter befeuern. "Denn Geld geben die Kunden nur einmal aus."

Selbstständige in Bayern sind gegen den HDE-Vorschlag

Derzeit sind die Ladenöffnungszeiten in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. An Sonn- und Feiertagen dürfen nur bestimmte Geschäfte wie etwa an Bahnhöfen oder Flughäfen öffnen.
Werktags allerdings gibt es in vielen Ländern - beispielsweise in Berlin oder Baden-Württemberg - schon jetzt keine Beschränkung. Es darf rund um die Uhr verkauft werden. In Bayern und im Saarland dagegen ist um 20 Uhr Schluss.

Der Bund der Selbstständigen - Gewerbeverband Bayern lehnte den HDE-Vorschlag ab. Längere Öffnungszeiten seien eine Zumutung für die Inhaber mittelständischer Familienbetriebe und ihre Beschäftigten. Andere Bundesländer hätten die Erfahrung gemacht, dass die Umsätze durch längere Verkaufszeiten nicht stiegen.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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