
Verdi: IhrPlatz-Betriebsratsvorsitzender ist unfähig
Bei der insolventen Schlecker-Tochter IhrPlatz gibt es Streit unter den Arbeitnehmervertretern. Verdi will den Betriebsratsvorsitzenden so schnell wie möglich entmachten.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentVersammlung zu teuer?
Stattdessen verzichtete der Betriebsratsvorsitzende auf die Versammlung mit der Begründung, dass diese erhebliche Kosten und damit eine Reduzierung der Masse im Insolvenzverfahren zur Folge gehabt hätte. "Dies könnte wiederum das Zustandekommen der vom Betriebsrat geforderten Transfergesellschaft gefährden", zitiert die "Neue Osnabrücker Zeitung" aus dem Schreiben des Vorsitzenden an Verdi.
Die Gewerkschafterin Preusser bezeichnete dieses Argument als "lächerlich". Sie bezieht sich auf das Betriebsverfassungsgesetz und besteht auf eine Versammlung für die Beschäftigten. "Die Leute wissen gar nicht, was los ist", sagte sie.
Auf Anfrage von derhandel.de berichtete Preusser, dass sich IhrPlatz-Mitarbeiter beklagen würden, vom Betriebsratsvorsitzenden in letzter Zeit regelrecht abgewimmelt worden seien. Sie selber kenne den Mann nicht, "er ist ein Phänomen", bezeichnet sie dessen Arbeitsweise. Der Antrag auf seine Amtsenthebung sei 12.15 Uhr per Einstweiliger Verfügung eingereicht worden, so dass ihm noch diese Woche stattgegeben werden könnte.
Der Vorsitzende ist überrascht
Betriebsratsvorsitzende Thomas Kruse zeigte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd von den Anwürfen überrascht: "Ich kann das gar nicht erklären. Ich habe keine Nachricht davon", lautete seine Reaktion.
Zuletzt hatte der Textildiscounter NKD 30 Filialen von IhrPlatz übernommen, davor konnte Insolvenzverwalter Werner Schneider einen Kaufvertrag mit dem Drogeriefilialisten Rossmann über weitere 104 Märkte der Tochter des insolventen Schleckerkonzerns abschließen. Auch Kik und Tedi hatten schon zugegriffen.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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