
Verdi von neuen Streichungsplänen bei Karstadt irritiert
Der Abbau von 2.000 Arbeitsplätzen bei Karstadt sorgt für heftige Diskussionen. Während das Management beruhigen will, ist Verdi mehr denn je alarmiert. Hintergrund sind neue Äußerungen des Personalchefs.
Thomas RehmRedakteur"Wir denken auch an Transfergesellschaften"
Der Manager hatte in dem Interview zwar betont, der Personalabbau solle sozialverträglich erfolgen. Wenn das nicht genüge, "würden wir beispielsweise auch an Transfergesellschaften denken" und hinzugefügt: "Wir werden keine Rasenmäher-Methoden anwenden." Betriebsbedingte Kündigungen wollte der Manager dem Blatt zufolge aber nicht ausschließen.
Verdi zeigte sich verwundert: "Das widerspricht eindeutig der Ankündigung, weil sie ausschließlich auf das Nichtverlängern befristeter Verträge, auf Frühpensionierung und auf freiwilliges Ausscheiden setzt", sagte Verdi-Sprecher Christoph Schmitz am Sonntag der dpa. Verdi wolle alles unternehmen, dass es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen komme.
Der Stellenabbau soll nach Angaben des Unternehmens bis Ende 2014 in zwei Phasen erfolgen. Das Unternehmen hatte am Montag mitgeteilt, dass 2.000 der 25.000 Karstadt-Stellen bis 2014 abgebaut werden sollen.
Verdi von neuen Ankündigungen irritiert
Die Gewerkschaft hatte jüngst vorgerechnet, dass angesichts vieler Teilzeitbeschäftigen bei Karstadt und einschließlich bereits zuvor angekündigter Stellenstreichungen insgesamt 4.000 Mitarbeiter von den Plänen betroffen sein könnten.
Weitz wies den Vorwurf von Verdi zurück, die Pläne seien ein reines Sparprogramm: "Es gibt Prozess- und Strukturverbesserungen, die jedes Handelsunternehmen angehen muss und die Auswirkungen auf den Personaleinsatz haben", sagte er. Das sei ein "kein Hexenwerk und kein Kahlschlag, sondern ein normaler Vorgang".
Karstadt war 2009 in die Insolvenz gerutscht und dann ein Jahr später von dem Investor Nicolas Berggruen übernommen worden. Zur Rettung des Unternehmens hatten die Karstadt-Mitarbeiter zeitlich befristete Kürzungen beim Gehalt in Kauf genommen, die Vermieter der Häuser stimmten Mietsenkungen zu. Der Sanierungstarifvertrag läuft nun Ende August 2012 aus, dann wird Karstadt wieder zum Flächentarifvertrag des Einzelhandels zurückkehren.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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