Versandbuchhändler setzen auf E-Books und iPad

Versandbuchhändler setzen auf E-Books und iPad

Die deutschen Versandbuchhändler möchten mit dem Verkauf von elektronischen Büchern in den nächsten Jahren ein Umsatzplus erzielen. Gleichzeitig fürchten sie neue, mächtige Konkurrenten.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Die Branche erwartet Umsatzsprünge wie zuvor beim Aufkommen des Onlinehandels. Dieser mache mittlerweile Zweidrittel des Buchversandmarktes aus, erklärte Russ. Bislang habe ein "hippes Abspielgerät" gefehlt. Mit dem iPad des Elektronikkonzerns Apple kommt nach Russ' Meinung nun der Durchbruch im E-Book-Geschäft.

Diesem Durchbruch sieht Russ allerdings mit gemischten Gefühlen entgegen: "Das E-Book ist Chance und Herausforderung zugleich". Denn die Händler würden neue Wettbewerber bekommen, die nichts mit dem klassischen Versandhandel zu tun haben. Dazu hätten diese Unternehmen eine enorme Finanz- und Datenmacht hinter sich.

Internethandel wächst nur einstellig

Laut einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsunternehmens Forsa ist jeder vierte Deutsche am Kauf des Tablet-Computers iPad interessiert.

Verbandschef Russ rechnet nicht nur mit Apple und Google als neue Konkurrenten. Er kann sich auch vorstellen, dass etwa das Online-Netzwerk Facebook in den Handel einsteigt. So hat Google vor zwei Wochen angekündigt, ab Sommer elektronische Bücher zu verkaufen.

Der Umsatz der Versandbuchhändler hat im Geschäftsjahr 2009 um 2,3 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro zugelegt. Ohne das Sorgenkind Buchclubs stiegen die Erlöse sogar um 5,1 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro an.

Der Handel mit neuen und gebrauchten Büchern im Internet wuchs erneut nur einstellig und zwar um sieben Prozent auf 828 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatte der Onlinehandel erstmals seit Beginn des Verkaufs über das Internet vor etwa zehn Jahren nur einstellig zugelegt.

Mit dem traditionellen Versandhandel - dem Kataloggeschäft - erzielten die Händler Erlöse von 484,5 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von immerhin zwei Prozent.

Kauflust geht seit Mai zurück

In den ersten drei Monaten des aktuellen Geschäftsjahres profitierten die Versandbuchhändler nach Russ' Angaben von Schnee und Eis. Die Leute seien nicht in die Stadt gegangenen, um Bücher zu kaufen.

Seit Mai spürten die Versandhändler jedoch eine Kaufzurückhaltung. "Jetzt kommt ein Schnitt", sagte Russ. Die Leute seien durch die Griechenland-Krise und die Diskussionen um die Stabilität des Euros verunsichert. Wenn das Jahr normal verläuft, rechnet die Branche mit Stagnation im traditionellen Handel und mit einem ähnlichen Anstieg des Umsatzes im Onlinehandel wie 2009.

Im 1901 gegründeten Bundesverband der Deutschen Versandbuchhändler sind 155 Buchhandelsunternehmen und 59 Verlage vertreten.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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