Wahl-Werbung im Supermarktregal

Wahl-Werbung im Supermarktregal

In den Wochen vor der Bundestagswahl werben viele Unternehmen mit spielerischen Angeboten ganz nach dem Vorbild der Politik. Doch bei Werbung mit politischer Note ist Sensibilität gefragt.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Dabei dient der Urnengang für das deutsche Parlament als ein allseits bekannter Anlass wie Weihnachten oder die Fußball-WM. Doch bei Werbung mit politischer Note ist Sensibilität gefragt.

Verkäuferinnen als Wahlhelfer

Für Wahl-Aktionen haben manche Firmen und ihre Agenturen gleich eine Fülle von Programmpunkten erdacht. Die Molkerei Bauer stellt mehr als 30 Geschmacksvarianten eines Fruchtjoghurt-Bechers zur Abstimmung und bietet neben einem Onlinevotum auch „Briefwahl" per Post. Eine Internetseite verspricht dazu „aktuelle Hochrechnungen".

Eine Bäckereikette machte Filialen zu „Wahlbüros" und Verkäuferinnen zu „Wahlhelfern" für den Aufruf „Wähl den Bundeskampsler!" - mit „Spitzenkandidaten" namens Streuseltaler oder Korneck.

Der Hersteller Melitta plakatiert für ein Kaffeepad-Sortiment zum Beispiel „Unser Wahlkampfmotto: Aufstehen muss sich wieder lohnen!" und sammelt Bewerbungen um fiktive Ministerposten.

Werbung mit Augenzwinkern

„Wir nutzen das Thema Wahl, um mit einer witzigen Kampagne auf das Angebot aufmerksam zu machen", sagt eine Unternehmenssprecherin bei Melitta. Ein verbindendes Element dabei sei, dass man sich zwischen verschiedenen Geschmacksrichtungen entscheiden könne.

Mit einer „humoristisch-satirischen" Aktion schaltete sich auch der Konkurrent Tchibo in den Wahlkampf ein - und zeigte in einer Anzeige unter der Überschrift „Unser Konjunkturpaket" die realen Hauptkontrahenten Angela Merkel (CDU) und Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit einer Kaffee-Großpackung für 6,98 Euro. Die einmalige Aktion sei „ein kleiner Spaß mit Augenzwinkern" gewesen, erläutert ein Sprecher.

Distanz zu den Parteien nötig

„Werbung muss aktuell sein", sagt Volker Nickel, Sprecher des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft. Auch eine Anspielung auf die Bundestagswahl könne helfen, Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Doch diese Art von Webung „ist mit dem Risiko verbunden, dass es parteipolitisch zugeordnet werden könnte." Um keine Missverständnisse zu erzeugen, seien solche Aktionen daher meist humorvoll und strikt positiv angelegt, sagt Nickel.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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