
Warenschwund steigt weiter an
Die Zahl der Ladendiebstähle hat weltweit zugenommen. In Deutschland stieg die Schwundrate zum zweiten Mal in Folge. Dabei entstehen Milliardenverluste für den Handel.
Thomas RehmRedakteurUnehrliche Kunden als Hauptursache
Während in Nord- und Lateinamerika der Diebstahl durch Mitarbeiter den größten Anteil am Warenschwund hat, lassen in Europa vor allem Kunden illegal Waren mitgehen - darunter sind von Gelegenheitsdieben bis zu organisierten Banden.
In Deutschland sind Kunden insgesamt für 53,2 Prozent des Schadens durch Diebstahl verantwortlich, gefolgt von Mitarbeitern (26,9 Prozent), internen Fehlern (13,9 Prozent) und Lieferanten (6 Prozent).
Im europäischen Vergleich stehen Deutschlands Ladendiebe damit auf Platz drei: Lediglich in Österreich und Griechenland haben unehrliche Kunden einen noch größeren Anteil am Warenschwund.
Spirituosen und Kosmetik führen die Hitliste
Zu den meistgeklauten Waren gehören Weine und Spirituosen, Kosmetik, Damenbekleidung, Parfum, Rasierklingen, DVDs und Videospiele sowie hochpreisige Lebensmittel. Heiß begehrt sind unter Langfingern vor allem neu eingeführte Artikel.
Dank Sicherungsmaßnahmen und verbesserter Prozesse fassten Einzelhändler in Europa im letzten Jahr bereits insgesamt 2,8 Millionen Diebe. Rund 97 Prozent der gefassten Täter waren Kunden, 3 Prozent Mitarbeiter.
Ausgleich für Jobverlust
„Die Menschen sind einen bestimmten Lifestyle gewöhnt, den sie auch dann halten wollen, wenn sie ihren Job verlieren oder infolge einer Rezession weniger Geld zur Verfügung haben", sagt Per Levin, Präsident von Checkpoint Systems. Der Sicherheitsanbieter sponserte die Studie.
Hauptmethode im Kampf gegen Langfinger ist die elektronische Artikelsicherung (EAS). Weltweit wird sie bei 38,3 Prozent der 50 am häufigsten gestohlenen Produktlinien eingesetzt.
Das Globale Diebstahlbarometer ist eine jährliche Studie des Centre for Retail Research in Nottingham (Großbritannien) und basiert auf einer anonymen Befragung von 920 Einzelhändlern weltweit.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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