
Warum Media-Saturn 2012 zu den Gewinnern gehört - auch im E-Commerce
Bevor nun alle angesichts der Umsatzzahlen für 2012 über Media-Saturn lästern, Metro könne eben nicht online, einmal ein anderer Blick auf die Dinge. Im Grunde haben sich Media-Markt, Saturn und Redcoon nämlich wacker geschlagen. Auch im E-Commerce. Doch dazu sollte man einen Blick auf ein paar Zahlen werfen.
Im Grunde haben sich Media-Markt, Saturn und Redcoon nämlich wacker geschlagen. Auch im E-Commerce. Doch dazu sollte man einen Blick auf ein paar Zahlen werfen.
Flächenbereinigt hat Media-Saturn ein Plus von 3% erreicht. Insgesamt stieg der Umsatz um 1,8% auf 21 Mrd Euro. Das kann sich sehen lassen. Dafür wird keiner gefeuert, aber auch keiner befördert.
Online sind es 800 Millionen Euro. Das klingt wenig. Aber man hat ja auch quasi bei null angefangen. Da ist denn auch der E-Commere-Anteil von vier Prozent am Gesamtumsatz schon ein ordentlichen Ergebnis. Die selbstbeweihräucherte Umsatzverdopplung indes ist - wie so manches bei den Elektronikriesen - eher Blendwerk. Aus einer kleinen Excel-Unebenheit kann man leicht einen Powerpoint-Hügel formen.
Ein Berg ist es noch nicht geworden. Macht nichts. Denn das Erreichte hat Media-Saturn (zumindest bis Ende November) mit deutlich niedrigeren Marketingkosten als im Vorjahr bewerkstelligt.
315 Millionen Euro gab die Media-Saturn-Holding bis Ende November* laut Nielsen brutto für die Kommunikation above the line aus. Das sind rund 14 Prozent weniger als im Vorjahr. Weniger Kosten, mehr Effizienz. Da hat das Wachstum gleich ein anderes Gewicht.
Media-Markt und Saturn streichen die Werbeausgaben massiv zusammen
Schaut man sich einzelne Linien an, wird der Sparkurs nochmals deutlicher.
Media-Markt gab für TV, Print, Internet, Radio und Co bis Ende November 210 Millionen Euro aus. Soviel wie keine andere Marke. Trotz eines Minus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Saturn steckte 96 Millionen in die Kommunikation. Minus 27,9 Prozent.
Redcoon? Startete kommunikativ erst im November durch. Von einem zweistelligen Millionenetat für die gesamte Kommunikationsoffensive ist die Rede.
Und in den Kanälen?Wie sieht es da bei Media-Saturn aus?
Beispiel TV: 101 Millionen Euro gingen in den Kanal. Eingespart 23 Millionen Euro. Redcoon machte dort ja erst im November überhaupt auf sich aufmerksam.
Beispiel Tageszeitungen: 122 Milllionen landeten dort. 23 Millionen wurden gestrichen. Auch bei Publikumszeitschriften wurden die Etats geküzt.
Online indes investierte Media-Saturn bis Ende November 38 Millionen. 11 Millionen mehr als im Vorjahr. Für ein massives Wachstum reicht Online-Werbung eben nicht.
Quelle: Metro * Update: Nielsen hat die Zahlen des Werbemarkt für 2012 soeben vorgelegt. Danach lag der Brutto-Werbetat von Media-Saturn 2012 bei 371 Mio Euro. Ein Minus von 9,7 Prozent. Ingesamt hat Media-Saturn laut Nielsen im Dezember rund 48 Mio Euro locker gemacht.
Den Etat für das Gesamtjahr von Media-Markt beziffert Nielsen mit 240 Mio ( minus 2,7 %) und für Saturn mit 111 Mio Euro (-25,8). Media-Markt investierte im Dezember brutto 33 Mio. Saturn 14 Mio.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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