
Weihnachten 2015: Mehr Gutscheine, mehr Kleidung - mehr online
Die gute Konsumlaune der Deutschen hält auch zum Jahresende an. Denn für Weihnachtsgeschenke wollen die Konsumenten so viel ausgeben wie lange nicht mehr.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentGutscheine, Kleidung, Bücher
Wichtig für den Handel: Die Kunden wollen laut E&Y-Studie am meisten für Gutscheine ausgeben. Bei 45 Euro liegt der durschnittliche Betrag, das sind 35 Euro mehr als vor dem Fest 2014. Auch Kleidung als Geschenk steht auf der Einkaufsliste oben, 31 Euro wollen die Konsumenten dafür investieren, 24 Euro waren es noch im Vorjahr. Im Schnitt 29 Euro werden vorraussichtlich für Bücher und E-Books ausgeben, das ist ebenfalls eine Steigerung, in dem Fall um acht Euro.
Gegen den Trend leicht rückläufig sind hingegen die Budgets für Süßigkeiten und Lebensmittelgeschenke, für die die Deutschen 14 Euro einplanen, zwei Euro weniger als 2014.
Frauen sind ausgabefreudiger
Frauen sind in diesem Jahr besonders konsumfreudig, sagt E&Y vorher: Durchschnittlich wollen sie 264 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben, deutlich mehr als im Vorjahr (209 Euro) und mehr als Männer (252 Euro).
Während Frauen überdurchschnittlich viel Geld für Gutscheine (51 Euro, Männer: 37 Euro) und Bücher (32 Euro, Männer 25 Euro) ausgeben, investieren Männer überdurchschnittlich viel Geld in Unterhaltungselektronik (27 Euro, Frauen: 16 Euro) und Schmuck (15 Euro, Frauen: 11 Euro).
Der Fachhandel verliert Jahr für Jahr
Und wo wird gekauft? Jeder dritte Euro wird im Fachhandel gelassen. Das war schon mehr, im Jahr 2012 landete gar noch die Hälfte der Budgets in den Fachgeschäften. Heute ist der Onlinehandel der große Gewinner - 55 Euro im Schnitt wollen die Deutschen für den Interneteinkauf ausgeben, 15 Euro mehr als 2014. Aber: Die Warenhäuser und Einkaufszentren erleben eine neue Beliebtheit. Denn im Schnitt werden hier für 91 Euro Geschenke gekauft - im Vorjahr waren es nur 65 Euro. Freilich stellt E&Y hier keine genauere Unterscheidng an, wieviel Geld letztlich bei Karstadt oder Kaufhof oder in einem Center landet.
Dafür gibt es Auskünfte über das Einkaufsverhalten. Demnach holen sich 20 Prozent der Konsumenten Ideen im Internet, jeder Dritte vertraut Empfehlungen von Bekannten, auch in den Sozialen Netzwerken. Das heißt: Multichannelanbieter haben die besseren Chancen auf gute Umsätze. Für die repräsentative Studie hat Ernst & Young 1.500 Verbraucher befragt.
Der Handelsverband Deutschland stellt seine Weihnachtsprognose am 11. November vor.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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