
Weinkonsum geht zurück
Die deutschen Winzer haben im vergangenen Jahr weniger Wein abgesetzt - und dennoch mehr Umsatz gemacht. Platzhirsche auf dem Markt der edlen Tropfen sind nach wie vor die heimischen Erzeuger.
Thomas RehmRedakteurWeinabsatz rückläufig
Der Umsatz mit Wein in Deutschland legte demnach leicht um 1,2 Prozent zu. Hier werden alle Verkäufe im Lebensmittelhandel, beim Discounter, im Fachhandel und beim Winzer gezählt. Bereits 2008 und 2007 war im Vergleich zum Vorjahr 2,2 Prozent beziehungsweise 1,2 Prozent mehr umgesetzt worden.
Der Absatz auf dem deutschen Weinmarkt schrumpfte im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent. Laut DWI schwächelten die Weine aus deutschen Anbaugebieten sogar deutlicher - mit einem Minus von 4,5 Prozent.
Weinpreise ziehen an
"Die heimischen Weine wurden im Lebensmittelhandel im Schnitt zu einem Preis von 2,81 Euro je Liter angeboten, was einer Steigerung von 14 Cent entspricht. Im Direkteinkauf beim Winzer und im Fachhandel liegen wir mittlerweile bei 5,65 Euro je Liter", erklärte Reule.
Bei einem Marktanteil von 54 Prozent am gesamtdeutschen Weinumsatz und 48 Prozent an der verkauften Weinmenge bleiben die deutschen Erzeuger trotz eines Rückgangs von jeweils einem Prozentpunkt mit Abstand Marktführer. An zweiter und dritter Stelle der Ursprungsländer stehen Frankreich und Italien, beide mit jeweils 13 Prozent Marktanteil am Umsatz und Absatz.
Der Rotwein-Boom der vergangenen Jahre scheint sich nach Einschätzung des DWI allmählich abzuschwächen. Es wurde zwar 2009 mit einem Anteil von 51 Prozent am Gesamtabsatz immer noch mehr Rot- als Weißwein eingekauft. Der Rotweinanteil ging allerdings um zwei Prozent zugunsten des Weißweinkonsums zurück.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
Alle Beiträge