
Weltbild setzt auf den Multichannel-Vertrieb
Die Weltbild-Gruppe konnte ihre Umsätze im vergangenen Jahr dank des Internethandel leicht ausbauen. Nur noch die Hälfte der Erlöse erzielt der Buchhändler in seinen 500 Filialen.
David WöllensteinRedakteurMultichannel-Anbieter im Buchhandel
Nach einem Jahr großer Investitionen und Restrukturierungsmaßnahmen erzielt der Buch- und Medienhändler inzwischen 50 Prozent seiner Umsätze im Filialhandel, 30 Prozent im Internet und nur noch 20 Prozent im klassischen Versandhandel. Die Verlagsgruppe Weltbild ist mit einem flächendeckenden Netz von knapp 500 Filialen und einem starken Internetwachstum das führende Unternehmen im deutschsprachigen Buch- und Medienhandel.
Die Marktposition im Buchhandel konnte Weltbild erfolgreich weiter ausbauen. Mit 18 Prozent Marktanteil laut GfK (Stationär- und Versandhandel) wird inzwischen nahezu jedes fünfte Buch im populären Buchmarkt in Deutschland über den Konzern verkauft.
„Die Zukunft gehört dem Multichannel-Handel", unterstreicht Carel Halff, Vorsitzender der Weltbild-Geschäftsführung, den entscheidenden Vorteil des Weltbild-Geschäftsmodells.
Führender Anbieter von eBooks
Das Unternehmen hat sich früh im Bereich von eBooks, digitalisierten Büchern und Lesegeräten, engagiert und bereits im April 2009 einen eigenen eBook-Shop eröffnet. Mit rund 15.000 verkauften eBook-Readern konnte sich Weltbild nach eigenen Angaben als führender Anbieter in diesem jungen Marktsegment positionieren. „Weltbild beobachtet den Markt sehr aufmerksam und erwartet hier in den nächsten Jahren großes Wachstumspotenzial", erklärte Hallf bei der Vorstellung der Bilanz.
Weltbild, das im Besitz von 14 katholischen Diözesen ist, ist nach eigenen Angaben Deutschlands größter Buchhändler und hinter Amazon zweitgrößter Online-Buchhändler. Das Unternehmen beschäftigt nach einem kräftigen Personalabbau und einem Umbau noch rund 6.500 Mitarbeiter, darunter etwa 1.800 am Stammsitz in Augsburg.
dpa, DH

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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