
Weltbild verkauft bol.com
Die Verlagsgruppe Weltbild hat ihre Anteile am niederländischen Internetshop bol.com verkauft. Mit dem Erlös soll die eigene Neuausrichtung vorangetrieben werden.
Finanzspritze für Neuausrichtung
Im Rahmen einer Restrukturierung wollen die Augsburger Organisation, Abläufe und Zuständigkeiten überprüfen und neu ausrichten. "Der erfolgreiche Verkauf der Finanzbeteiligung bol.com stärkt Weltbild bei dieser Neuausrichtung", ist Klaus Donaubauer, Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens, überzeugt.
Die Pläne der Gesellschafter für einen Verkauf der Verlagsgruppe Weltbild seien vorerst auf Eis gelegt: "Vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise ist eine Veränderung der Gesellschafterstruktur zu angemessenen Bedingungen derzeit nicht realistisch", teilt Donaubauer mit. "Den Gesellschaftern ist daran gelegen, dass sich das Unternehmen mit ganzer Kraft auf seine wirtschaftliche Stärkung konzentrieren kann."
Marktführer in den Niederlanden
Das Portal bol.com ist mit einem Umsatz von 224 Millionen Euro im Jahr 2008 und rund zwei Millionen Kunden nach eigenen Angaben in den Niederlanden Marktführer im Internethandel mit Medien. 2003 hatten Weltbild, Holtzbrinck Networks und der T-Online Venture Funds das Unternehmen von Bertelsmann übernommen. T-Online verkaufte Ende 2006 seine Anteile an die beiden anderen Gesellschafter. Sitz des Unternehmens ist Nieuwegein.
Die Verlagsgruppe Weltbild schloss das Geschäftsjahr 2007/08 mit einem Umsatz von 1,94 Milliarden Euro ab. Weltbild.de war im Jahr 2008 nach einem Ranking der Gesellschaft für Konsumforschung mit 5,2 Millionen Online-Käufern die Nummer Fünf deutscher Internet-Shops. Das Medienhandels- und Internetunternehmen beschäftigt 7.400 Mitarbeiter, darunter 1.900 am Stammsitz in Augsburg.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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