
Weniger Deoroller, mehr Medizin
Gesundheit statt Körperpflege: Gesundheitsminister Rösler will die Apotheken dazu verdonnern, den Umfang ihrer Drogerieartikel zu reduzieren. Der Apothekerverband nennt das Vorhaben "unsinnig".
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentNur noch unmittelbar für die Gesundheit
Die noch als Arbeitspapier deklarierten Pläne sehen demnach vor, in der Apotheke ausgereichten Mittel, Gegenstände und Informationsträger seien "auf das notwendige Maß" einzuschränken, "um einer ausufernden Auslegung ihrer Apothekenüblichkeit Einhalt zu gebieten".
So soll der Verkauf der Produkte künftig nur noch "unmittelbar" (und nicht nur wie heute mittelbar) einem Zweck dienen: der Gesundheit der Patienten. Ernährungs- oder Gesundheitsberatungen oder Vorsorgeangebote seien von dieser strengen Trennung ausgenommen.
5 Prozent vom Jahresumsatz
Der Apothekerverband ABDA kritisierte diese Ideen. "So richtig es ist, Mindeststandards für eine hochwertige Arzneimittelversorgung über Apotheken zu definieren, so unsinnig sind Regelungen, die ein Übermaß an Bürokratie erzeugen", teilt der Verband mit. "Die Sicherheit und Qualität der Versorgung werden nicht daran hängen, ob das Freiwahlsortiment 20, 30 oder 40 Prozent der Fläche umfasst."
Laut ABDA haben die deutschen Apotheken im Jahr 2009 rund 40 Milliarden Euro umgesetzt. Der Umsatz mit Nebenprodukten betrage rund 5 Prozent beziehungsweise zwei Milliarden Euro des Jahresumsatzes.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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