Werbekostenzuschüsse: Onlinehändler lassen Umsatz mutwillig brach liegen

Werbekostenzuschüsse: Onlinehändler lassen Umsatz mutwillig brach liegen

Werbekostenzuschüsse - im klassischen Handel ein Zauberwort, das zusammen mit Regalmiete und anderen Boni so manch einem Händler die schwarzen Zahlen sichert. Im Onlinehandel aber bleibt die Erlösquelle WKZ vielfach unerschlossen. 44 Prozent der Online-Shops lassen die Chance ungenutzt. Dabei gibt es Gelegenheiten genug, mehr als ein paar Cent zusätzlich zu verdienen.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Zusätzliche Erlöse durch Werbekostenzuschüsse (WKZ), Website- und Profildatenvermarktung sind neben dem Warenverkauf eine solide Einnahmequelle. Immerhin jeder zweite Online-Händler hat das erkannt. Vertriebsfördernde Maßnahmen über Werbekostenzuschüsse bieten 42 Prozent ihren Lieferanten an, ein Drittel vermarktet Unterseiten und Check-out-Bereiche des Webshops an Werbetreibende. Eine Monetarisierung von Kundenprofildaten, wie Amazon sie bietet, ermöglichen bislang gerade einmal 13 Prozent der Shops. Das belegt eine Umfrage des Anbieters für E-Commerce Profiltargeting KUPONA unter 102 Shop-Betreibern.

Umsatzbeitrag von unerfahrenen Shops gering eingeschätzt

Hauptgrund für die Teilung der Händler in Vermarkter und Nicht-Vermarkter ist Unerfahrenheit bei den Vermarktungschancen. Dadurch wird der Beitrag dieser Monetarisierungsansätze schnell unterschätzt. 59 Prozent der Befragten, die bislang keine zusätzlichen Erlösquellen nutzen, halten die Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis für unwichtig. Dies ist mitunter ein Trugschluss, denn jeder zweite Shop, der WKZ- oder Vermarktungsaktivitäten bereits anbietet, sieht sie als geschäftsrelevant an, ein Sechstel hält sie gar für unverzichtbar. Vier von zehn Befragten können den Beitrag zum Geschäftserfolg überhaupt nicht einschätzen.

Melanie Vogelbacher, Director Data Driven Advertising bei KUPONA, kritisiert: „Viele Händler unterschätzen das Vermarktungspotenzial ihres Webshops und natürlich das ihrer Profildaten enorm. Sie lassen Werbe- und Vertriebsbudgets links und rechts des Weges liegen.

Insbesondere die Vermarktung der Profildaten ist eine Option, die sich, anders als vielleicht erwartet, ohne großen Aufwand und gegen ein faires Budget realisieren lässt. Doch viele Shop-Betreiber befürchteten irrtümlicherweise einen Kontrollverlust über die Daten. „Eine Profildatenvermarktung über Dienstleister ist nicht nur rechts- und datensicher, sondern belässt die Datenhoheit auch beim Shop. Vorbehalte können durch entsprechende Verträge und Vereinbarungen entkräftet werden“, so Melanie Vogelbacher, Director Data Driven Advertising bei KUPONA.

Denn was viele Händler nicht wissen: Die Daten aus dem Online-Shop gehen nur anonymisiert an den Werbetreibenden, der dann Kunden nach ihren Kaufinteressen mit Anzeigen anspricht. Dabei sind Werbeformen denkbar, bei dem der Nutzer bei einem Klick auf die Werbemittel wieder im Shop landet, dann aber nur das zu bewerbende Sortiment der jeweiligen Marke zu sehen bekommt. Beim Kauf profitieren also sowohl die Marke als auch der Shop. Die Datenhoheit verbleibt beim Shop-Anbieter.

Chancen, die sich viele Händler auch weiter entgehen lassen wollen. Acht von zehn Unternehmen, die ihren Partnern diese Werbemöglichkeiten nicht bieten, werden dies auch im kommenden Jahr nicht tun. Das ist gut für die cleveren Händler: Ihnen bleibt mehr vom Werbekuchen und auch jenseits der Daten eine Reihe von Optionen (siehe Grafik) mit dem Werbepartnern zusätzliche Einnahmen zu generieren.


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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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