
Wie der Autohandel im E-Commerce Spur halten kann
Ein paar PS bringen die Autobauer im Onlinehandel zwar hin und wieder auf die Straße. Doch noch tut vor allem der Autohandel vor Ort so, als sei das Internet gerade erst erfunden worden und könne dem eigenen Geschäft nur wenig anhaben. Dabei sollten die deutschen Autohäuser alarmierende Zahlen aufschrecken: Von heute 7.800 Autohändlern werden laut einer Studie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) im Jahr 2020 nur noch etwa 4.500 existieren.
Ein paar PS bringen die Autobauer im Onlinehandel zwar hin und wieder auf die Straße. Doch noch tut vor allem der Autohandel vor Ort so, als sei das Internet gerade erst erfunden worden und könne dem eigenen Geschäft nur wenig anhaben. Dabei sollten die deutschen Autohäuser alarmierende Zahlen aufschrecken: Von heute 7.800 Autohändlern werden laut einer Studie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) im Jahr 2020 nur noch etwa 4.500 existieren.
Natürlich gibt es die Autobauer, die sich beizeiten auf eine sich wandelnde Kundschaft einstellen. Ford, Peugeot, Citroën, Fiat und Renault, aber auch BMW und Daimler und andere sind mit einigen Modellen in einigen Ländern bereits in den Direktverkauf im Web eingestiegen. Auch in Deutschland. Opel verkaufte den auf 750 Exemplare limitierten "Opel Adam Tchibo Edition" sogar beim Kaffeehändler.
Doch der klassische Autohändler sieht das Internet weiter eher im Auto statt im Laden. "Mit einer wachsenden Bedeutung der Online-Angebote im Markt sollten aber auch die vielfältigen Möglichkeiten, vom Sofortkauf im eigenen Onlineshop und bundesweitem Lieferservice über Augmented Reality bis hin zum Ausbau der Services genutzt werden", mahnt Rainer Hofmann, Leiter der Kompetenzgruppe E-Commerce, im eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft.
Machbar ist das: So bietet der Mercedes-Händler Beresa auf seiner Website eine Sofortkauf-Funktion inklusive bundesweitem Lieferservice an und erklärt das Konzept seinen Kunden sogar per Video bei Youtube.
Eine weitere Möglichkeit, die Online- mit der Offlinewelt zu verknüpfen, ergibt sich bei den Autoteilen. Der Absatz von Zubehör und Ersatzteilen im Web boomt. Jeder vierte Autofahrer kauft Kfz-Teile inzwischen im Internet, sagt eine aktuelle Studie der Marktforscher von Puls. „Autohäuser müssen solche Angebote nach vorne treiben, um online und offline optimal zu verknüpfen. Dadurch eröffnen sich weitere Möglichkeiten, wie sie den Kunden auch künftig in ihre Service-Werkstatt bekommen“, meint Hofmann.
Das wäre ein Anfang.
Im Laden könnten die Händler den Kunden dann mit digitalen Lösungen begeistern.
Es geht aber auch, ohne dass der Schauraum gleich zum Showroom hochgerüstet werden muss. So zeigte Opel schon 2013 wie sich ein Magazin und Augmented-Reality-Anwendung im Laden zu einer noch recht bescheidenen dreidimensionale Wahrnehmung eines Auto verbinden lassen.
Sogar Ferrari stattet seine Verkäufer inzwischen mit Tablets aus, um das individuelle Modell nach allen Regeln der Kunst virtuell vorführen und modellieren zu können.
Audi geht derzeit sogar schon einen Schritt weiter: Kunden haben bei Audi-Händlern bald die Möglichkeit, ihr Wunschauto über eine Virtual Reality-Brille realitätsnah und lebensecht dreidimensional zu konfigurieren. Erste Händler sollen die neue Verkaufshilfe noch bis Ende 2015 erhalten. Fernziel der "Audi VR experience": Der Händler, der via Web-Chat oder mit Datenbrille zum Kunden nach Hause kommt. Konfiguriert wird das Traumauto dann einfach vom Sofa aus.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
Alle Beiträge