Doch kann es. PayPal ist Ebays Wachstumstreiber, was bei 30% Wachstum in 2013 und monatlich einer Million neuer Nutzer nicht verwundert. Investor Icahn will es von Ebay abspalten, weil der Marktplatz selbst schon lange nicht mehr mit der dynamischen Entwicklung seiner Tochter Schritt halten kann. Welcher Dynamik? Conversion, Mobile Payment, Banking, Mobile Wallet, Finanzsektoren und stationärer Handel, Kreditvergabe, Beacon, Smart TV, und und und.
PayPal tanzt auf allen Hochzeiten, und das meistens schon, bevor andere überhaupt bemerkt haben, dass dafür schon die Einladungen rausgegangen sind. Insofern teile ich auch das Fazit vom Kollegen Fuchs: PayPal ist auf dem Weg zur Weltherrschaft. Nur: Merken tut es keiner, denn ernstzunehmende Wettbewerber sind tatsächlich Mangelware.
Ein künftiger Logistikinkubator auf Basis der Kooperation mit "Beijing Post"? Warum nicht. Und hat Ebay nicht auch gerade auch "Shutl" gekauft? Da geht es doch auch um Geschwindigkeit entlang der Supply Chain.
"Ach, das ist doch übertrieben und überhaupt, das wird doch eh nicht skalieren: die Deutschen sind doch viel zu ängstlich, als dass sie online international einkaufen würden!"
Aha. Klingt nach einer gut abgehangenen Argumentation. Wir erinnern uns: 1994 war Amazon doof, da der Geruch von Büchern doch nur in der Buchhandlung zu riechen wäre, 1999 war "dieses Ebay" doof, weil "Menschen doch Sachen anfassen wollen, bevor sie sie kaufen", immer, dann war Kreditkartenzahlung im Internet zu unsicher, weswegen es keinen internationalen B2C-E-Commerce geben würde, niemals, dann war PayPal viel zu teuer, als das es sich jemals durchsetzen könnte, usw.
Der Cross-Border-Commerce kommt. Amazon "gewöhnt" die Verbraucher ebenfalls gerade daran. Zum einen dadurch, dass man mit seinem regulären Account europaweit bei Amazon einkaufen kann und zum anderen dadurch, dass Retouren mittlerweile zu Amazon Deutschland gesendet werden können. So, wie Kunden es in nationalen Geschäft gewohnt sind.
Und PayPal schafft per Kooperation in Fernost die Infrastruktur, internationales Online-Shopping auch außerhalb der EU noch attraktiver zu machen. Alibaba und Co wird das nicht verborgen bleiben...
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Redakteur
Karsten Werner ist Logistiker, Projektmanager und Dozent für berufliche Weiterbildung. Er beobachtet seit 2000 die Entwicklungen im E-Commerce. Neben seiner Neugierde an Supply Chains und Best Practices im Onlinehandel, bildeten die Empfehlungssysteme im Web 2.0 später einen weiteren Interessensschwerpunkt. Derzeit liegt sein Themenfokus auf den Geschäftsmodellen und Strategien in den Märkten für digitale Güter. Er schreibt außerdem für Netzwertig.com und twittert unter @KarstenWerner.
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