
Wieder wird der Ruf nach Staatshilfe für Schlecker laut
Die Idee, Schlecker auch mit Steuergeldern zu retten, ist nicht neu. Jetzt wird sie abermals diskutiert, denn der Betriebsrat des Unternehmens schreibt dem Drogeriediscounter eine "gesellschaftspolitische Notwendigkeit" zu.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentSchlecker hat im Januar Planinsolvenz angemeldet. Bei der Rettung der Drogeriekette drohen die Schließungen hunderter Filialen. Derzeit ist das Unternehmen noch an 6.000 Standorten präsent.
Letzte Ausfahrt Schlecker
In der Tat droht vielen kleinen Orten ohne Schlecker das Aus der letzten lokalen Einkaufsmöglichkeit. "Gerade im ländlichen Raum ist Schlecker für viele die letzte Einzelhandelshoffnung", sagte unlängst Norbert Portz vom Städte- und Gemeindetag. "Und wo die Lichter erstmal ausgegangen sind, wird das Rad schwer zurückzudrehen sein."
Die Bereitstellung von Fördergeldern, um Einkaufsmöglichkeiten in strukturschwachen Gebieten zu gewährleisten, ist nicht abwegig. So profitiert etwa der hessische Werra-Meißner-Kreis von einem Förderprojekt des Bundesministeriums für Verkehr und Stadtentwicklung. "Region heißt Zukunft" heißt dieses, und ohne dessen Gelder wäre beispielsweise ein kleines Einkaufszentrum im Dorf Datterode nicht möglich gewesen (siehe Der Handel 3/2011).
Ende Januar hatte der baden-württembergische Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid davon gesprochen, dass das Land mit einer Bürgschaft für Schlecker aushelfen könnte, sollte das Unternehmen tragfähiges Konzept vorlegen.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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