
Zeitenwende in Zuffenhausen
Der Porsche Cayenne steht häufig als Synonym für Sprit fressende Fahrzeuge am Umweltpranger. Eine Diesel-Variante soll den Geländewagen aus der Schusslinie bringen.
Björn BöerChefredakteurCayenne tragende Säule
Der schwere Geländewagen hat sich längst zur tragenden Säule des Geschäftes entwickelt. Jeder zweite neu zugelassene Porsche ist ein SUV. Das Segment wird allerdings mit einem Anteil von 77 Prozent von Dieselmotoren dominiert. „Diese hohe Nachfrage, die zunehmend wichtigere, soziale Akzeptanz und die in vielen Ländern geänderten Besteuerungsgrundlagen gaben den Ausschlag für die Entscheidung", erklärt der Baureihen-Verantwortliche Klaus-Gerhard Wolpert den Tabubruch.
Mit dem Sechszylinder-Diesel erreicht der Geländegänger einen Normverbrauchswert von 9,3 Litern auf 100 Kilometern und einen Schadstoffausstoß von 244 g/km. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 214 km/h - für Porsche-Fahrer zugeben kein Traumwert, doch dafür verkündet der Bordcomputer eine Reichweite von 1.000 Kilometer.
Den Sportwagen des Hauses bleibt der Paradigmenwechsel (zunächst) wohl erspart, doch für die für Sommer 2009 angekündigte, viertürige Coupé-Limousine Panamera ist ein Diesel ebenfalls denkbar.
Auch der Boxster wird sparsamer
Und die Schwaben bemühen sich in diesen Tagen nicht nur darum, dem Cayenne den übermäßigen Durst abzugewöhnen. Mit der Markteinführung des überarbeiteten Boxster am 14. Februar 2009 wird die Baureihen übergreifende Einführung der Benzin-Direkteinspritzer-Motoren abgeschlossen. Nach 911 samt Cabrio und Targa sowie Cayman verfügt nun auch der 1996 eingeführte Roadster über die neuste Antriebsgeneration, die bis zu 16 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen soll und bereits die EU 5-Abgasnorm erfüllt.
Aber Porsche wäre nicht Porsche, wenn das ganze nicht doch mit noch mehr Leistung einher ginge. So bietet der auf 2,9 Liter erweiterte Motor im Basis-Boxster 188 kW/255 PS und damit 15 Pferdestärken mehr als der bisherige 2,7-Liter. Der Boxster S verfügt nun über 228 kW/310 PS - macht 10 PS mehr. Den theoretischen Verbrauchsmix gibt Porsche mit 9,2 Liter für den mindestens 46.142 Euro teuren Boxster und mit 9,6 Liter für die S-Variante an, die ab 55.781 Euro im umfangreichen Preis- und Ausstattungsbuch steht.
Doppelkupplung als Option
Neben den neuen Motoren spendierten die Entwickler dem Cabrio jede Menge technischen Feinschliff vom serienmäßigen Sechs-Gang-Getriebe bis zur neuen Abstimmung von Federn, Dämpfern und Stabilisatoren. Optisch ist der neue Jahrgang an den Front- und Heckleuchten in LED-Optik zu erkennen und wie bei den anderen Baureihen steht nun auch für den Boxster das vielfach gelobte Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) als Option (2.945 Euro) zur Verfügung. Das übernimmt nicht nur die Schaltarbeit in vorbildlicher Weise, sondern soll auch den Verbrauch nochmals um etwa 0,3 Liter senken. Bei den Schwaben ist Sparen angesagt.
Bernd Nusser

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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