
Zwei Drittel der Fairtrade-Produkte tragen Bio-Siegel
Immer mehr fair gehandelte Produkte sind auch "bio". Dafür bekommen die Produzenten von der Fairtrade-Organisation höhere Mindestpreise und Prämien.
Höhere Prämien fördern Bio-Produkte
Die Fairtrade-Organisationen fördern demnach die Umstellung auf biologischen Anbau durch höhere Mindestpreise und eine höhere Prämie für Bio-Produkte. "Einmal im Fairtrade-System aufgenommen, machen sich viele Produzentenorganisationen auf den Weg zum Bio-Zertifikat", so Overath.
Je nach Produktgruppe seien die Bio-Anteile unterschiedlich hoch. Beispielsweise tragen inzwischen 76 Prozent des fair gehandelten Kaffees ein Bio-Siegel, bei Fairtrade-Bananen seien es 100 Prozent. Auch bei Tee ist mit 79 Prozent ein Großteil biologisch angebaut.
Fairer Tee aus Indien
Indien, das Schwerpunktland der Messe BioFach, sei auch ein wichtiger Partner für den Fairen Handel. Ein Großteil des Fairtrade-Tees stammt aus indischen Tee-Anbaugebieten, wie beispielsweise Assam oder den Nilgiri Hills in Südindien. Als Produzentenberater für Fairtrade International ist Raju Ganapathy erster Ansprechpartner für indische Produzentenorganisationen.
Er begleitet sie auf dem Weg zur Fairtrade-Zertifizierung, unterstützt und berät bei Problemen. "Für die Produzenten sind die Absätze über den Fairen Handel enorm wichtig", sagte Raju Ganapathy auf der BioFach. "Nur so erhalten sie die Fairtrade-Prämien, um Projekte zu realisieren und dadurch ihren Lebensstandard zu verbessern."
Negative CO2-Bilanz in der Fairtrade-Lieferkette kompensieren
Der Klimawandel und seine Auswirkungen auf Kleinbauern und Arbeiter sind nach Angaben von TransFair-Geschäftsführer Overath die großen Herausforderungen für den Fairen Handel. Deshalb biete die Zertifizierungsgesellschaft FLO-Cert GmbH seit 2011 Serviceleistungen an, die die Wertschöpfungskette im Fairtrade-System noch nachhaltiger gestalten sollen.
"International wächst die Bedeutung von Kennzeichnungen zur Nachhaltigkeit und Klimabilanz von Produkten", erläuterte FLO-Cert Geschäftsführer Rüdiger Meyer. "Durch das sogenannte Insetting bieten wir Unternehmen die Möglichkeit, eine eventuell negative CO2-Bilanz innerhalb der Fairtrade-Lieferkette zu kompensieren. Statt unspezifisch Ausgleichszahlungen zu leisten, profitieren so unmittelbar die Fairtrade-Produzentenorganisationen." Die Mehreinnahmen könnten beispielsweise in Umweltprojekte reinvestiert werden, was die Wertschöpfungskette zusätzlich positiv beeinflusse.
TransFair
Der Verein TransFair e.V. wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, benachteiligte
Produzentengruppen in Entwicklungsländern durch die Vergabe des Fairtrade-Siegels für fair gehandelte Produkte zu unterstützen. Als unabhängige Organisation handelt TransFair e. V. nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte und will das Bewusstsein für einen nachhaltigen Konsum fördern.
Produkte mit dem Fairtrade-Siegel gibt es bundesweit in 36.000 Geschäften. Mehr als 18.000 gastronomische Betriebe schenken Fairtrade-Kaffee und -Kakao aus. Derzeit stellen 200 Firmen rund 2.000 Produkte unter Fairtrade-Bedingungen her.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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