
Zwischen Pathos und Patriotismus
Die Fußball-Europameisterschaft beginnt. Von dem sich nun ausbreitenden Gemeinschaftsgefühl können Händler mit passenden EM-Liedern, die sie im Laden spielen, profitieren.
Zunächst wird die von den UEFA-Verantwortlichen vorgegebene Lied in diesem Fußballsommer auch oft im Handel zu hören sein, prognostiziert der Musikexperte: "Der offizielle EM-Song des französischen DJs David Guetta hat sich bereits früh durch einen geschickten Schachzug die Sympathien gesichert", erläutert er. "Unterstützt durch einen Chor aus Millionen Fußballfans, die im Vorfeld über eine App ihre Gesangskünste eingeschickt haben, zielt "This One’s For You" vor allem auf das Wir-Gefühl unter den Fans ab."
"Wir sind groß" und "Jeder für Jeden"
Wie üblich werden auch die deutschen TV-Sender ARD und das ZDF jeweils Titel von deutschen Interpreten zur Untermalung der Spielberichte verwenden, um die die Händler vermutlich auch nicht drum herumkommen. Das ZDF setzt auf Mark Forster und den Song "Wir sind groß", der bereits jetzt in den oberen Rängen der Charts vertreten ist, und die ARD auf das Generationentreffen zwischen Herbert Grönemeyer und Felix Jaehn mit "Jeder für Jeden".
Absolutes EM-Hitpotenzial hat nach Überzeugung von Gill auch "Ego" von Willy William, der den Soundtrack zu den EM-Spielen auf Sat.1 liefert. "Durch die massive mediale Präsenz in den Zwischensequenzen, Zusammenfassungen und Werbepausen schleichen sich die Nummern der TV-Sender von allein ins Ohr der Fans", so der Musikexperte. "Damit haben diese Titel beste Voraussetzungen für eine gute Chartplatzierung und eine hohe Frequenz in den Playlisten am Point of Sale."
Markenartikler mischen auch noch mit
Dank der reichweitenstarken Präsenz im Werbeblock landen aber häufig auch die Songs aus den EM-Kampagnen bekannter Marken einen Volltreffer. In diesem Jahr konnte Sponsor Coca-Cola den schwedischen Start-DJ Avicii und Sänger Conrad Sewell gewinnen. "Taste The Feeling" habe große Chancen, einer der Gewinner-Songs dieser EM zu werden.
zwischen Pathos und Patriotismus zu transportieren, der punktet auch beim Publikum", so Gill. "Ein weiterer Pluspunkt ist ein einprägsamer Text, der mit wenigen Worten auskommt und sich vortrefflich beim Public Viewing als auch in der Fankurve mitsingen lässt."
So wie sich die Spielergebnisse nicht vorhersagen lassen, seien aber auch Überraschungserfolge
nicht ausgeschlossen. Neben spaßig-schrägen Kompositionen für das Fanfest am Ballermann gebe es immer mal wieder unerwartete Abräumer, die es nachhaltig zu einer großen Popularität bringen. "Dieser Weg" von Xavier Naidoo sei so ein Beispiel: Er ist untrennbar verbunden mit dem Sommermärchen 2006 und verdankt seinen Erfolg angeblich dem damaligen Nationalspieler Gerald Asamoah, der für die Musikauswahl in der Umkleide-Kabine zuständig war.
"Und auch bei „'54, '74, '90, 2006“ von den Sportfreunden Stiller hörte man, dass die Liebe zum Fußball mit im Tonstudio war", sagt Gill. Es bleibe also spannend, welcher Titel sich dieses Jahr durchsetzt und nicht nur zum kommerziellen Erfolg, sondern auch zum Song der Herzen wird.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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