Logistik: Mit diesen Tipps senken Sie Retouren wirklich

Logistik: Mit diesen Tipps senken Sie Retouren wirklich

Natürlich kann man es sich „einfach“ machen und „Zalando-Party“-Shopper auf eine schwarze Retourenliste setzen, so dass sie künftig nur noch per Vorkasse zahlen müssen. Doch es gibt noch andere, elegantere Wege, um die Retouren zu reduzieren. etailment stellt Lösungen vor.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Drohungen gegen Hardcore-Retourer schaden nur. Die fühlen sich ja im Recht. Schicken Sie Ihren Kunden doch lieber eine freundliche Mail, in der Sie den Kunden für das große Interesse loben, zugleich aber auf Serviceangebote im Webshop wie eine Größentabelle hinweisen oder direkte Beratung anbieten (Hotline) oder Live-Chat.

  • Zahlungsbedingungen können natürlich eine Bremse sein. Payment-Modelle wie Sofortüberweisung, Vorkasse oder Lastschrift weisen einen besseren Retourenaufwandsindikator auf. Das hat eine Untersuchung von ibi Research ergeben.
  • Schaffen Sie positive Anreize: Bonprix. bietet beispielsweise Gutschriften auf das Kundenkonto, wenn diese die Bestellung nicht retournieren. Der Wäscheversender Enamora gewährt seinen Kunden jeweils einen 10%-Rabatt auf die nächste Bestellung, wenn diese die Waren behalten. Das Incentive “Rabatt bei Nicht-Retoure” bieten auch die Superpunkte bei Rakuten, die erst greifen, beziehungsweise, wieder verfallen, wenn Kunden von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen.
  • Nutzen Sie beispielsweise im Modebereich moderne Technik, wie Virtual Dressing mit UPcload. Virtuelle Anprobe erprobt auch Zalando zusammen mit dem Start-up Metail bei einigen Eigenmarken. Hier kommen Avatare ins Spiel (Erklärvideo). Bei Adidas wird die virtuelle Umkleidekabine von Fits.me genutzt, die als als Software as a Service angeboten wird und ohne großen Aufwand in jeden Web-Shop integriert werden kann.
  • Wenn Ihnen das zu teuer ist. Arbeiten Sie mit mehr sowie besseren und größeren Bildern, nutzen Sie Zoom-Ansichten. Nicht nur bei Mode. Auch 360-Grad-Ansichten sind sinnvoll. In einigen Kategorien können zudem Produktvideos lohnend sein. Die sollten aber das Produkt erklären und nicht nur schmeichlerisch umwerben.
  • Machen Sie Kunden zu Ihren Beratern und bauen Sie Kundenbewertungen mit ein.
  • Deren Informationen lassen sich dann nutzen, um die Produktbeschreibung des Herstellers selbst zu verbessern. Wem sagen schließlich schon technische Daten etwas. Konkretisieren Sie die Beschreibung. Also: Ist die Größe 40 für „vollschlanke“ oder doch eher „figurbetont“, ist die Surround-Anlage für „High-End-Enthusiasten“ oder für „alltagstauglich“.
  • Bieten Sie gerade bei technischen Produkten dem Kunden die Chance, von ähnlichen Produkten Vergleichstabellen zu erzeugen. Das senkt die kognitiven Dissonanzen und die Retourenquote.
  • Beispiel Amazon: Fashion kann innerhalb der freiwilligen 30 Tage Rücknahmegarantie kostenlos retourniert werden. Das gilt nicht für einige andere Warengruppen. Es sei denn, diese Waren sind “defekt”, “falsch” oder “beschädigt”. In der Bestellpraxis bedeutet das: Wenn ein Kunde einen Artikel außerhalb der Kategorie Fashion, zum Beispiel einen Technik-Artikel, kauft, diesen innerhalb der Frist zurückschicken möchte, werden die Versandkosten offiziell nur dann erstattet, wenn seitens Amazon ein Fehler passiert ist und der Kunde das auch als Grund angibt. Da fängt bei manch einem Kunden das Nachdenken ein. Besonders bei kleinpreisigen Artikeln.
  • Zeitnah liefern: Auch eine verspätete Lieferung kann ein Retourengrund sein. Der Kunde hat am Produkt die Lust verloren, weil er das Abendkleid am Freitag und nicht erst Montag brauchte. Oder er ist schlicht verärgert, weil er (auf seinen Impulskauf) viel zu lange warten musste und zahlt seinen Ärger dann mit einer Retoure heim.
  • Achten Sie auf die Verpackung. Natürlich sollte die unbeschädigt sein. Sie sollte außerdem nicht aussehen wie ein alter Schuhkarton, sondern noch einmal einen Moment des Einkaufserlebnisses bieten. So wird manche Anmutung des Produkts verbessert und es bleibt dadurch beim Kunden.
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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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