Frau unterhält sich entspannt mit KI-Finanzassistenten auf dem Smartphone zuhause
© Black Forest Labs / Flux

Visa bietet Banken einen plaudernden Finanzberater

Visa bringt einen „AI Financial Assistant“ auf den Markt, mit dem Banken KI-Funktionen unter eigener Marke in ihre Apps integrieren können, meldet Digitalcommerce360.com. Kunden könnten im Chat Ausgabenübersichten abrufen, Finanzfragen in Alltagssprache stellen und geführte Aktionen, wie beispielsweise das Prüfen von Abonnements, ausführen. Die zugrundeliegende Plattform greife auf mehrere KI-Modelle zu, der Pilot starte im August in den USA.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
2 Min.
Teilen

Visa startet KI-Assistenten für Banking-Apps

Visa hat mit dem AI Financial Assistant einen neuen KI-gestützten Finanzassistenten vorgestellt, der Banken und Finanzinstituten helfen soll, ihre bestehenden Apps für eine stärker KI-basierte Nutzung weiterzuentwickeln. Die Lösung ist darauf ausgelegt, dass Institute KI-Funktionen unter eigener Marke, im eigenen Design und innerhalb ihrer bestehenden App-Umgebung anbieten können. Laut Visa ist dafür keine individuelle Entwicklungsarbeit erforderlich.

Der Assistent soll Karteninhabern eine konversationelle In-App-Erfahrung ermöglichen. Nutzer können im Chat proaktive Ausgabenübersichten abrufen, Finanzfragen in natürlicher Alltagssprache stellen und geführte Aktionen ausführen. Als Beispiele nennt Visa das Prüfen von Abonnements oder das Aktivieren relevanter Angebote. Banken können zudem eigene FAQs und Dokumente anbinden, damit der Assistent passende Informationen zu Bankprodukten bereitstellen kann – etwa zu Vorteilen bei Autokrediten oder zu hochverzinsten Sparkonten.

Technologische Grundlage ist Visas Data & AI Platform (DAP). Sie bietet nach Unternehmensangaben sicheren Zugriff auf mehrere führende KI-Modelle. Visa bewertet diese Modelle fortlaufend nach Kriterien wie Sicherheit, Genauigkeit, Compliance und Leistung. Der AI Financial Assistant fungiert dabei als zentrale Ebene innerhalb der digitalen Infrastruktur: Banken können einzelne Funktionen über Visas Digital Enablement Software Development Kit bereitstellen, während der Assistent bestehende und neue Fähigkeiten bündelt, sobald sie verfügbar werden.

Visa positioniert die Lösung als Mehrwertdienst für Finanzinstitute, die ihre digitale Kundenbindung stärken wollen. Das Unternehmen verweist auf Studienergebnisse, wonach mehr als zwei Drittel der befragten US-Amerikaner, die generative KI nutzen, KI bereits für Finanzberatung einsetzen. Zugleich gelten Banken laut den von Visa zitierten Daten als besonders vertrauenswürdige Institutionen beim Schutz persönlicher Daten. 85 Prozent der Befragten erklärten demnach, sie wären bereit, mehr Daten mit ihrer Bank zu teilen, wenn daraus ein klarer KI-Mehrwert entstünde.

Michele Herron, Head of North America Value-Added Services bei Visa, betont, Banken verfügten über den umfassenden finanziellen Kontext ihrer Kunden, könnten auf dieser Basis handeln und genössen zugleich hohes Vertrauen. Der AI Financial Assistant solle diese Stärken zusammenführen: personalisierte Erkenntnisse auf Basis eigener Kundendaten, verbunden mit der Möglichkeit, direkt in der Banking-App konkrete Schritte einzuleiten.

Nach Angaben von Visa fließen Karteninhaberverhalten, Echtzeitdaten sowie Daten der jeweiligen Finanzinstitute in die personalisierte Unterstützung ein. Zugleich soll der Assistent unter Visas Standards für KI- und Daten-Governance betrieben werden und die Anforderungen von Banken an Sicherheit, Compliance und Betrugsschutz berücksichtigen. Der Pilotstart ist für August 2026 in den USA geplant. Ein weltweiter Rollout soll folgen; einen konkreten Zeitpunkt nannte Visa nicht.

Teilen
Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.