Amazon kürzt in der AGI-Sparte und hält an hohen KI-Investitionen fest
Amazon streicht erneut Stellen, diesmal in der Organisation für Artificial General Intelligence (AGI), wie Mynorthwest.com meldet. Ein Unternehmenssprecher bestätigte die Kürzungen, nannte jedoch weder die Zahl der betroffenen Beschäftigten noch die konkreten Rollen. Begründet wird der Schritt mit einer stärkeren Ausrichtung auf die wichtigsten KI-Vorhaben und auf Initiativen, die aus Sicht des Konzerns für Kunden besonders relevant sind.
Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der Amazon seine Investitionen in KI weiter massiv ausweitet. Für das laufende Jahr plant der Konzern Investitionen von 200 Mrd. Dollar, mehr als 50 Prozent über dem Vorjahr; ein Teil davon soll schuldenfinanziert werden. Gleichzeitig betont Amazon, der Aufbau großer KI-Modelle bleibe eine Priorität. Der Sprecher erklärte, der Markt bewege sich schnell, weshalb das Unternehmen den Fokus schärfe, um bei entscheidenden Vorhaben schneller voranzukommen.
Amazon arbeitet seit mehreren Jahren an eigenen generativen KI-Modellen, vor allem an den Modellfamilien Amazon Nova und Amazon Titan. Sie folgen ähnlichen Grundprinzipien wie GPT von OpenAI oder Claude von Anthropic, sind laut Bericht jedoch vorrangig auf Unternehmen und Programmierer ausgerichtet. AGI bezeichnet eine hypothetische Form künstlicher Intelligenz, die menschliche Fähigkeiten übertrifft und Autonomie gewinnt. Dass nun gerade in diesem Bereich Stellen wegfallen, zeigt die Spannung zwischen strategischer Fokussierung und weiter wachsendem Kapitaleinsatz.
Für betroffene Mitarbeitende in den USA stellt Amazon nach eigenen Angaben für 90 Tage Gehalt und Leistungen bereit. Hinzu kommen Unterstützung bei der Jobsuche, Zugang zu Übergangsleistungen im Gesundheitsbereich sowie die Möglichkeit auf eine Abfindung. Der Konzern dankte den betroffenen Beschäftigten für ihre Beiträge, machte aber keine weiteren Angaben zum Umfang der Maßnahme.
Die Kürzungen reihen sich in einen größeren Personalabbau ein. In den vergangenen zehn Monaten hat Amazon mehr als 30.000 Stellen gestrichen, vor allem im Zuge zweier großer Runden: 14.000 Jobs fielen im Oktober 2025 weg, weitere 16.000 im Januar 2026. Der Schritt steht damit für eine anhaltende Verschlankung und Umstrukturierung des Konzerns, während Amazon zugleich erhebliche Mittel in Zukunftstechnologien investiert. Neue Einblicke in die Geschäftsentwicklung werden mit den Zahlen zum zweiten Quartal erwartet, die Amazon am 30. Juli nach Börsenschluss veröffentlichen soll.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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