Fast leeres Förderband im Fulfillment-Center symbolisiert sinkende Online-Handelsumsätze
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Online-Handel verliert 5,6 Prozent Umsatz

Der deutsche Einzelhandel hat im Juli real 3,4 Prozent weniger umgesetzt als im Juni, meldet das Statistische Bundesamt. Den Juni korrigierte die Behörde nachträglich nach oben, auf ein Nullwachstum. Zum Vorjahresmonat fehlen im Juli 2,5 Prozent. Den Internet- und Versandhandel hat es überraschend schlimm erwischt: 5,6 Prozent weniger Umsatz als im Vormonat. Am tiefsten aber traf es die Tankstellen: minus 9,1 Prozent nach dem Auslaufen des Tankrabatts. Lebensmittel hielten sich mit minus 0,8 Prozent vergleichsweise tapfer.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
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Deutlicher Rückschlag für den deutschen Einzelhandel

Der deutsche Einzelhandel ist im Juli 2026 spürbar unter Druck geraten. Nach vorläufigen, kalender- und saisonbereinigten Ergebnissen sank der Umsatz gegenüber Juni real um 3,4 Prozent, nominal lag das Minus bei 1,7 Prozent. Gegenüber Juli 2025 ergibt sich real ein Rückgang von 2,5 Prozent, während der nominale Umsatz um 0,3 Prozent zulegte. Das zeigt: Preisentwicklungen stützen die nominalen Erlöse, können den preisbereinigten Nachfragerückgang aber nicht ausgleichen. Die Zahlen meldet das Statistische Bundesamt.

Der Juni wurde zugleich nach oben revidiert. Statt des zunächst gemeldeten realen Rückgangs von 0,7 Prozent blieb der Einzelhandelsumsatz gegenüber Mai real unverändert. Nominal sank er nach Revision um 0,2 Prozent. Damit fällt der Juli umso klarer als Schwächemonat auf, auch im längerfristigen Vergleich: Im Juni hatte der Umsatz gegenüber dem Vorjahresmonat real noch um 0,6 Prozent zugelegt.

Online- und Versandhandel verlieren überraschend stark

Besonders auffällig ist der Einbruch im Internet- und Versandhandel. Der Umsatz sank im Juli gegenüber dem Vormonat real um 5,6 Prozent, nominal sogar um 5,8 Prozent. Auch im Jahresvergleich blieb der Bereich im Minus: real lag der Umsatz 0,8 Prozent unter Juli 2025, nominal 0,2 Prozent. Für den Onlinehandel ist das ein deutliches Signal, weil die Rückgänge sowohl kurzfristig als auch gegenüber dem Vorjahr sichtbar werden.

Noch stärker traf es die Tankstellen. Nach dem Ende des im Mai und Juni geltenden Tankrabatts fielen die Umsätze kalender- und saisonbereinigt real um 9,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Nominal betrug das Minus 1,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die realen Umsätze 9,3 Prozent niedriger, nominal jedoch 6,9 Prozent höher. In den Tankstellenumsätzen sind auch Verkäufe in den angeschlossenen Shops enthalten.

Lebensmittel bleiben vergleichsweise stabil

Der Lebensmitteleinzelhandel entwickelte sich im Juli robuster als andere Bereiche. Gegenüber Juni sank der Umsatz real um 0,8 Prozent und nominal um 0,5 Prozent. Im Vergleich zu Juli 2025 lag das reale Minus bei 0,3 Prozent, während der nominale Umsatz um 0,2 Prozent stieg. Deutlich schwächer zeigte sich der Handel mit Nicht-Lebensmitteln: Hier gingen die Umsätze gegenüber dem Vormonat real um 4,8 Prozent und nominal um 2,5 Prozent zurück.

Die Daten sind auch methodisch einzuordnen. Die Konjunkturstatistik im Einzelhandel wurde zum Berichtsmonat Mai 2026 umfassend weiterentwickelt. Dazu gehören das neue Basisjahr 2021, die Einführung von Laspeyres-Indizes und die Umstellung der Darstellung von rechtlichen Einheiten auf Geschäftsfelder rechtlicher Einheiten. Für die kurzfristige Konjunktur ist vor allem der kalender- und saisonbereinigte Vormonatsvergleich relevant; der Vorjahresvergleich dient dem längerfristigen Niveauvergleich. Die vorläufigen Ergebnisse erscheinen in der Regel 30 Tage nach Monatsende, eine Aktualisierung in GENESIS-Online folgt nach 45 Tagen.

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David Wöllenstein
RedaktionDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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