Kroger verdient mit Werbung so gut wie seit 2021 nicht mehr, berichtet Digiday.com. Der Gewinn der Retail-Media-Sparte „Kroger Precision Marketing“ sei im zweiten Quartal um 24 Prozent gewachsen; der E-Commerce-Umsatz, im zweiten profitablen Quartal in Folge, um 20 Prozent. Kroger führe das Wachstum auf Werbeplätze im eigenen KI-Einkaufsassistenten und die Werbepartnerschaften mit Google und Tiktok zurück.
Retail Media wird für Kroger zum Wachstumstreiber
Kroger erzielt mit Werbung wieder deutlich höhere Erträge: Die Retail-Media-Sparte Kroger Precision Marketing steigerte ihren Gewinn im zweiten Quartal um 24 Prozent. Nach Angaben aus dem aktuellen Ergebnisbericht ist das der stärkste Gewinnzuwachs in diesem Bereich seit 2021, wie CEO Greg Foran in einer Telefonkonferenz mit Investoren sagte. Auch der digitale Handel legte kräftig zu: Der E-Commerce-Umsatz wuchs um 20 Prozent und war damit bereits im zweiten Quartal in Folge profitabel.
Dass Foran E-Commerce und Retail Media zu Beginn des Earnings Calls ansprach, noch vor dem klassischen Merchandising, zeigt die veränderte Gewichtung im Handelsgeschäft. Für Kroger ist Medienmonetarisierung inzwischen ein zentraler Baustein der Gesamtstrategie. Laut Foran stieg sie im Jahresvergleich um 88 Basispunkte. Ein Sprecher von Kroger Precision Marketing führt die Entwicklung auf mehr Traffic auf den eigenen digitalen Angeboten, zusätzliche Werbeflächen und eine engere Zusammenarbeit zwischen Media- und Merchandising-Teams zurück.
Werbung im Einkaufsassistenten und auf externen Plattformen
Ein wichtiger Hebel ist Krogers digitaler Einkaufsassistent, der im Sommer auf den Websites und mobilen Apps der meisten Grocery-Banner um Werbefunktionen erweitert wurde. Kundinnen und Kunden können den Assistenten nutzen, um Mahlzeiten zu planen, Rezepte zu finden oder Warenkörbe nach Budget und Ernährungsbedarf zusammenzustellen. Die Integration von Anzeigen in diese Umgebung eröffnet Marken neue Kontaktpunkte entlang der konkreten Kaufplanung.
Daneben baut Kroger die Reichweite seiner Retail-Media-Daten über externe Kanäle aus. Im März kündigte Kroger Precision Marketing eine Partnerschaft mit Google an, durch die Werbemanager Kroger-Daten für Kampagnen auf YouTube und YouTube TV in Googles Display & Video 360 nutzen können. Im Juni folgte eine Kooperation mit TikTok: Werbetreibende können über die Self-Service-Plattform von TikTok gezielt Kroger-Käufer erreichen. Damit verbindet Kroger eigene Transaktionsdaten mit Social Media, programmatischer Werbung und On-site-Inventar.
Mehr Inventar, mehr Nachweisdruck
Branchenbeobachter sehen in Krogers Vorgehen den Versuch, Retail Media als Ökosystem zu entwickeln. Drew Cashmore von Vantage verweist darauf, dass Kroger verschiedene Medienkomponenten wie TikTok, Connected TV, Google Ads und eigene Flächen zusammendenkt, um Kundenerlebnis und Kaufpfad zu verbessern. Sean Crawford von SMG betont zugleich den Wettbewerbsdruck: Retailer müssen den Wert ihrer First-Party-Daten gegenüber anderen Kanälen belegen und Angebote schaffen, für die Marken einen klaren Mehrwert sehen.
Zusätzliche Wachstumsimpulse könnten aus Krogers digitalen Screens in den Filialen kommen. Im vergangenen Jahr startete das Unternehmen Videobildschirme in den Wein- und Spirituosenabteilungen von fast 600 Filialen landesweit. Anfang des Jahres kündigte Kroger zudem an, mit Barrows Connected Store Bildschirme an Gondelköpfen einzuführen. Die Expansion der digitalen Screens läuft laut Unternehmenssprecher in den USA weiter; eine Gesamtzahl der beteiligten Märkte wurde bislang nicht veröffentlicht.

etailment
Unter dem Namen Redaktion veröffentlicht das Team von etailment.de gemeinsam recherchierte Nachrichten und Analysen aus dem digitalen Handel.
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