Foto: Person vergleicht zwei gefaltete Outdoorjacken auf einem Holztisch neben einem Smartphone.
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Patagonia holt Second-Hand in den Hauptshop

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Patagonia schließt nach neun Jahren die separate Website seiner Second-Hand-Linie „Worn Wear“ und verkauft Gebrauchtes im regulären Online-Shop direkt neben der Neuware, berichtet Trellis.net. Kunden könnten beides vergleichen und im selben Warenkorb kaufen, auch die Garantie gelte für beide. Dafür habe Patagonia mehr Artikelnummern für Einzelstücke angelegt und ausgelaufene Modelle nachverfolgt. Im Geschäftsjahr 2026 habe das Unternehmen knapp 160.000 gebrauchte Teile für rund 13 Mio. Dollar verkauft. Der Umzug ins Schaufenster solle Kunden erreichen, die bislang nicht nach Gebrauchtem gesucht hätten.

Patagonia integriert seine Second-Hand-Linie Worn Wear vollständig in den regulären Online-Shop. Nach neun Jahren mit eigener Website erscheinen gebrauchte Artikel nun direkt neben Neuware, wie Trellis.net berichtet. Kundinnen und Kunden können beide Optionen beim Stöbern vergleichen, im selben Warenkorb kaufen und für neue wie gebrauchte Ware die Patagonia-Garantie nutzen.

Der Schritt macht Wiederverkauf im E-Commerce deutlich sichtbarer. Patagonia will damit Menschen erreichen, die bislang nicht gezielt nach Secondhand gesucht haben, aber auf günstigere Preise reagieren könnten. Sam Brown, Head of Resale bei Patagonia, beschreibt das Ziel als normalisierte Einkaufserfahrung, in der die Auswahl nahtloser wirkt.

Secondhand wird Teil des Standardsortiments

Im Geschäftsjahr 2026 verkaufte Patagonia knapp 160.000 geprüfte gebrauchte Teile und erzielte damit rund 13 Millionen Dollar Umsatz. Die Ware stammt aus mehreren Kanälen: aus Filialen, über die Website und über Einsendeprogramme. In Reno, Nevada, prüfen, reinigen, reparieren und verifizieren mehr als 40 Worn-Wear-Beschäftigte die eingesandten Kleidungsstücke.

Allein 2025 verarbeitete das Team etwa 230.000 gebrauchte Kleidungsstücke. Nach Angaben des Unternehmens können rund 80 Prozent davon erneut verkauft werden. Für Patagonia fügen sich Reparatur und Wiederverkauf in Kreislaufinitiativen ein, die Emissionen aus Rohmaterialien senken sollen. Diese Rohmaterialien gelten im Unternehmen als größte Quelle der eigenen Treibhausgasemissionen. Damit verbindet Patagonia operative Sortimentsarbeit mit Nachhaltigkeit, ohne den Kaufprozess vom Hauptshop zu trennen.

Aufwendige Integration hinter der Oberfläche

Die Zusammenführung erforderte eine mehrjährige Aktualisierung interner Systeme. Betroffen waren Bestandsmanagement, Merchandising, Website-Gestaltung, User Design und Pricing. Besonders anspruchsvoll war die Verwaltung vieler einzelner Artikelnummern, weil gebrauchte Ware häufig aus Unikaten besteht. Zusätzlich musste Patagonia ausgelaufene Modelle nachverfolgen und Regeln entwickeln, wie der Zustand eines Kleidungsstücks den Preis beeinflusst.

Viele dieser Aufgaben lagen zuvor bei Trove, dem Softwareunternehmen hinter der separaten Worn-Wear-Website. Brown spricht von einem massiven internen Aufwand, der neue Fähigkeiten in fast allen Unternehmensbereichen verlangt habe. Ken Pucker von der Fletcher School der Tufts University verweist darauf, dass viele Marken Secondhand-Angebote auslagern. Gründe seien mögliche Kannibalisierung, unsichere Verfügbarkeit und die komplexe Preisfindung für Einzelstücke.

Patagonia setzt damit ein sichtbares Signal für den Wiederverkauf im Hauptsortiment. Der nächste Prüfpunkt ist, ob die prominente Platzierung mehr Nachfrage erzeugt als die bisherige separate Website. Messbar ist der Ausgangspunkt bereits: Im Geschäftsjahr 2026 standen rund 13 Millionen Dollar Umsatz mit knapp 160.000 verifizierten Secondhand-Artikeln.

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