Achtung, Handel! #01 – Carolin Sedlmayr, CEO Shape Republic

Achtung, Handel! – Der Podcast von etailment

Achtung, Handel! #01 – Carolin Sedlmayr, CEO Shape Republic

0:0034:46
Auf SoundCloud anhören

Achtung, Handel! #01 – Carolin Sedlmayr, CEO Shape Republic

Wie Carolin Sedlmayr mit Shape Republic in fünf Jahren eine der sichtbarsten female-led D2C-Marken aufgebaut hat.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
34:46· Aktualisiert am
Teilen

Über diese Folge

Kein Idealtyp als „Muss“, sondern ein gesunder Körper zum Wohlfühlen: Mit dieser Vision baut Carolin Sedlmayr ihr Unternehmen seit fünf Jahren systematisch auf. Als female-led Start-up zählt Shape Republic zur Spitzengruppe der Visibility Charts von etailment und Warehousing1. Über Abnehm-Drinks und Aufbau-Pulver, Wachstums- versus Gewinnorientierung und das Geheimnis ihres Erfolgs spricht sie mit Fabian Sedlmayr und Björn Böer.

Diese Folge stammt aus dem Podcast „Achtung, Handel!“ von etailment. Die vollständige Episode hören Sie im Player oben oder direkt auf SoundCloud.

Automatisch erstelltes Transkript (KI) — kann Erkennungsfehler enthalten.

Guten Tag und herzlich willkommen zu Achtung Handel, dem Podcast vom Magazin der Handel und e-tailment.de. Mein Name ist Björn Böhr und als Gäste begrüße ich heute Carolin Sedlmayr, Co-Founder und CEO der Shape Republic GmbH. Hallo Caro. Hallo. Und als Zweiten Fabian Sedlmayr, Mitgründer und Geschäftsführer der Digital Logistics GmbH, die unter dem Markennamen Warehousing One das komplette Fulfillment für den E-Commerce anbietet.

Hallo Fabian. Hallo Björn. Zwei Sedlmayrs, beide aus Berlin. Da könnte man natürlich denken, wir veranstalten hier ein Familientreffen, aber dem ist nicht so. Ihr seid weder verwandt noch verschwägert.

Stimmt's? Das stimmt. Das ist richtig. Beide jetzt erst in Berlin oder gebürtig? Wo kommt ihr her?

Das ist eine gute Frage bei unserem Namen. Das würde ich dich auch gerne mal fragen. Ich komme aus München natürlich, so wie man das vermutet, wenn man meinen Namen liest. Ja, Dito, ich komme auch aus München, was auch oft erraten wird mit dem Namen Sedlmayr. Lustigerweise, der Nachnehmer kommt in meinem Fall tatsächlich aus Niederösterreich, auch wenn er in München sehr, sehr verbreitet ist.

Ist der Hintergrund ein bisschen anderer, aber auch aus München. Witzig. Okay. Also beide südlich des Mainz und des Weißwursch-Äquators aufgewachsen und jetzt im Norden. Wie geht's euch da?

Sie lachen verschmitzt. Das sehe ich hier durchs Mikro quasi. Man tut sich schwer. Ja, am Anfang tut man sich schwer, würde ich sagen. Aber irgendwann weiß man es auch sehr zu schätzen und dann ist eher der Schritt zurück wieder ganz schön schwierig.

Aber ich würde sagen, es hat alles seine Vorzüge. Ja, kann ich nur so bestätigen. Ich meine, ich bin jetzt seit knapp sechs Jahren in Berlin und habe hier eine großartige Zeit. Wenn ich zurück in München bin, habe ich auch eine sehr, sehr schöne Zeit. Ich glaube, es sind sehr, sehr unterschiedliche Städte.

Das kann man auf jeden Fall sagen. Aber beide Städte haben absolut ihren Charme und ihre individuellen Vorteile. Das stimmt. Aber jetzt seid ihr Gründer und da natürlich im Gründer-Refugium in Berlin gut aufgehoben. Und das ist ja auch der Grund, warum ihr beide heute hier seid.

Denn Warehousing One und E-Tailment veröffentlichen regelmäßig die Visibility-Charts E-Commerce. Und da wird genau geschaut, welche Startup-Unternehmen sich besonders hervorgetan haben, besonders in der Sichtbarkeit bei ihren Kunden und der Community und der Öffentlichkeit gut ankommen. Und jetzt haben wir gerade die Top 25 Female-Led Online-Shops gekürt. Und da schaffte Shape Republic auf Anhieb den Sprung auf Platz drei. Caro, herzlichen Glückwunsch.

Ja, vielen Dank. Da haben wir uns auch echt sehr, sehr, sehr gefreut. Du bringst deine Kundschaft in Form durch Shakes, Protein-Mahlzeiten, ganze Trainingsprogramme. Gleich wollen wir natürlich dein Erfolgsrezept kennenlernen, Caro. Aber vorher an dich, Fabian, die Frage, wie werden eigentlich die Top 25 der Female-Led Online-Shops ermittelt?

Wir haben im Endeffekt vier Kernfaktoren identifiziert, die sehr, sehr gut den Erfolg eines Online-Shops widerspiegeln. Das sind auf der einen Seite Traffic-Zahlen, auf der anderen Seite Höhe und Anzahl von Online-Bewertungen und zu guter Letzt Social-Media-Follower-Zahlen. Was für uns extrem wichtig ist, dass diese Zahlen nicht absolut betrachtet werden, sondern wir das Ganze in einen Kontext setzen. Deswegen schauen wir uns nicht immer die Zahl an sich an, sondern wir schauen uns an, wie steht diese Zahl relativ zu der Vergleichsgruppe. Das heißt in diesem Fall allen Female-Led Online-Shops, die wir in Deutschland identifizieren konnten und die unsere Kriterien erfüllt haben.

Ein zweiter Faktor, den wir mit einbeziehen, ist das Unternehmensalter, einfach weil es natürlich ein deutlich größerer Erfolg ist, eine bestimmte Kennzahl in einem Jahr zu erreichen als zum Beispiel in fünf Jahren. Und dazu muss mindestens eine Frau Gründer und wenn möglich auch Geschäftsführer sein, richtig? Genau, das vielleicht auch noch, um das zu ergänzen, natürlich gibt es einige Kriterien, um in diese Liste aufgenommen zu werden. Wie du schon richtig gesagt hast, es muss mindestens eine Frau in der Geschäftsführung oder im Gründerteam sein. Meistens geht das ja miteinander einher, wie ich glaube auch in deinem Fall, Caro.

Und zusätzlich haben wir eine gewisse Altersgrenze eingebaut, weil es natürlich sonst sehr schwierig ist, okay, wo setzt man die Grenze? Das ist ein Unternehmen, das vor 50 Jahren von einer Frau gegründet wurde und inzwischen Online-Sachen verkauft. Ist das geeignet für die Liste? Wahrscheinlich nicht. Und deswegen haben wir eine Altersgrenze von maximal zehn Jahren eingebaut.

Das ist auch ein kleiner Unterschied zu den Rankings, die wir letztes Jahr herausgegeben haben, wo wir die Altersgrenze oder wo wir uns auf junge Unternehmen fokussiert haben. Das heißt, die Altersgrenze auf fünf Jahre gesetzt. Caro, ihr seid ja eigentlich eine Ausgründung von ProSieben 2017 auf der einen Seite. Die Idee, das kannst du uns gleich mal erzählen, 2019 dann richtig gestartet. Seit also mit fünf Jahren noch voll in diesem Startup-Spektrum drin.

Ja, du warst schon erfolgreiche Managerin, Head of HR Digital bei ProSiebenSat.1 bis 2015. Warum hast du dich dann selbstständig gemacht? Das ist eine sehr gute Frage. Die habe ich mir auch oft gestellt in den letzten fünf Jahren. Und also genau, ich habe ursprünglich mal Jura studiert, bin dann zu ProSieben gekommen, was ich wirklich geliebt habe.

Also ich finde es ein wahnsinnig großartiges Unternehmen und auch mit dem Spirit und den Menschen, die da arbeiten. Also ich war da sehr, sehr gerne. Habe da genau im Personal gearbeitet und dann irgendwann die Verantwortung für den Digitalbereich sozusagen bekommen. Und also HR-seitige Personalverantwortung. Und dann war es aber so, dass ich da natürlich auch eng mit den Geschäftsführern zusammengearbeitet habe und immer mehr, wie soll ich sagen, Lust am Unternehmertum bekommen habe.

Also als Personalerin, wie man ja heute gar nicht mehr sagt, aber damals noch gesagt hat, steht man ja immer so klassisch an der Seitenlinie eigentlich und berät und guckt zu und unterstützt und supportet und so. Und das fand ich auch super für diese Zeit. Aber irgendwann habe ich selber so gemerkt, ja, ich würde jetzt auch gerne selber mal da raus aufs Feld. Und genau. Und dann hatte ich die große Chance mit einem der Geschäftsführer, die da in dem Bereich rumgeschwirt sind sozusagen, mitzugehen zu Sevennext, der dann Sevennext gegründet hat.

Und dort ist Shape Republic als Abteilung entstanden, also im ersten Jahr eigentlich, genau. Und dann hat das immer mehr Fahrt aufgenommen und hat uns selber irgendwie wirklich überrascht, wie viel Wind diese Idee aufgenommen hat. Und dann haben wir ausgegründet 2019, genau, weil wir gesagt haben, wir können das jetzt nicht mehr länger in einer Abteilung abbilden oder wollen das auch nicht mehr länger. Wollen wir eigene P&L haben, eigene Personalleute dafür haben und genau, und dann haben wir ausgegründet. Und dann war ich da auf einmal in der Geschäftsführer.

Und wenn du sagst wir, dann bedeutet das du und noch der Geschäftsführer oder bist du mit deinem Team, was du eh schon hattest? Genau, also ich und der Geschäftsführer von Sevennext damals, wir haben das sozusagen zusammen, würde ich sagen, gefoundet oder zusammen die Idee gehabt. Ich bin dann alleine in die Geschäftsführung gegangen und habe es dann auch alleine sozusagen weitergemacht. Aber genau, ursprünglich ist das mal alles zusammen entstanden aus diesem ganzen Sevennext-Konstrukt. Jetzt könnte man denken, okay, die haben euch abgegeben.

Sind die noch involviert, beteiligt? Gucken die noch mütterlich, väterlich drauf? Nee, sind gar nicht mehr mütterlich, wederlich drauf. Wir wurden dann relativ schnell im Zuge, die haben sich ja auch ein bisschen, ProSieben hat sich ja auch dann wirklich, also die waren ja mal eine Zeit lang sehr stark diversifiziert und auch im Digitalbereich eben mit sehr, sehr vielen Unternehmen vertreten, haben da auch eingekauft und eben selber gegründet. Das haben sie ja wieder von der Strategie so ein bisschen abgekommen und haben eigentlich alles, was Diversifizierung war, wieder verkauft oder abgegeben und dazu gehörten auch wir.

Wir sind dann von einem Private-Equity-Unternehmen gekauft worden, Crosslantic Capital hießen die, die uns dann in Jahr zwei, glaube ich, auch wieder verkauft haben an Oakley Capital. Da sind wir jetzt nach wie vor und genau, ja, sind jetzt, also haben mit ProSieben tatsächlich gar nichts mehr, gar nichts mehr verbandelt, gar nichts mehr im Hut, außer, dass ungefähr die Hälfte unserer Leute alle mal ehemalige ProSieben-Leute waren, weil wir uns die natürlich alle geholt haben, aber ansonsten sind wir da nicht mehr irgendwie verbunden. Wenn ihr also 2019 vor fünf Jahren, kurz vor der Corona-Krise, richtig durchgestartet seid, dann war das vielleicht das Glück des Tüchtigen oder der Tüchtigen, die da den richtigen Riech hatten, denn für online war das natürlich eine perfekte Zeit, oder? Absolut, ja, ja, das war für online wirklich eine gute Zeit. Wir waren, wir sind, also wir sind, glaube ich, so klassisch durch die verschiedenen Phasen gegangen.

Wir haben dann eben ausgegründet, waren dann bei Private Equity, wo wir im Endeffekt am Anfang noch gar nicht so richtig hingehört haben. Also wir waren ja in diesem eben Seven-Next-Konstrukt, wenn ich das immer sage, dazu gehört noch Jimondo, ein Online-Fitness-Studio, kennt man, glaube ich, auch in Deutschland, und eben Shared Republic und noch eine dritte kleinere Firma, Seven-Next-Brand Solutions, und in diesem Firmenkonstrukt wurden wir eben gekauft. Und man muss sagen, dass wir sozusagen damals einfach noch, also wir waren ja in den Startlöchern, wir waren auch noch lange nicht profitabel, wir hatten nur wahnsinnig gute KPIs und man hat gesehen, da ist Potenzial sozusagen. Und ja, wie das dann immer so ist in der Welt, ist dann immer höher, schneller, weiter. Also wir sind dann eigentlich sofort nach Italien gegangen, sofort nach Frankreich gegangen und war eben immer nur Wachstum um jeden Preis sozusagen, die Ansage, was sich dann ja vor, ja, was würde ich sagen, in der Corona-Krise, Ende der Corona-Krise absolut gedreht hat.

Und dann wirklich Profitabilität über allem stand, dann haben wir da auch einen Kurswechsel hingelegt, sage ich jetzt mal, und haben uns darauf konzentriert, was auch immer ein ganz schönes Prozedere ist, also von Wachstum über alles und um jeden Preis bis hin zu jetzt, aber bitte so schnell wie möglich in die Profitabilität. Und genau, wir hatten aber irgendwie immer Glück vom Timing, also ja, sowohl 2019, als wir gestartet sind, hatten wir Glück, dann der Anfang der Corona-Krise war natürlich für online eine reine Beflügelung, muss man sagen, dann kamen auch schwierigere Phasen. Aber wir sind immer so ganz gut mit dem Flow gegangen, also das stimmt, das kann man sagen. Ja, Fabian, kommt dir irgendwie ein bisschen bekannt vor, oder? Ihr ein Jahr später am Start.

Ja, ich glaube, eine sehr, sehr ähnliche Reise, auch wenn es natürlich zwei doch unterschiedliche Branchen sind. Ich glaube, für uns war es sehr, sehr gesund, dass wir schon nochmal ein Stück vor Corona gestartet sind, dadurch einfach die Mentalität mitgenommen haben, die wir auch vor Corona hatten, ich nenne es mal nah am Cash gebaut zu sein, schon von Anfang an einen gewissen Profitabilitätsfokus zu haben, nicht eben nur Wachstum um jeden Preis, sondern auch zu schauen, dass man irgendwie nachhaltig wächst, dass das Ganze funktioniert. Und das war uns auch bewusst, diese E-Commerce-Welle, die für uns auch genauso wie für Caro als Logistikunternehmen riesengroß war und wo wir in sehr, sehr kurzer Zeit einen extremen Wachstumssprung gemacht haben. Aber natürlich war das Bewusstsein immer da und ich glaube auch in der gesamten E-Commerce-Branche, dass das in irgendeiner Form zumindest zu einem gewissen Teil temporär ist. Natürlich, wenn man alle Läden schließt, dann kaufen die Leute online.

Wenn die Läden wieder eröffnen, dann wird ein gewisser Teil mindestens dieser Leute wieder in Läden kaufen. Das ist einfach die Realität und für mich war es wichtig, uns auch in dieser Corona-Zeit von Anfang an so aufzustellen. Das hat uns dann in der Phase danach sehr geholfen, weil genauso wie Caro es gesagt hat, von einem Tag auf den anderen ist der Fokus auf allen Seiten komplett gewechselt und es war plötzlich eben nicht mehr der Wachstumsfokus oder der reine Wachstumsfokus. Ich glaube, als junges Unternehmen muss man immer wachsen, aber der reine Wachstumsfokus war weg und plötzlich ging es darum, wie werde ich jetzt so schnell wie möglich, möglichst profitabel. Und genau, ich glaube, wenn wir mitten in der Corona-Zeit gestartet wären, dann wäre das wahrscheinlich nochmal ein größerer Mentalitätswechsel gewesen, als es so war.

Aber es war natürlich eine sehr spannende und turbulente Reise, muss man sagen. Jetzt sitzt ihr beide quasi im gleichen Boot. Die Wachstumszahlen, die wir jetzt unengst gehört haben, deuten ja eher darauf hin, dass im Online so ein gewisser Peak erreicht ist, läuft so mit drei bis vier Prozent wahrscheinlich in diesem Jahr auf den Plus heraus. Da fängt man dann ja schon mal an, nicht mehr nur im Wachstum, sondern auch Marktanteile sich anzugucken, die man vielleicht von anderen her bekommen kann. Denn wir sehen ja unter diesen Female-LED, aber auch insgesamt in den Visibility-Charts relativ stark, Fabian, eine Fokussierung auf drei Branchen, Food, Kosmetik, Fashion.

Wie ist das zu erklären und wie schlagen sich die Unternehmen da? Ja, im Endeffekt, ich glaube, das sind alles drei Branchen, die einfach nochmal einen großen Schub bekommen haben während Corona. Viele, die sich auch neu erfunden haben. Ich finde, Food ist ein sehr, sehr gutes Beispiel, wenn man sich anschaut, wie sah die Online-Food-Branche aus vor drei oder vor fünf Jahren und wie sieht sie heute aus, dann ist das einfach schon zu einem gewissen Grad eine andere Welt. Ich glaube, dass viel, ich meine, Caro, da bist du wahrscheinlich deutlich mehr Expertin als ich, aber dass viel im Supplement-Bereich, viel im Fitness-Bereich sich neu erfunden hat, dass die Leute da anders denken.

Und ich habe das Gefühl, jetzt gerade erreichen wir da auch eine neue Evolutionsstufe mit dem ganzen Supplement-Thema Überfitness hinaus. Wenn man sich die Themen Longevity anschaut, das ist jetzt einfach ein neuer Trend, der gerade aufkommt. Und deswegen glaube ich auch nicht. Klar, es wird immer gesagt, jetzt wurde das Peak erreicht. Ich glaube, als wir gestartet sind 2018, haben uns auch alle gesagt, E-Commerce ist quasi schon tot.

Das hat man dann relativ schnell herausgefunden, natürlich auch durch externe Faktoren, dass das absolut nicht der Fall war. Aber ja, ich glaube, wir sind gerade in einer wirtschaftlich schwierigen Situation insgesamt. Das hat auch Auswirkungen auf E-Commerce. Aber ich sehe immer noch, gerade in diesen Branchen, extrem viel Potenzial und bin gespannt, was da noch kommt. Caro, wie habt ihr euch geschlagen?

Womit habt ihr angefangen? Was war deine Kernidee damals? Und wo habt ihr euch, Fabian hat es eben Evolution genannt, hin entwickelt? Ja, also unsere Kernidee oder womit es eigentlich losging, war tatsächlich, ich habe ja schon gesagt, Wir waren in diesem 7-Next-Konstrukt und hatten damals unter diesem Dach auch ein Fitnessprogramm, ein Online-Fitnessprogramm, was wahnsinnig erfolgreich war. Und zwar war das mit Sophia Thiel, ich weiß nicht, ob euch das allen was sagt.

Aber das ist eine junge Frau, die tatsächlich eine Körpertransformation hingelegt hat und auch wirklich durch Ernährung und Sport einfach komplett ihr Aussehen geändert hat. Und dann aber auch wirklich in die Richtung, also wirklich so auch Bodybuilding gegangen ist und so. Aber aufgrund ihrer Art und aufgrund ihrer, ja weiß ich nicht, ihrer Persönlichkeit hat sie es auch wirklich geschafft, Menschen da total mitzunehmen und zu begeistern. Und die hat es wirklich geschafft, also Zehntausende von Leuten dazu zu bekommen, mit ihr zu trainieren, dieses Online-Programm zu machen. Also das war, das kann man sich wirklich gar nicht vorstellen, was da im Januar teilweise los war, wie viele Leute sich dafür angemeldet haben.

Und damals waren wir noch mit ProSieben auch mehr verknüpft, das war nämlich die ganze Anfangszeit, deswegen hatten wir da auch viel TV-Werbung, was natürlich auch nochmal für dieses Sophia Tee-Programm einen großen Push gegeben hat. Naja, was aber der Fall war, alle haben sie immer gefragt, was für einen Protein-Check soll ich nehmen, ja. Also es gibt keine guten, den vertrage ich nicht, der schmeckt mir nicht, da hast du nicht eine Empfehlung. Und dann kam eigentlich Sophia da mal zu uns und meinte, ganz ehrlich, ich kann jetzt den empfehlen und den, aber ich kann keinen so richtig von Herzen empfehlen, wollen wir nicht eins zusammen machen. Und dann haben wir gesagt, ja, warum denn eigentlich nicht, also haben wir zwar noch nie gemacht, aber würde ja Sinn machen.

Und dann haben wir eigentlich damit angefangen, dann haben wir tatsächlich mit drei Protein-Shakes angefangen, die sie in der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe, im Geschmack und so weiter sehr, sehr stark mit beeinflusst hat. Und dann habe ich damals gesagt, naja, wenn wir jetzt mit Protein-Shakes rausgehen, ich sehe uns nicht als jetzt das neue Foodspring oder das neue ESN oder so, sondern ich sehe uns Lifestyle-iger, auch klar mit diesem Sophia Tee-Background und auch mit ihrem Programm, dann sollten wir auch nochmal in die Richtung Almazet gucken, ob man da nicht vielleicht auch gleich noch was Innovativeres mitlaunchen kann. Und dann war der erste Schritt, waren eben wirklich klassische Whey-Proteine, die wir auch immer noch im Sortiment haben. Und der zweite Schritt, der kam dann aber relativ schnell, waren unsere Slim-Shakes, also Malzeiten-Ersatz-Shakes. Im Endeffekt einmal seht, es schmeckt gut, muss man wirklich so sagen, die dann sehr, sehr schnell der absolute Verkaufsschlager geworden sind.

Also die haben dann tatsächlich auch sehr schnell die Protein-Shakes abgelöst und man hat diesen Need gesehen, den die Leute, der da wirklich auch noch war. Also da waren wir ja so mit die Ersten, die damit auf den Markt gekommen sind. Genau. Ja, und seid ihr ja nicht allein in der Nische. Nee.

Was würdest du sagen, ist euer USP, was macht euch so besonders? Ja, also es ist definitiv der Geschmack, muss man sagen. Wirklich, also das sage ich jetzt auch nicht, weil es unsere Shakes sind, sondern es gibt einfach nichts Vergleichbares, ist einfach so. Natürlich, wir haben so viele Sorten, es gibt auch ein, zwei, die mir nicht schmecken, muss ich ganz offen sagen. Das Produktteam ist dann immer total sauer, aber es ist so.

Aber insgesamt ist der Geschmack einfach wirklich ein absoluter USP und das bestätigt uns eigentlich auch fast jeder Kunde. Und dann ist es auch unser, ich sag mal, unsere Positionierung, unser Image, unser Design. Also wir sind einfach ein bisschen anders als unsere Competitors. Wir sind nicht so performance-orientiert. Wir sind nicht auf so, das ist das Ideal und so musst du aussehen, so à la More Nutrition oder so, sondern wir haben dann sehr viel dezenteren, lifestyligeren Ansatz, was man eben auch an den Produkten zum Beispiel schon sieht, allein wie das Produktdesign und sowas aufgemacht ist.

Interessant, dass du das sagst, denn ich habe natürlich auch eine kleine Umfrage gemacht bei uns im Umfeld. Und da kam tatsächlich, als ich so die Seite dann auch mal so, scrollt man so ein bisschen runter, und dann kamen die drei hoffentlich authentischen Fälle von jungen Damen, die sich dann mit eurer Hilfe weiterentwickelt haben. Natürlich. Und dann kam da aber sofort auch bei uns die Kritik, hier jetzt guck mal, die verkörpern doch wieder nur diesen Idealtypus und die sind tatsächlich wieder drauf aus, uns zu irgendwelchen Abbildern von Idealfiguren zu machen, anstatt uns den Mut zu geben, zu unserem eigenen Körper zu stehen. So wie Els, was sagst du dazu?

Ja, da sind wir in einem Zwiespalt, sage ich jetzt mal, weil einerseits ist es natürlich unser Geschäftsmodell, zu sagen, wir vertreiben die Produkte, die wir vertreiben und dazu stehen wir auch sozusagen. Auf der anderen Seite sagen wir immer wieder ganz deutlich in der Kommunikation und leben das, glaube ich, auch alle. Also auch ich als Geschäftsführerin, glaube ich, unterscheide mich sehr stark von den Geschäftsführern anderer Supplement- und Nutrition-Brands, leben wir ganz deutlich genau das, dass eigentlich jeder glücklich sein soll in seinem Körper und dass wir auch sagen, Menschen sind immer dann am schönsten, wenn sie sich wohlfühlen in ihrer Haut. Und leider gibt es ganz, ganz viele Menschen, die das eben noch nicht tun. Und dabei wollen wir unterstützen bei all den Hindernissen, die sich da auf den Weg stellen.

Und das ist ja gar nicht nur Figur, also wir sind ja jetzt gar nicht nur auf Slim Shakes und Protein Shakes, sondern bei uns macht mittlerweile auch ein wirklich großer Bestandteil, es sind Supplements. Also wir haben ja unser Kollagenpulver zum Beispiel, was immer mehr, immer wichtiger wird oder immer mehr, also auch die Nachfrage einfach konsequent steigt. Wir haben unsere Belly Greens zum Beispiel, die sind gegen Blähbauch oder für die Verdauung. Also wir gehen da in ganz verschiedene Richtungen und sagen einfach, wir wollen sozusagen das Wohlbefinden unterstützen und was auch immer es ist. Ob es jetzt die Haare, die Muskeln, die Haut oder das Fett ist, was weg soll.

Wir haben sozusagen die Hilfestellung in Produktform dafür. Aber wir sind fern davon und das versuchen wir auch echt auf Social Media und wo wir können, immer wieder zu propagieren, zu sagen, das ist das Idealbild und so sollst du bitte aussehen. Glaubst du, das fällt einer fraugeführten Gesellschaft leichter, sich so zu positionieren, statt so ein Idealbild zu verkörpern im wahrsten Sinne des Wortes? Ich glaube ehrlich gesagt nicht. Ich glaube tatsächlich oder manchmal denke ich, ich habe das Gefühl, es ist leichter ein Idealbild zu verkörpern und zu sagen, so haben alle Leute aus, das ist euer Ziel, so könnt ihr aussehen, wenn ihr unsere Produkte nehmt.

Ich habe immer das Gefühl, die Message ist klarer und ich habe auch das Gefühl, die Unternehmen, die das machen, die kriegen jetzt nicht wahnsinnig viel Kritik dafür, sondern die kommen damit eigentlich ganz gut durch. Also wisst ihr, was ich meine? Also auch so an Umsätzen, Wachstum und so. Also ich will jetzt nicht immer irgendwelche Namen nennen, aber Firmen, die das ganz klar propagieren, auf eine wirklich teilweise ganz, ganz schwierige Art und Weise, die wirklich auch nicht mehr, also für mich nicht mehr tragbar wäre, die ich auch nicht so mitmachen würde, die haben jetzt aber kein Problem mit Umsätzen oder mit Wachstumsraten oder mit, also das muss man schon deutlich sagen. Fabian, wie siehst du das?

Eher in Richtung allgemein und ganzheitlich oder zugespitzt? Was ist zurzeit en vogue und zieht? Ich sehe das ehrlich gesagt wie Karin. Ich kann das auch von meiner Einschätzung, glaube ich, genau so teilen. Das sind im Endeffekt zwei gegenläufige Trends, die gerade sehr, sehr widersprüchlich sind.

Auf der einen Seite ist in der öffentlichen Wahrnehmung und in der Presse, in der Gesamtkommunikation, deutlich mehr Sensibilität für das Thema da. Auf der anderen Seite, wenn man sich anschaut, gerade im Fitnessbereich und auch im allgemeinen Foodbereich, wo geht der Trend der Unternehmenskommunikation hin, gerade auf Social Media, dann geht das eigentlich in die genaue Gegenteilige Richtung. Da werden eigentlich, wenn man sich gerade in der Fitnessszene das anschaut, inzwischen Körperbilder propagiert, die gar nicht mehr real zielbar sind, ohne vielleicht das ein oder andere Mittelchen. Das ist problematisch und ich weiß nicht, warum das jetzt aktuell so stark auseinandergeht. Also warum der Unterschied zwischen öffentlicher Wahrnehmung, Sensibilität auf der einen Seite und realer Unternehmenskommunikation, warum der so groß ist.

Irgendwann werden wir wohl dazu kommen, dass wir dann unsere Images, unsere Bilder dann auch über KI dann selber gestalten. Man darf dann halt nur nicht mehr vor die Tür gehen und Realität und digitale Erscheinungen dann tatsächlich miteinander vergleichen. Aber Caro, noch mal zu deinem Erfolgsrezept. Du schreibst auf, ich habe ein bisschen gestalkt auf LinkedIn, was du so gepostet hast, dass für 2023 ein größtes Highlight eigentlich war die Kultur, die ihr aufgebaut habt. Was macht die aus?

Ja, das hat so ein bisschen das, was ich vorher gesagt habe, dieser komplette Kursumschwenken von, wir wachsen und zwar nicht nachhaltig und nicht, also wir haben natürlich versucht nachhaltig zu wachsen, aber es ging wirklich einfach nur um prozentuales Wachstum, was wir zeigen sollten, wollten, wie auch immer, zu, okay, jetzt müssen wir ein nachhaltiges, gesundes Geschäft auf die Beine stellen. Und das ist schon kulturell auch nicht einfach, ehrlich gesagt. Also da muss man auch gucken, wen nimmt man mit auf die Reise, wen nimmt man nicht mit auf die Reise, wer hat da auch Lust drauf, wer kann auch mit den Gegebenheiten zurechtkommen. Also das war für mich sicher die lehrreichste, aber auch wirklich schwierigste Phase meines Berufslebens. Muss ich wirklich sagen, oder die größte Herausforderung.

Und es dann trotzdem zu schaffen, auch über das letzte Jahr eben mit den Leuten, mit denen wir weitergegangen sind und mit den neuen Leuten, die dazugekommen sind, eben so eine positive Form des Zusammenarbeitens zu schaffen, das war eigentlich so, ja, das war letztes Jahr auf jeden Fall der größte Win, weil ich da wirklich meine Zweifel dran hatte. Und was unsere Kultur im Endeffekt ausmacht oder worauf ich eben so sage, da bin ich stolz drauf, dass wir das hingekriegt haben, ist tatsächlich, dass ich so ein Gefühl habe, es gibt überhaupt kein Gegeneinander, sondern es ist ein wirklich Miteinander und über allem steht eigentlich einfach immer der Unternehmenserfolg. Ja, und wenn wir jetzt gucken, über welchen Channel kamen denn wie viele neue Kunden und über welchen Channel kamen denn welcher Umsatz, dann bin ich total glücklich und weiß, ich habe alles richtig gemacht. Wenn im Management-Team einer sagt, ist ja am Ende auch scheißegal, ob es jetzt über Performance-Marketing oder über CRM kam, das Gesamtergebnis ist das, was zählt. Und dann denke ich immer, ja, danke.

Und ich bin total froh, dass ich das nicht mehr sagen muss. Und das ist, glaube ich, so das, was wir im letzten Jahr geschafft haben, zusammen mit meiner HR-Managerin. Und da habe ich selber teilweise nicht dran geglaubt, dass wir das wirklich so gut hinkriegen mit den Umständen, die wir irgendwie hatten. Du schreibst auch, dass es schon hart war, weil einige Abschiede sehr schwer fielen. Ich habe das so interpretiert, dass du auch Positionen hattest, wo du länger für dann gesucht hast, wer passt dahin, wen kann man da reinnehmen.

Was ist besonders schwer zu finden in diesen Tagen? Was hättest du gerne, wenn du dir jetzt dein Tableau noch wunschgemäß ergänzen könntest? Oh, wenn ich mir Tableau wunschgemäß ergänzen könnte, da würde ich... Schade, du warst nah dran eben. Ich glaube, was mir am schwersten fiel, da im letzten Jahr war, wir haben unser CFO rausgegangen.

Der war, das war aber auch, also das ist auch alles richtig, der war Gruppen-CFO, also für die gesamte Seven Next Gruppe und einfach zu sehr aufgeteilt. Wir mussten das klar splitten in die Businesses, also auf Jimondo und Shade Republic und so weiter und so fort aufteilen. Und das war der Schritt, den wir letztes Jahr letztlich gemacht haben. Wir haben jetzt einen eigenen Dedicated CFO, das ist super und das war absolut richtig. Aber menschlich ist es mir total schwer gefallen, mich da zu verabschieden, weil es auch so einer war, der so seit der ersten Stunde mit dabei war.

Und man geht da ja auch durch viele Phasen und das ist einfach, ja, dann immer emotional irgendwie so ein Abschied. Genauso eben mein Mitgründer sozusagen, der ja auch nie dann mit in der Geschäftsführung war, der ist dann als CEO zu Jimondo reingegangen, weil der alte CEO rausgegangen ist. Das heißt, er ist bei uns auch komplett rausgegangen, also auch in dieser beratenden Funktion erstmal nicht mehr da gewesen. Das war auch auf jeden Fall ein menschlicher, uninhaltlicher Loss für mich. Und dann gab es noch ein paar andere Positionen, aber es ging nie, muss ich sagen, um fachliche Kompetenz, die wir verloren oder nicht gefunden haben.

Sondern es war eigentlich immer eher die menschliche Komponente, die es schmerzhaft gemacht hat in manchen Phasen. Jetzt steht bei dir noch zwölf Mitarbeiter zur Zeit. Wie viel seid ihr gerade? Stimmt das? Ja, wir sind 25.

Okay, das solltest du mal aktualisieren. Aber das geht halt so schnell beim wachsenden Startup. Ja, genau. Nee, wir sind 25 und wir kommen auch von noch mehr in hohen Phasen. Aber aktuell sind wir 25 ungefähr, ja.

Fabian, wie ist das bei euch? Wo seid ihr mittlerweile? Wir sind knapp 40. Kommen auch natürlich von ein bisschen mehr in den Peak-Zeiten. Wir haben jetzt geschaut, dass wir das Unternehmen auch für die nächsten Jahre möglichst effizient aufstellen.

Ich glaube, das ist sehr, sehr gut gelungen. Ja, ähnlich wie Caro, Abschiede fallen immer schwer. Wenn man sich eine gute Kultur aufgebaut hat, dann ist es einfacher, einfach weil mehr Verständnis da ist von allen Seiten. Und was für mich ein großes Learning auch der letzten zwei Jahre war, wie entscheidend Kommunikation ist, sowohl transparent zu sein, proaktiv zu kommunizieren, frühzeitig zu kommunizieren und manchmal auch einfach sehr, sehr ehrlich zu sein. Und nicht Sachen zu schön zu sagen, nicht Sachen anders darstellen, als sie sind, Sachen vorenthalten, sondern wirklich einfach zu sagen, wie es ist.

Das wird sehr, sehr geschätzt und dann ist es auch einfacher, schwere Entscheidungen zu treffen und dann fällt vielleicht auch der ein oder andere Abschied einfacher für sowohl die Mitarbeiter, die Mitarbeiterinnen als auch für den Verein selbst. Caro, ihr seid natürlich Kommunikationsprofis, ja, von der Medienvergangenheit her kommend und jetzt mit Top 3 auf den Female-Led Visibility Charts hier der Startups. Das zeugt ja davon, dass ihr diese Kommunikationsfrage im Griff habt. Was siehst du als größte Herausforderung jetzt für die nähere Zukunft an? Also ich denke, die größte Herausforderung für die nähere Zukunft wird sein, jetzt wieder einfach auf Business bezogen profitabel jetzt zu wachsen.

Also wir sind jetzt, wie gesagt, stehen auf soliden Beinen und haben das Geschäft sozusagen einmal komplett umgedreht und sind auch echt stolz darauf, was wir da geschafft haben. Genauso wie wir sehr stolz sind auf dem Platz 3 in den Charts. Und genau, und jetzt können wir uns sozusagen wieder dem Wachstum mehr widmen. Also natürlich, wie du schon gesagt hast, Fabian, wir haben es auch nie ganz aus den Augen gelassen, sollte man ja auch nie so ganz im E-Commerce-Bereich, aber wir waren auch mit kleinen Wachstumsraten jetzt erstmal zufrieden, solange die CM3 gestimmt hat. Und jetzt ist das eigentlich wieder so unser Fokus und das wird aber auch gleichzeitig die Herausforderung, weil wir es jetzt natürlich auf dem Level, genau, mit guten KPIs gerade fahren.

Und wir alle wissen, wenn es mit Wachstum verbunden ist, dann ist es die Kunst, den Spagat hinzukriegen und das wird für uns jetzt einfach die Herausforderung. Oder das ist das, worauf wir uns jetzt für die nächsten Monate definitiv konzentrieren. Und für uns ist auch immer eine Herausforderung in unserem Business das Q3 und Q4, besonders Q4, weil das einfach absolut nicht unsere Saison ist. Und da müssen wir jetzt einfach schaffen, durch den richtigen Product-Market-Fits die Kunden mehr abzuholen, als wir das in den Vorjahren geschafft haben. Fabian, spürst du das auch bei euch von den logistischen Retouren oder überhaupt auch von den Aufträgen Q3, Q4 im Nahrungsmittel, im Food-Bereich?

Die Leute, Weihnachten rückt näher, im Januar will man die ganz dann wieder abtrainieren. Ja, da fragt man dann eher vielleicht nach den Fitnessprogrammen nach. Gibt es da solche Wellen auch bei euch im Geschäft? Das kann man ganz schlecht pauschalisieren. Also das sieht für jedes Unternehmen anders aus.

Das hängt sehr, sehr stark ab von der Kundschaft, vom ganz konkreten Produkt. Wahrscheinlich gilt das für die Fitness-Szene im Allgemeinen tendenziell. Da bin ich jetzt nicht im Detail drin. Für uns ist natürlich insgesamt Q3, Q4 sehr, sehr stark. Einfach, weil das Weihnachtsgeschäft da ist.

Aber auf individueller Kundenebene gibt es Kunden, die haben ein extrem starkes Q1. Es gibt Kunden, deren Untertags-Valentinstagsgeschäft ist extrem stark. Also da zu pauschalisieren ist unglaublich schwierig. Deswegen würde ich sagen, halte ich mich da ein bisschen zurück. Caro, was habt ihr noch an Produkten oder Services?

Du hast ja schon beschrieben, dieser weniger Spitz dafür in die Breite, das Ganze ganzheitlich betrachten von den Programmen hin bis zu den Nahrungs- und Ergänzungsmitteln auch hin. Ist noch irgendwas da, womit ihr arrondieren wollt, eure Produkt- und Servicewelt, irgendwas in der Pipeline? Ja, da kommt tatsächlich noch ein bisschen was. Eben gerade für Q3 und Q4, weil wir eben schon, wie du genau richtig gesagt hast, ich glaube, das ist für alle Branchen komplett unterschiedlich. Und für viele ist Q3 und Q4 die, die, die, die überhaupt die Monate.

Ja, weil da Black Friday drin ist, der funktioniert bei vielen ja fantastisch. Da haben wir jetzt auch nicht das idealste Produkt für, muss man sagen. Und eben Weihnachten und Weihnachtsgeschäft ist bei uns, muss man ehrlich sagen, also wenn man jetzt ein Slimshake geschenkt bekommt, ist jetzt auch nicht das Schönste, was man sich irgendwie als Kompliment machen kann. Also da sind wir komplett raus. Deswegen, ja, müssen wir da tatsächlich eben, und was den eigentlichen, also den Use Case für einen selber angeht, ist auch eine Sache, das wissen wir alle, weiß ich von mir selber.

An Weihnachten ist man von einer Weihnachtsfeier auf der nächsten irgendwie eingeladen und geht auf einen Weihnachtsmarkt und man denkt an alles, aber ganz sicher jetzt nicht daran, irgendwie jetzt ein Shake zu trinken oder irgendwie abzunehmen oder sich in Form zu bringen oder so. Ich glaube, das ist in der richtigen Fitnessbranche nochmal was ganz anderes, weil die richtigen Pumper, sage ich jetzt mal, die machen ja einfach jeden Tag Sport und das ist vielleicht wurscht, ob es Dezember, Januar, Februar oder März ist und die nehmen auch jeden Tag ihre Proteinschecks. Das ist für die ja wirklich wie Essen sozusagen. Das ist bei unserer Kundschaft so ein bisschen anders. Das ist schon sehr, sehr saisonal bedenkt.

Und was wir jetzt eben gerade in der Planung, ist schon ein bisschen Überplanung hinaus, haben, sind einfach Produkte, wo wir wissen oder wir haben gemerkt, wir können diesen Shake Share sozusagen am Gesamtumsatz verringern, indem wir andere Produkte auf den Markt bringen, wie zum Beispiel das Kollagen, von dem ich gerade eben gesprochen habe oder eben Mittel zur Darmgesundheit. Das ist ja auch in aller Munde und wird auch immer häufiger nachgefragt und die Leute sind immer, wie soll ich sagen, affiner dafür. Das ist auch so ein Longevity-Thema zum Beispiel, genauso wie Proteine ja auch. Und da haben wir gemerkt, okay, wir können einfach diese klassische Abnehm-Klientel tatsächlich ein bisschen runterfahren und können unser Portfolio, können die Kunden, die wir aber über dieses Thema erreichen, auch für andere Produkte begeistern oder eben Neukunden dazu gewinnen. Also beides klappt.

Und da sind wir jetzt einfach dabei, eben unser Portfolio zu erweitern und haben drei Produkte eigentlich, die wir jetzt für Q3 geplant haben, die wir da launchen werden. Und ja, das ist dann immer schon auch ziemlich spannend und aufregend, weil da ja auch viel Investitionen drin steckt und viel Ressource und muss immer zu gucken, ob das auch so ankommt, wie wir uns das vorstellen. Das wird auf jeden Fall für uns die nächste große Aufregung werden. Dann drücken wir die Daumen und sind gespannt, was daraus wird. Die Kommunikation wird dich ja dann auch verstärkt begleiten im Zuge dieses Produktlaunches, sodass wir hoffen können, Fabian, dann, wenn wir die nächsten Female-Let Visibility-Charts machen, dass wir euch dann wiedersehen.

Ich danke euch beiden ganz herzlich für das Gespräch und euch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, danke für eure Zeit. Mehr Informationen zum Thema Handel erhaltet ihr auf e-tailment.de und dort findet ihr auch die aktuellen Visibility-Charts kostenfrei zum Download. Alles Gute und bis zur nächsten Ausgabe von Achtung, Handel! Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!

Teilen
Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.