Aldi in der Kritik

Aldi in der Kritik

90 Stunden Arbeit in der Woche, kein Mutterschutz, karger Lohn: Aldi lässt seine Aktionsware in China unter miserablen Arbeitsbedinungen fertigen, behauptet eine Studie.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Aldi biete jährlich etwa 2.500 Aktionswaren zu niedrigen Preisen an, darunter Computer, Fahrräder, Gitarren, Handmixer und Textilien. Mehr als 40 Prozent dieser Waren würden in China hergestellt. Die "Schnäppchenhits" seien aber mit systematischen Verletzungen von Arbeits- und Frauenrechten bei globalen Zulieferern erkauft, schreibt das globalisierungskritische Südwind-Institut.

Arbeitsintensive Industrie

In China gebe es Verletzungen von Arbeits- und Frauenrechten, wie sie in der arbeitsintensiven Industrie durch den Preisdruck von deutschen Importunternehmen typisch seien, berichtete Südwind-Mitarbeiterin und Studien-Autorin Ingeborg Wick nach Recherchen in dem Land.

"Die meist weiblichen Beschäftigten arbeiten bis zu 91 Stunden pro Woche und können dennoch von ihren kargen Löhnen kaum leben. Der Arbeitsdruck ist enorm und Fehler werden mit Geldbußen bestraft. Zudem werden grundlegende Rechte verletzt," sagte die Autorin. "Die Frauen erhalten weder Mutterschutz noch können sie unabhängige Gewerkschaften gründen."

Aldi Süd reagiert

Die Studie werde eingehend geprüft, erklärte Aldi Süd in Essen. Das Unternehmen sei sich seiner Verantwortung als einer der führenden deutschen Einzelhändler bewusst. Deshalb sei Aldi Süd auch einer freiwilligen internationalen Initiative beigetreten, deren Mitglieder sich zur Umsetzung und Kontrolle von Sozialstandards in der Lieferkette verpflichteten. Aldi Nord war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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