3D-Illustration zu Treue-Apps, Inflation, globaler Expansion und KI im Handel
© Black Forest Labs / Flux

Just Spices, Uber + Blacklane, Treue-Apps, Inflation, Aldi USA, WTO, Debenhams, ChatGPT, Google, KI-Oma Hilde

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Just Spices macht den Online-Shop dicht
Just Spices schließt im Juni seinen Online-Shop und den Amazon-Vertrieb, wie der Düsseldorfer Gewürz-Händler auf Instagram mitteilt. Die Kanäle seien wirtschaftlich nicht mehr tragfähig, die Produkte blieben aber im stationären Handel erhältlich. Als Kraft Heinz 2022 für 85 Prozent der Anteile einstieg, galt gerade der hohe Direktvertriebsanteil von rund 70 Prozent als Kaufargument – der US-Konzern lobte damals die Internet-Affinität des Startups, berichtete Zeit.de. Vom Ziel der Gründer, Just Spices zur Weltmarke zu machen, bleibe vorerst ein Rückzug ins Supermarktregal.

Uber kauft Berliner Chauffeur-Startup Blacklane
Uber übernimmt den Berliner Chauffeur-Dienst Blacklane, berichtet Techcrunch.com. Das 2011 gegründete Startup habe bislang über 100 Mio. Dollar von Sixt, Mercedes-Benz und dem Emirate-Konglomerat Alfahim eingesammelt. Der jetzige Kaufpreis bleibe ungenannt, der Abschluss hänge noch an regulatorischen Genehmigungen. Uber stärke mit dem Zukauf sein wenige Wochen altes Luxus-Angebot „Uber Elite“, das bisher nur in Los Angeles und San Francisco fährt; Blacklane bringe sein Netz in Europa, Asien, dem Nahen Osten und Amerika mit.

Treue-App installieren, aber Schnäppchen kaufen
Neun von zehn Verbrauchern nutzen mittlerweile mindestens eine Loyalty App – echte Kundenbindung schaffen die Programme trotzdem kaum, so eine Studie von IFH Media Analytics und Media Central. Drei Viertel der Befragten griffen im Zweifel zum besseren Preis, egal welche App sie installiert hätten; die Hälfte wechsle regelmäßig zwischen verschiedenen Programmen. Push-Nachrichten empfänden 68 Prozent als störend, fast ebenso viele verlören innerhalb der Apps den Überblick und fänden gedruckte Prospekte übersichtlicher.

Preisdruck zurück auf Zweijahreshoch
Der Ifo-Indikator für Preiserwartungen stieg im März auf 25,3 Punkte, den höchsten Stand seit zwei Jahren. Auslöser seien gestiegene Rohöl-, Gas- und Strompreise infolge des Nahostkonflikts. Die Energiekosten, die bislang die Inflation gebremst hätten, würden nun zum Preistreiber. Besonders kräftig zogen die Erwartungen in der Industrie an (von 13 auf 20 Punkte), doch über höhere Produktions- und Transportkosten schlage der Preisdruck auch auf breiter Front durch.

März-Inflation bei 2,7 Prozent
Die Inflationsrate in Deutschland liegt im März 2026 voraussichtlich bei 2,7 Prozent, so das Statistische Bundesamt. Gegenüber Februar seien die Verbraucherpreise um 1,1 Prozent gestiegen. Die Kerninflation – ohne Nahrungsmittel und Energie – betrage 2,5 Prozent. Auffälligster Posten: Energie verteuere sich um 7,2 Prozent zum Vorjahr, der erste Anstieg in dieser Kategorie seit Dezember 2023.


HANDEL INTERNATIONAL


Aldi USA gibt Online-Geschäft in Instacarts Hände
Aldi USA stellt seinen Online-Shop und die App komplett auf Instacarts Storefront Pro um, eine speziell für Lebensmittelhändler entwickelte E-Commerce-Plattform, berichtet Chainstoreage.com. Kunden erhielten somit personalisierte Produktempfehlungen und einkaufbare Rezepte. Die seit 2017 bestehende Partnerschaft wachse damit weit über reine Lieferlogistik hinaus. Laut COO Dave Rinaldo kaufe bereits jeder dritte US-Haushalt bei Aldi ein.

Blockade in letzter Minute: E-Commerce-Deal scheitert bei WTO
Die WTO-Ministerkonferenz in Jaunde ist ohne Einigung zum E-Commerce-Abkommen zu Ende gegangen, berichtet DW.com. Die USA und Brasilien hätten sich gegenseitig für das Scheitern verantwortlich gemacht. Washington fordere eine dauerhafte Verlängerung des Zollmoratoriums auf grenzüberschreitende Online-Bestellungen, Brasilien wolle nur vier weitere Jahre – und habe die Einigung zuletzt aus Protest über den parallelen Agrarstreit blockiert. Erst am Vortag hätten sich 66 Mitglieder, darunter die EU-Staaten, auf eine Rahmenvereinbarung zum digitalen Handel verständigt. Die Gespräche sollen in Genf bis mindestens Mai weiterlaufen.

54 Prozent der Briten wollen Schutz vor Temu und Shein
54 Prozent der britischen Verbraucher befürworten strengere Regeln gegen Billigimporte von Temu und Shein, zitiert Channelx.world eine Umfrage der Retail Technology Show. Besonders die Gen Z, selbst treueste Kundschaft der Plattformen, spreche sich zu 68 Prozent für Änderungen an der De-minimis-Schwelle aus. Trotz Druck von Primark, Next und dem British Retail Consortium plane London, die momentane Regelung der zollfreien Einfuhr unter 135 Pfund bis März 2029 aufrecht zu erhalten.

Debenhams überrascht mit seinen Marktplatz-Gewinnen
Die Debenhams Group übertrifft die eigene Gewinnprognose deutlich, berichtet Drapersonline.com. Das bereinigte Ebitda liege bei 53 Mio. Pfund, ein Plus von 36 Prozent zum Vorjahr. Der Umbau zum schlanken Marktplatz-Modell trage Früchte: Die Fixkosten seien auf 119 Mio. Pfund geschrumpft, weit unter den angepeilten 130 Mio. Zwar bleibe das Handelsvolumen rückläufig, doch der Abwärtstrend verliere spürbar an Tempo. Für das kommende Geschäftsjahr stelle CEO Dan Finley sogar zweistelliges Ebitda-Wachstum in Aussicht.

Werbung in ChatGPT launcht erfolgreich
OpenAI hat mit Werbung in ChatGPT in den sechs Wochen nach Start des US-Pilotprojekts eine theoretische, hochgerechnete Jahresumsatzrate von über 100 Mio. Dollar erreicht, berichtet Retail-News.de unter Berufung auf Reuters. Bislang sehe weniger als ein Fünftel der täglichen Gratisnutzer überhaupt Anzeigen, obwohl 85 Prozent dafür freigeschaltet werden könnten. Über 600 Werbekunden, darunter auffällig viele KMU, buchten bereits Platzierungen unterhalb der KI-generierten Antworten. Im April solle eine Self-Service-Plattform folgen. Erste Auslandsmärkte seien Australien, Kanada und Neuseeland; Europa allerdings nicht.


Googles „Agent Smith“ programmiert so gut, dass er rationiert wird
Google setzt intern ein neues KI-Tool namens „Agent Smith“ ein, das Programmieraufgaben autonom übernimmt, berichtet Businessinsider.de. Das Werkzeug baue auf der hauseigenen Plattform „Antigravity“ auf und arbeite, steuerbar per Smartphone, asynchron im Hintergrund. Die Nachfrage unter Mitarbeitern sei so groß, dass Google den Zugang habe drosseln müssen. Mitgründer Sergey Brin habe auf einer Versammlung betont, KI-Agenten würden dieses Jahr eine zentrale Rolle im Konzern spielen, ein Unternehmenssprecher bleibe im Vergleich betont vage: Man experimentiere, habe aber „nichts Konkretes zu berichten“.

KI-Oma Hilde berät 3.000 Mal gegen Betrug
Die KI-Assistentin „Oma Hilde“ von Telefónica O2 hat in ihren ersten 100 Tagen rund 3.000 Beratungsgespräche zu Betrugsversuchen geführt, berichtet Golem.de. Die digitale Großmutter werde etwa 33 Mal am Tag angerufen. Knapp ein Viertel aller Anfragen drehe sich um Smishing – gefälschte SMS etwa von angeblichen Paketdiensten. Dicht dahinter folgten Banking-Betrug (23,7 Prozent) und Phishing (18,9 Prozent). Ein zweiter KI-Avatar namens Niklas unterstütze sie dabei – beide seien kostenlos nutzbar.
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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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