Alibaba: Der chinesische Gigant fordert Amazon, eBay und Google heraus

Alibaba: Der chinesische Gigant fordert Amazon, eBay und Google heraus

Google rüstet mit Google Shopping zum Kampf gegen Amazon um die Klicks der Shopper. Doch der größte Konkurrent von Amazon ist nicht Google und auch nicht Zalando, dessen Mutterhaus Rocket Internet mit Lazada in Indonesien sogar Amazon kopiert. Die kommende Macht im E-Commerce kommt aus China und heißt Alibaba. Chinas größte Plattform im E-Commerce wird mit seinen Satelliten Taobao und Tmall in diesem Jahr Produkte im Wert von über 150 Milliarden Dollar verkaufen und rüstet sich nun für die mo...

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Chinas größte Plattform im E-Commerce wird mit seinen Satelliten Taobao und Tmall in diesem Jahr Produkte im Wert von über 150 Milliarden Dollar verkaufen und rüstet sich nun für die mobile Offensive. Ein ernsthafter globaler Markteintritt des chinesischen Giganten mit dem Namen einer Figur aus der Geschichtensammlung "Tausendundeine Nacht" könnte den E-Commerce mächtig durcheinander wirbeln.

In Deutschland verbreitet Alibaba derzeit den Charme einer Import-Export-Bude. Das ist auch kein Wunder. Wie eBay verkauft Alibaba keine eigenen Produkte, sondern tritt als Markplatz auf und kassiert dafür eine Gebühr der Händler.

Vor allem aber soll Alibabas Online-Auktionshaus Taobao im Verbund mit TMall in den nächsten fünf Jahren gewaltige Umsätze generieren. Laut Wikipedia ist Taobao mit 39,9 Mio. angemeldeten Benutzern die größte Internet-Auktionsplattform im asiatischen Raum und Umsatzgarant im Alibaba-Reich. Tendenz steigend: 473 Milliarden Dollar Jahresumsatz sind binnen fünf Jahren das Ziel im gesamten Alibaba-Reich.

Obendrein positioniert Alibaba mit Aliyun, im Sommer 2012 gestartet, sein eigenes mobiles Betriebssystem aggressiv im Markt. Rund 160 Millionen Dollar wollen die Chinesen pro Jahr in die Weiterentwicklung des eigenen mobilen Ökosystems investieren. Damit peilt Alibaba natürlich zunächst auf über eine Milliarde Telefonkunden in China. Das Cloud-basierte System, die Apps liegen auf einem Server, basiert auf Linux und will vor allem am Marktanteil des Google-Betriebssystems Android nagen. Deren Apps sollen über einen technischen Umweg auch auf den Alibaba-Smartphones laufen.

Das ist natürlich ein cleverer Schachzug, um sich erst einmal weiter die Vorherrschaft auf dem chinesischen E-Commerce-Markt zu sichern, der allein mobil im letzten Quartal eine Umsatzgröße von 1,8 Milliarden Dollar erreichte und laut iResearch knapp 4 Prozent der E-Commerce-Umsätze ausmacht.

Die eigentliche Stärke liegt aber (wo bleibt eigentlich das Amazon-Smartphone?) darin, dass Alibaba damit sein Ökosystem noch enger knüpft. So ist in dem mobilen Betriebsystem mit Alipay auch ein eigener Onlinebezahldienst integriert.

In jedem Fall aber will Alibaba Amazon und eBay schon in diesem Jahr übertrumpfen. „Anhand ihrer Jahresbilanzen haben wir eine grobe Rechnung aufgemacht und festgestellt, dass wir im vergangenen Jahr gleichauf lagen. In diesem Jahr wachsen wir aber schneller als sie, deswegen werden wir dies es Jahr voraussichtlich größer als sie sein", sagt Strategiechef Zeng Ming. Und wer so groß ist, dem dürfte China eines nicht allzu fernen Tages zu klein werden.

Die Geschichte von Ali Baba in Tausendundeine Nacht geht übrigens so aus: Ali Baba überwältigt peu à peu die 40 Räuber und sackt dann den Schatz in der Felsenhöhle ein.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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