
Alte Häuser, hohe Energiekosten
Die meisten deutschen Handelsimmobilien wurden noch in den siebziger Jahren gebaut. Energiesparen war damals noch nicht das große Thema. Das rächt sich jetzt, zeigt eine Studie.
Thomas RehmRedakteurNoch vor 1978 gebaut
Das Problem: Fast 81 Prozent aller Handelsgebäude wurden vor 1978 erbaut, also bevor die baulichen Vorgaben der ersten Wärmeschutzverordnung wirksam wurden. Von den NWG wurden bereits 38 Prozent mindestens nach den Vorgaben der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet, bei den mischgenutzten Gebäuden trifft dies nur auf 15 Prozent zu, hat das EHI herausgefunden.
Bei einer solch alten Bausubstanz verwundern die relativ hohen Energiekosten nicht. Denn 2013 lagen die Energiekosten der 250 umsatzstärksten Vertriebslinien des Handels durchschnittlich zwischen 1,3 und 1,7 Prozent des Nettojahresumsatzes, schreibt das EHI weiter. Bei einer durchschnittlichen Gewinnmarge von 1,5 Prozent entsprechen die Jahresenergiekosten damit in dieser Gruppe in etwa 100 Prozent des Gewinns.
Nur Büroimmobilien sind schlechter
Im Vergleich aller gewerblich genutzten Immobilien in Deutschland haben die Handelsgebäude nach den Büroimmobilien den zweithöchsten Energiebedarf, teilt das EHI mit. Der Bereich Kältetechnik stellt im Food-Handel den größten Energieverbrauch dar, gefolgt von Beleuchtung und Klimatisierung.
Bei Nonfood-Händlern ist Beleuchtung der größte Kostentreiber und Klimatisierung belegt Rang zwei. Darüber hinaus wird besonders im Bereich Heizenergie das Potenzial zur Energieeinsparung bisher selten genutzt.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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