
Amazon Echo: Katalysator für das vernetzte Heim und vernetzte Geschäfte
Das Werbevideo für "Amazon Echo" wirkte ein wenig wie der Imagefilm einer Sekte, gruselig gar. Gleichwohl könnte der zur Horchbox aufgemotzte Lautsprecher mit Mikrophon die Spielregeln und Kräfteverhältnisse im SmartHome-Markt auf Dauer verändern. Zu diesem Schluss kommt jetzt die Managementberatung Mücke, Sturm & Company (MS&C). Für Amazon könnte "Echo" zudem zum Katalysator für weitere Geschäfte werden.
Die Produktstrategie von Amazon unterstützt das Kerngeschäft
Seit seiner Gründung im Jahr 2004 erweitert Amazon kontinuierlich sein Produktportfolio mit dem Ziel, weitere Vertriebskanäle zu generieren So unterstützen Kindle, FireTV, Fire Phone und Amazon Echo nicht zuletzt das Kerngeschäft von Amazon – den bequemen Einkauf physischer oder digitaler Güter von Privatkunden. Auf diese Weise hat Amazon seinen Umsatz kontinuierlich steigern können, sodass es derzeit den Onlinehandel beherrscht. Inzwischen wird Amazon für die Produktsuche im Internet sogar als direkte Konkurrenz zum Suchgiganten Google gesehen.
Über Amazon Echo schafft Amazon einen weiteren Vertriebskanal
Amazon Echo ist ein interaktiver und vernetzter Lautsprecher, den Amazon als Vertriebskanal im Haushalt positioniert. Amazon kann so zusätzlich weitere Kundendaten gewinnen und die Angebote und Empfehlungen weiter individualisieren. Derzeit ist es dem Kunden möglich, Produkte durch einen Sprachbefehl auf eine Wunschliste zu stellen. Es ist zu erwarten, dass diese Produkte später durch einen Sprachbefehl auch eingekauft werden. Die Lieferung kann dann, je nach Verfügbarkeit, durch den normalen Dienstleister erfolgen oder aber durch Amazon fresh. Die Kundenbindung wird so weiter verstärkt.
Der Smart-Home-Markt wird sich stark verändern
Amazon hat schon beim Kindle eine Loss-Leader-Strategie verfolgt: Die Geräte werden sehr kostengünstig verkauft, die Refinanzierung erfolgt durch den Verkauf von digitalen Gütern über die Geräte. Eine vergleichbare Strategie erwartet MS&C auch bei Echo. Das Konzept der Quersubventionierung über nachfolgende Verkaufsvorgänge wird auch für den Smart-Home-Markt Folgen haben.
Amazon kann Echo zu einer vollständigen Smart-Home-Plattform erweitern. Dieser Mehrwert steigert die Attraktivität des Geräts und damit auch dessen Erfolg als Vertriebskanal.
Aber auch andere Internetgiganten, wie Samsung mit SmartThings, Google mit nest und revolv oder Apple mit HomeKit positionieren sich, um ihr originäres Geschäftsmodell durch Smart Home zu unterstützen.
Etablierte Smart-Home-Anbieter müssen ihre Geschäftsmodelle anpassen
„Die derzeit dominierenden Anbieter im Markt werden zukünftig einer Konkurrenz ausgesetzt, die aufgrund ihrer Marktmacht in anderen Branchen Smart-Home-Lösungen sehr günstig anbieten kann. Das wird auch die Kundenerwartung prägen“, erklärt Michel Mücke, Managing Partner bei Mücke, Sturm & Company.
Smart-Home-Anbieter, die auf ein Marktsegment spezialisiert sind (z. B. Energiemanagement, Sicherheit oder Lichtsteuerung), müssen sich auf ihre Stärken besinnen und hervorragende Qualität mit einem ansprechenden Design anbieten, um sich differenzieren und stark positionieren zu können. Für Anbieter mit einem breiten Angebot hingegen wird es immer wichtiger, auch serviceorientierte Refinanzierungsmodelle zu erarbeiten und anzubieten.
Eine Zusammenfassung der Untersuchung "Amazon Echo" steht kostenlos als Download zur Verfügung.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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