So schräg können Produkte bei Amazon sein (und so witzig die Rezensionen)

So schräg können Produkte bei Amazon sein (und so witzig die Rezensionen)

Das mit über 200 Millionen Produkten gewaltige Sortiment von Amazon ist, das liegt in der Natur der Sache, auch nicht arm an verrückten Produkten. Das vielleicht schrägste Produkt kostet aber auch gleich einen dicken Batzen Geld. Noch schräger als das Produkt sind aber die Bewertungen der Nutzer.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Dafür bekommt man unter anderem eine Pyramide an der Spitze und eingebaute Edelsteine wie „Amethyst, Rosenquarz, Bergkristall, Turmalin, Pyrit, Hämatit, Granat, Tigerauge, Karneol, Citrin, Blauquarz, Aventurin, roter Jaspis, Malachit, einen lemurianischen Bergkristall aus Brasilien und ein Herkimer Diamant aus Nordamerika“. Derlei (der „Herkimer Diamant“ ist übrigens ein einfacher Quartzstein) soll ja für allerlei gut sein. Sagen jene, die diese Mineralien nicht nur hübsch finden, sondern als Heilsteine betrachten. Turmalin beispielweise schützt angeblich vor negativen Gefühlen. 96 Rezensionen und 52 Fragen sprechen für ein großes Interesse an dem Produkt. Kein Wunder, dient es doch zur „Anhebung der Energie und des Bewusstseins“. Und zwar in Heim und Garten. Laut Produktbeschreibung soll die Säule zudem in der Lage sein „Orgon, Lebensenergie, zu sammeln und in die Atmosphäre abzugeben. Dadurch können energetische Verschmutzungen (Chemtrails) des Himmels und der gesamten Umgebung durch die einströmende Lebensenergie harmonisiert werden.“Angesichts solcher Funktionsvielfalt relativiert sich da der Preis womöglich.

Außerdem ist die Säule mit der Akasha-Ebene verbunden. Das ist so eine Art esoterisches Internet in dem in immaterieller Form das Weltgedächtnis gespeichert ist. Von diesem Universum und womöglich noch von ein paar weiteren.

Beeindruckt?

Nein?

Wenn Sie skeptisch sind, überzeugen Sie vielleicht die Rezensionen.

So heißt es bei Amazon:
„Wir wohnen gemeinsam mit meiner Frau und Schwiegermutter in einem Haushslt. Die Orgonit Akasha Säule war ein Geburtstagsgeschenk für meine Schwiegermutter . Kurze Zeit später ist Sie ausgezogen und brach den Kontakt zu uns ab. Was kann ich dazu sagen? Alle negativen Energien sind verschwunden und die Orgonit Akasha Säule hat super funktioniert. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell geht. Top Produkt!“

Oder hier:
„Auch die Globuli und Bachblüten schmecken mir in meinem Feinstoffmüsli nun viel besser.“
Auch hier ist man zufrieden:

„Auch am Computer bemerke ich Besserung: er stürzt seltener ab, und durch die großflächige Entstörung konnte ich sogar das Jesusbild, das ich gegen negative Schwingungen unter die Tastatur kleben mußte, entfernen.“

Aber es gibt auch Kritik: kein Bluetooth, kein NFC, ein Nutzer hatte plötzlich sogar kleine Männchen in der Wohnung.

Tja. Da hat das Turmalin wohl doch nicht vor schlechten Kritiken und negativen Gefühlen bewahrt.

Fragen also bleiben reichlich. Bei denen geht es vor allem um Spezialanwendungen und – angesichts des Preises - um Produktvergleiche: „Akasha macht einen vernünftigen eindruck, ist aber etwas teuer...hat jemand erfahrung mit einem sigmar-gabriel-pappaufsteller gegen das dor-feld?“ Wir haben mal geguckt. Den gibt es übrigens wirklich bei Amazon. Lebensgross für unter 50 Euro. Wir haben uns dann aber für Yoda aus „Star Wars“ entschieden. Wenn schon Hokuspokus, dann bitte glaubwürdig.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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