
Amerikaner wollen Karstadt kaufen
Im Wettbewerb um die Übernahme von Karstadt soll ein amerikanischer Teilnehmer eingegriffen haben. Und dieser Investor plant laut Medienbericht eine mächtige Warenhausfusion mit Kaufhof.
Björn BöerChefredakteurEin Metro-Sprecher sagte der Zeitung dazu nur, man rede mit vielen Interessenten, die solch ein Geschäft gern machen wollten. "Es gibt derzeit aber keine konkreten Verkaufsgespräche."
Kaufhof-Verkauf ohne Zeitdruck
In der vorigen Woche wurde bekannt, dass Metro-Chef Eckhard Cordes Kaufhof abstoßen will. Der Konzern zählt die Warenhäuser seit längerem nicht mehr zum Kerngeschäft. Ein Verkauf solle aber ohne Zeitdruck erfolgen.
Rolf Weidmann, der Karstadt-Beauftragte von Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Huberg Görg, sieht weiterhin Überlebenschancen für das Warenhaus. "Karstadt hat seinen Wert. Das Unternehmen schreibt derzeit schwarze Zahlen, wir haben eine hohe Eigenkapitalquote. Ein echter Unternehmer hat enorme Chancen, langfristig Gewinne zu erwirtschaften", warb Weidmann in "Bild am Sonntag".
Zuletzt hatte Görg davon gesprochen, dass es sechs Interessenten für Karstadt gäbe. Bis Ende April wolle er den Verkauf besiegeln, um seinen Insolvenzplan umzusetzen. Derzeit stehen 120 Filialen zum Verkauf. 26.000 Mitarbeiter sind bei dem insolventen Unternehmen noch beschäftigt.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
Alle Beiträge